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Redebeitrag für Antirepressions-Kundgebung

Wir grüßen alle Menschen hier auf der Kundgebung und wünschen der Genossin im Amtsgericht beim Verfahren als Anmelderin das einzig richtige Ergebnis für die verhandelten Strafbefehle: Freispruch!

Auch wir kennen genug Antifaschist*innen, die in den vergangenen Jahren in die Mühlen der Justiz geraten sind. Da wurde mal ein Transparent angeblich zu hoch getragen; da war angeblich ein Mensch vermummt; da fühlte sich ein Fascho oder Cop beleidigt oder angegriffen; hier sei angeblich Pyro gezündet worden oder da hätte es eine angebliche Sachbeschädigung gegeben. Irgendetwas findet sich immer, solange es nur gegen Linke geht.

Willkürliche und absurde Anzeigen gegen linke Strukturen sind in Sachsen sicherlich nicht ungewöhnlich, dennoch haben sicherlich nicht wenige in den letzten Jahren das subjektive Empfinden gewonnen, dass es zu nimmt und immer mehr wird.
Wir haben uns vor dem Hintergrund der Ereignisse auf den Straßen von Leipzig um das Urteil im Antifa Ost-Verfahren hingesetzt und einen Debattenbeitrag geschrieben und veröffentlicht.

Eine zentrale Frage für uns dabei war: Sollte nach den Geschehnissen um Tag X über die Einstellung der Kooperation mit der Versammlungsbehörde nachgedacht werden?

Wir ließen dazu unsere Erfahrungen mit der Versammlungsbehörde und der Polizei Leipzig review passieren und stellten fest, dass mit dem geänderten Umgang mit linken Versammlungen in der Stadt auch über Veränderungen unsererseits diskutiert werden sollte. Die verhandelten Strafbefehle hier heute im Amtsgericht zielen auf die Einschüchterung, Verunsicherung und das Erschweren von linken Versammlungen und sind als Signal an uns alle zu verstehen, dass sich vorher nochmal gründlich überlegt werden sollte, ob eine Person eine Versammlung anmeldet oder nicht. Können angebliche Straftäter*innen nicht belangt werden, dann werden eben die anmeldenden Personen mit Repression überzogen.

Das Ziel scheint, eine linke Protestbewegung in Leipzig zu zermürben und zu zerschlagen und dabei gehen die unterschiedlichen Behörden offensichtlich arbeitsteilig vor.

Dem werden wir nur gemeinsam trotzen können und indem wir uns auf diese Repression einstellen und nötigenfalls auch anpassen. Wir denken es ist Zeit, neue Wege zu gehen und würden uns freuen, wenn sich noch mehr an den Debatten beteiligen, wie wir uns trotz all der Repression weiterhin selbstbestimmt die Straßen nehmen können.

Wir sind solidarisch mit allen linken Individuen und Strukturen, die von der Repression betroffen sind.
Police partout, justice nulle part!

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Aktuelles

Wer Gewalt sät – Von Brandstiftern und Biedermännern

Vom 22. bis zum 26. August 1992 fand das rassistische Pogrom von Rostock-Lichtenhagen statt, im letzten Jahr gab es am 27. August 2022 eine Gedenkdemonstration in Rostock, an der sich auch Antifaschist*innen aus Leipzig beteiligten. Am Vorabend dieser Demonstration wurde ein Brandanschlag in Leipzig auf die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in der Liliensteinstraße in Grünau verübt, zu diesem Zeitpunkt lebten 180 Menschen in dem Gebäude. Bis heute wurde dieser Versuch eines rechten Brandanschlags auf ein Wohnhaus nicht aufgeklärt.

Ab den 21. August 2015 tobte der rassistische Mob im sächsischen Heidenau und ab den 26. August 2018 in Chemnitz. All diesen Ereignissen ist gemeinsam, dass nicht nur offene Rassist*Innen und Neonazis auf der Straße waren, die versuchten Menschen zu verletzten und zu töten, sondern auch die so genannten “Biedermänner” diese Situationen möglich machten und forcierten.

“Wer gegen die Nazis kämpft, der kann sich auf den Staat überhaupt nicht verlassen.” Esther Bejarano

Ein Satz, der seit vielen Jahren zitiert wird, aber was für Schlüsse und Konsequenzen werden daraus eigentlich gezogen? Was folgt gerade für Antifaschist*innen in Sachsen aus dieser Erkenntnis und den rassistischen Angriffen und Anschlägen der vergangenen Jahre?

Samstag, den 19. August 2023, um 17 Uhr (Einlass ab 16:30 Uhr) im Café des Conne Island  (Koburger Str. 3, 04277 Leipzig)