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Leipzig: Die tödlichen Konsequenzen der deutschen Asylgesetzgebung

Während in vielen Orten Deutschlands der Bürgermob mit den Nazis aus der Nachbarschaft gemeinsame Sache macht, um gegen Asylbewerberunterkünfte zu demonstrieren, ist es in Leipzig in der Diskussion um eine dezentrale Unterbringung von Geflüchteten vorerst ruhiger geworden. An den bestehenden menschenunwürdigen  Lebens- und Wohnbedingungen  hat sich rein gar nichts geändert. Im Zentrum steht dabei vor allem die Massenunterkunft für Geflüchtete in der Torgauer Str. 290.

Mitte August wurde der Tod des Asylbewerbers Hisham Yazbek bekannt. Hisham lebte bereits mehrere Jahre im Lager in der Torgauer Str. 290. Dort starb der erst 34-jährige im Mai, vermutlich an den Folgen riskantem Drogenkonsums. Der Tod wurde jedoch erst anderthalb Monate später, am 13. Juni, durch die Heimleitung festgestellt. Diese schreckliche Nachricht ist der Arbeit einiger Journalist*innen zu verdanken, die den Verhältnissen in der Torgauer Straße nachgegangen sind. Nur aus diesem Grund hat die Öffentlichkeit im August und damit  zwei Monate später von diesem Vorfall Kenntnis erlangen können.  Daraufhin meldet sich die Stadt Leipzig, die ihrer Informationspflicht auch gegenüber den gewählten Stadtabgeordneten nicht nachgekommen war,  reflexartig mit den Worten „Wir bedauern diesen Todesfall sehr …“ zu Wort. Die Heimleitung hat bis heute kein Kommentar von sich hören lassen.

Der Tod von Hisham steht exemplarisch für die menschenverachtende deutsche Asylpolitik. Die miserablen Zustände in den Massenunterkünften wie der Torgauer Straße 290 wiederum sind „nur“ eine Facette dieser Asylpolitik, die Menschen mit Arbeitsverboten, eingeschränkter Bewegungsfreiheit durch die Residenzpflicht, minimalen Sozialleistungen, ausgrenzt um sie schließlich nach dem langwidrigem Asylverfahren, bis auf einen geringen Prozentsatz wieder abzuschieben.

Die Stadt Leipzig, die gebetsmühlenartig für sich reklamiert weltoffen und tolerant zu sein, hat offenkundig versucht zu vertuschen, dass Geflüchtete inmitten einer von Ungeziefer befallenen Massenunterkunft sterben und an Ort und Stelle mehrere Wochen liegen gelassen werden.

Schließlich passen solche Geschichten nicht in das Image, das gegenüber  finanzkräftigen InvestorInnen und TouristInnen aufgetürmt wird.

So will auch die Stadt Leipzig seit 2009 die Massenunterkunft in der Torgauer Straße 290 schließen, aber dies nur weil ein Wirtschaftsunternehmen Interesse an der Liegenschaft bekundete. Dass die zwei maroden ehemaligen Kasernenblöcke im miserablen Zustand keine menschenwürdige Unterkunft ist, schien bei dieser Entscheidung nicht relevant zu sein. Vier Jahre danach ist das Lager jedoch nicht nur noch geöffnet, seit Ende 2012 wurden sogar stillgelegte Gebäudeteile wieder in Betrieb genommen. Bis mindestens 2014 soll das Lager weiterlaufen. Dass dann die Schließung erfolgt muss jedoch stark bezweifelt werden.

Die Massenunterkunft in der Torgauer Straße wurde bereits 2011 im Rahmen des „Heim-TÜV“ sogar im Auftrag der sächsischen Landesregierung durch den Integrationsbeauftragen (CDU) negativ bewertet und als „unangemessen“ eingestuft. „Die zwei Gebäude sind abgewohnt und  unhygienisch. Auf die sozialen Bedürfnisse der Bewohner wird nicht  eingegangen“, heißt es dort.

Zu allem Überfluss wird das Lager von einem privaten Sicherheitsdienst, der A & S Laval Sicherheit  + Dienstleistung GmbH, betrieben. Zur wirtschaftlichen Betreibung gehören die Unterhaltung und Bewachung des Objektes sowie Instandsetzungen. Die soziale Betreuung wird zwar von einem freien Träger übernommen, lediglich 2 Stellen sollen die Begleitung und Unterstützung von 300 Menschen mit Fluchterfahrungen und schwierigen Lebenslagen, gewährleisten. Der Freistaat gewährt den Kommunen und Kreisen pro Asylsuchendem/r  eine lächerliche Summe für die Unterbringung, Versorgung, Gesundheitsleistungen etc., soziale Betreuung ist seitens des Landes gar nicht vorgesehen. Andererseits schreibt das Land vor, dass Asylsuchende in der Regel in Massenunterkünften, und nur in Ausnahmefällen in eigenen Wohnungen leben dürfen.

