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Grusel-Kabinett – Antifaschist*innen berichten: Wie (über) leben unter einer faschistischen Regierung?

Es ist schaurig: Jeden Tag eine Umfrage darüber wie viele Menschen sich in Kaltland eine Regierung mit Faschisten und Neonazis wünschen. Mit den Landtagswahlen im nächsten Jahr in Sachsen, Thüringen und Brandenburg gibt es die reale Möglichkeit, dass bereits im nächsten Jahr diese gruselige Vorstellung Realität werden kann – Gerade vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Wahlen in Hessen und Bayern in diesem Monat und den Ergebnissen der parlamentarischen Rechten und der Faschisten.

Um sich auf diese mögliche Horrornacht am 1. September 2024 vorzubereiten, wurden Menschen für ein Podium eingeladen, die darüber berichten können wie das Leben unter faschistischen Regierungen sich verändert hat und wie Antifaschist*innen darauf reagiert haben. Im Anschluss nach dem Podium wollen wir euch jedoch nicht geschockt und entmutigt nach Hause gehen lassen, sondern noch etwas zusammen bleiben, bei Musik und Getränken weiter sprechen, vielleicht etwas tanzen und einen schönen Abend zusammen verbringen. Verkleidet euch also gerne, es ist Halloween!

31.10.2023 um 19:30 Uhr im Conne Island

Die Halloween-Veranstaltung wird unterstützt und gestaltet von: “Rassismus tötet!” – Leipzig, Offenes Antifa Treffen, Ladenschlussbündnis Leipzig und Endfame (“Engagierte Demokrat*innen für die Amerikanisierung Europas”)

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Gedenken an Kamal Kilade

Der 19-jährige Kamal Kilade wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober 2010 im Park am Willy-Brandt-Platz von den Neonazis Marcus E. und Daniel K. durch mehrere Messerstiche ermordet.

Daniel K., der während der Tatnacht sowie bei seiner Verhaftung einen Pullover mit dem Schriftzug „Kick off Antifascism“ trug, hatte Kamal mit einem Pfefferspray die Möglichkeit zur Verteidigung genommen, als dieser einem Freund zu Hilfe kommen wollte. Marcus E., der erst kurz zuvor aus der Haft entlassen worden war, nutzte die Situation aus und stach Kamal nieder. Marcus E. wurde wegen Mordes zu 13 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung, Daniel K. wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haftstrafe, verurteilt. Mittlerweile befindet sich Daniel K., der Sohn eines Leipziger Kriminalbeamten, wieder auf freiem Fuß.

An einem aktiven Gedenken, an diesen rassistisch motivierten Mord, hat sich die Stadt Leipzig lediglich bei der Einweihung des Gedenksteins an Kamal beteiligt. Die Errichtung dessen wurde behördlich eher behindert als aktiv gefördert. Der Initiative von Kamals Familie, Gruppen und Einzelpersonen ist es zu verdanken, dass dieser Gedenkstein initiiert werden konnte.

Solch ein Mord aus “niederen Beweggründen”, wie der zuständige Richter diesen in der Urteilsverkündung klassifizierte, geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern in einem gesellschaftlichen Klima, das sich durch rassistische Mobilisierungen immer weiter verschärft.
In Leipzig wurden seit 1990 mindestens acht Menschen Todesopfer rechts-motivierter Gewalt; hinzu kommen zwei Verdachtsfälle – bundesweit gab es seitdem über 200 weitere Morde.

Wir wollen, dass Menschen wie Achmed Bachir. und Kamal Kilade nicht vergessen werden, Menschen, die nicht ins Weltbild von deutschen TäterInnen passten und deshalb ihr Leben lassen mussten.

Aus diesen Gründen gedenken wir erneut Kamal Kilade am 24.10.2023 ab 18 Uhr am Gedenkstein in der C.W. Müller – Anlage am Leipziger Hauptbahnhof.

Bringt gerne bitte Kerzen und Blumen mit.

Niemand ist vergessen, nichts ist vergeben.

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Gedenken an Achmed Bachir

Der aus Syrien kommende Asylsuchende Achmed B., 30 Jahre alt, wird am 23. Oktober 1996 von zwei jungen Nazis, Daniel Z. (20) und Norman E. (18), erstochen. Nachdem die Täter stundenlang faschistische und rassistische Parolen grölend durch die Stadt gezogen sind, betreten sie am Abend ein Gemüsegeschäft in der Leipziger Südvorstadt. Zunächst beschimpfen sie die Verkäuferinnen rassistisch und drängen sie an eine Wand. Als Achmed B. seinen Kolleginnen zur Hilfe kommen will, wird er angegriffen. Nachdem es ihm gelingt, die beiden Angreifer aus dem Geschäft herauszubewegen, sticht einer der beiden auf Achmed B. ein.

Der Mord mit rassistischem Hintergrund wird von Vertreter_innen der Stadt zum Teil verharmlost. So behauptet der damalige Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube: „ein rechtsextremes Potenzial ist mir hier nie begegnet“ und Leipzigs „Ausländerbeauftragter“ Stojan Gugutschkow pflichtet ihm bei: „Es hätte auch irgendeinen Deutschen treffen können“. Z. und E. werden wegen „Mordes aus niedrigen Beweggründen“ angeklagt. Etwa ein Jahr später fällen die Richter des Landgerichts Leipzig das Urteil: Daniel Z.wird zu neuneinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt, sein Mittäter Norman E. erhält wegen Beihilfe viereinhalb Jahre Gefängnis. Laut Staatsanwaltschaft gebe es „keine Anhaltspunkte für einen fremdenfeindlichen Hintergrund“, stattdessen handle es sich um eine „spontane Tat“.

Erst 15 Jahre nach der Ermordung von Achmed B., wurde die Tat als rassistisch motiviert anerkannt.

Gedenken am 23. Oktober 2023 um 18 Uhr Karl-Liebknecht Ecke Schletterstr. Bringt bitte Kerzen und Blumen mit.