Rassismus tötet! Leipzig

Podiumsdiskussion zu Perspektiven antirassistischer Arbeit

Rassismus tötet! Leipzig lädt ein: Podiumsdiskussion “Wie weiter mit antirassistischer Arbeit? Inhaltliche Analysen und praktische Konsequenzen” am Montag, 29.4. 19:00 in der Halle D im WERK II (Kochstraße 132, Leipzig-Connewitz) 

 

Im Jahr 2012 gab es hierzulande nicht nur verstärkte Bemühungen, Rassismus als gesamtgesellschaftliches und damit auch institutionelles Problem zu thematisieren, es begann vor allem von Geflüchteten selbstorganisierter Protest und Widerstand gegen rassistische Gesetzgebung, Alltagsdiskriminierung und offene Gewalt. Antirassistische Arbeit und Bündnisse gewannen eine neue Stärke und Breite.
Trotzdem bleibt die “weiße Perspektive” dominant. Von Rassismus Betroffene sind und bleiben unterrepräsentiert, ob in Zeitungsredaktionen, in staatlichen oder (anderen) Bildungs-Institutionen, in den Debatten um die Aufarbeitung der Mordserie des NSU, in Zivilgesellschaft oder antirassistischen Gruppen. Nicht nur dies macht die Auseinandersetzung mit Rassismus defizitär. Es fehlen auch breite inhaltliche Debatten über Rassismus und “weiße Privilegien” und praktische Konsequenzen für die antirassistische Kampagnenarbeit:
Daraus ergeben sich u. a. folgende Fragen:
Was ist Rassismus eigentlich, wer definiert ihn? Wer ist von Rassismus betroffen und wer nicht? Wie wirken Gesetze und staatliches Handeln in diesem Zusammenhang? Welche Rolle spielen koloniale Traditionen und die (Nicht-) Aufarbeitung derselben?
Sind vielleicht die Geschichte von Staatlichkeit, Aufklärung und Kapitalismus historisch untrennbar verwoben mit (post-)kolonialen Denkweisen? Oder ist Rassismus nur als Nebenwiderspruch des Kapitalismus zu begreifen?
Nicht zuletzt fragen wir uns mit Blick auf heutige Debatten, ob sich sich der biologistische Rassismus als Erbe des NS tatsächlich zum kulturellen Rassismus transformiert? Und (wie) kann es gelingen “weiße Privilegien” in der antirassistischen Arbeit kritisch zu reflektieren?

In der Veranstaltung soll versucht werden, sich diesen und weiteren Fragen aus verschiedenen Perspektiven zu nähern.

DiskutantInnen:

Anja Treichel (Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V.)
Rex Osa (The VOICE Refugee Forum)
Stefan Kausch (Engagierte Wissenschaft e.V./AG Postkolonial)
Eben Louw (Psychologische Beratung für Opfer rechtsextremer, rassistischer & antisemitischer Gewalt)

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Lokaler Ableger der bundesweiten Kampagne Rassismus tötet