Auch vor diesem Hintergrund setzt die Stadt auf Kostenersparnis in Bezug auf die Auswahl des Betreibers.

Angesichts dieser rein wirtschaftlichen Betrachtung wurde für die Torgauerstraße die A & S LAVAL Sicherheit  + Dienstleistung GmbH ausgewählt. Sie hat ihren Sitz in der Druckereistr. 4 in 04159  Leipzig-Lützschena-Stahmeln. Das Selbstverständnis dieser Firma liest  sich im Kontext der „Betreuung“ von Asylsuchenden wie der pure Hohn  gegenüber denen, die durch deren „Dienstleistungen“ leiden müssen … So  heißt es auszugsweise: „Wir übernehmen Verantwortung für das was wir  tun und für jene für die wir es tun. Mit Sicherheit ans Ziel. […] Wir  akzeptieren Wertneutral und kümmern uns um Ihre Aufgabenstellung anhand von Fakten. […] Loyalität ist für uns ein hohes Gut. Mit innerer Verbundenheit teilen wir Ihre Wertvorstellungen und Erwartungen.“

Wie ein solches Sicherheitsunternehmen mit den individuellen Bedürfnissen von Asylsuchenden vertraut sein soll, ist in keinster Weise  nachzuvollziehen. Eine spezielle Eignungsbescheinigung scheint wohl auch nicht zwingend notwendig, denn das Betreibes einer Sammelunterkunft für  Asylsuchende scheint unter der Rubrik „Pforten-, Empfangs- und  Rezeptionsdienste“ abgedeckt zu sein. Wer die Torgauer Straße schon mal besucht hat, dürfte das formulierte Selbstverständnis von LAVAL widerlegt bekommen haben. Nur nebenbei sei erwähnt, dass die Firma bei der Absicherung eines LVB-Familienfestes 2010 auch Nazis als Mitarbeiter_innen beschäftigt hatte.

Man könnte glauben die Stadt Leipzig hat als verantwortliche Kommune gänzlich die Einsicht über die Verhältnisse in den Asylunterkünften verloren.  Doch diese Praxis ist gewollt, denn es dient zur Abschreckung vor einem Asylantrag. Die Unterbringung in Massenunterkünften ist laut einem Gutachten des Bayerischer Flüchtlingsrats sogar teurer als dezentrale Unterbringung (vgl. http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/beitrag/items/fluechtlingslager-jaehrliche-steuerverschwendung-in-millionenhoehe.html).

Hisham Yazbek wartete seit bereits zehn Jahren vergebens auf den Abschluss seines Asylverfahrens und war wie soviele unzählige andere gezwungen, in einem dieser Lager unterzukommen. Ein weiteres Beispiel für den weitverbreiteten instititutionellen Rassismus in der BRD.

Bereits seit einigen Jahren fordern Gruppen und Initiativen nicht nur die Schließung der Torgauer Straße sondern die sofortige Schließung aller Heime, die dezentrale Unterbringung aller Asylsuchenden und die grundsätzliche Veränderung der Asylgesetzgebung. Wir – Rassismus Tötet Leipzig – bekräftigen diese Forderung nunmehr umso deutlicher! Wir werden nicht aufhören, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, eine menschenwürdige Behandlung für alle Asylsuchenden in Leipzig und der BRD zu forcieren!

Der Tod von Hisham Yazbek soll keineswegs als ein Mittel der politischen Instrumentalisierung missbraucht werden, jedoch gilt es aufgrund dieser Tragödie umso mehr die bestehenden Verhältnisse der deutschen Asylpolitik zu beenden und ein selbstbestimmtes und freies Leben für alle zu fordern!!

Wir trauern um Hisham Y. und wünschen der Famile, den Angehörigen und Freund*innen nach diesem Trauerfall viel Kraft.

Rassismus tötet! Leipzig, August 2013

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Kampf dem Rassismus! Solidarität mit Geflüchteten und Migrant_innen – immer und Überall!

Solidarität mit dem Protestcamp in Bitterfeld/ Solidarität mit den Asylsuchenden in Berlin/ Wachsamkeit in Bezug auf Nachahmungsaktionen in der Region!

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Auf der Flucht – Spendenaufruf für Chala & Shengjul

Mit dem folgenden Video möchte der Verein Bon Courage auf die aktuelle Lebenssituation der Ende Mai 2013 nach Mazedonien abgeschobenen Shengjul und ihrer 11-jährigen Tochter Chala aufmerksam machen und erneut zu Spenden aufrufen, mit deren Hilfe einerseits eine Unterstützung beider vor Ort garantiert und anderseits eine schnellst mögliche Wiedereinreise nach Deutschland erreicht werden wollen.

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Never forget Kamal – Gedenken aus Anlass des 22.Geburtstages von Kamal

Am 19.7. wurden am Tatort in der Müller-Anlage vor dem Hauptbahnhof Blumen und Kerzen niedergelegt und die Worte von Kamals Mutter, die die Inschrift des bereits angefertigten Gedenksteins bilden, verlesen. FreundInnen von Kamal machten mit einem Flugblatt ihre Forderung deutlich: Der Gedenkort soll so schnell wie möglich errichtet werden! Rassismus tötet Leipzig unterstützt diese Forderung aktiv.

Bildquelle: visual.change.photography

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Umbettung des 2011 getöteten wohnungslosen André K. – weitere Spenden nötig

Zahlreiche Spenden sind für die Umbettung des ermordeten Andre K.  eingegangen, es fehlen momentan noch 450 Euro* Am Montag, den 27.05.2013 um 18 Uhr findet in Oschatz, zwei Jahre nach dem Angriff, eine Mahnwache zur Erinnerung statt.

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“Leipzig’s racist normality – a search for clues” Citytour on 11th May

“Normalité raciste à Leipzig – Une Recherche de Traces”/ “По следам расистской нормальности в Лейпциге”/ “Normalitet raciste ne Leipzig – nje kerkim gjurmesh”/ „Rassistische Normalität in Leipzig – eine Spurensuche” – Mehrsprachige Mobilisierung zum Stadtrundgang am 11. Mai ab 13 Uhr ab Riebeckstr./Prager Straße

Anlässlich des 20. Jahrestages der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl findet – eingebettet in die bundesweite Kampagne “Rassismus tötet!” – eine Aktionswoche statt, um in verschiedenen Städten Rassismus auf verschiedensten Ebenen aufzuzeigen.

„Leipzig ist eine weltoffene Stadt!“ – eine Aussage, die Leipzig zu jedweder Gelegenheit gebetsmühlenartig vor sich her trägt. Doch spätestens im Zuge der in vielen Fällen rassistisch geführten “Asyldebatte” im vergangenen Jahr, ist die deutliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität sichtbar geworden.

Daher wollen wir uns im Rahmen eines antirassistischen Stadtspaziergangs auf die Suche nach rassistischen Spuren in Leipzig begeben. Damit soll deutlich gemacht werden, dass Rassismus weder der Vergangenheit angehört, noch lediglich ein Problem an dem so genannten „rechten Rand“ ist, sondern dass die gegenwärtigen Gesellschaften auf der Unterscheidung von Menschen nach Hautfarbe, Herkunft oder Religion aufbauen . Durch permanente Diskriminierungen, Gewalt und den stark eingeschränkten Zugang zu Ressourcen erfahren Betroffene Ausgrenzung von gesellschaftlicher Teilhabe sowie eine stetige Gefährdung ihrer körperlichen Unversehrtheit. Rassismus ist ein in die städtische Realität eingeschriebenes Problem.

Diese rassistische Normalität soll konkret und vor Ort verdeutlicht werden. Der Stadtrundgang wird an der neu eröffneten Asylsuchendenunterkunft in der Riebeckstraße beginnen und dort die aktuelle Diskussion zur Unterbringung Geflüchteter thematisieren. Bei dem Rundgang zur Innenstadt sollen sowohl institutioneller Rassismus in staatlichen Strukturen wie der “Ausländerbehörde”, als auch Themen wie Kolonialismus, Antiziganismus, rassistische Polizeikontrollen und rechte Morden an den Orten problematisiert werden, an denen sie praktische Wirklichkeit entfalten, an denen Menschen abgeschoben, diskriminiert, verprügelt und ermordet werden.

Schritt für Schritt den rassistischen Zuständen begegnen.

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Samedi, 11 mai | Leipzig | Promenade en ville | “Normalité raciste à Leipzig – Une Recherche de Traces” | à 13 heures | Riebeckstr./Prager Straße

À l’occasion de la vingtième anniversaire de l’abrogation du droit fondamental d’asile il y a une semaine d’actions qui est part de la campagne ‘Racisme Tue’ qui a lieu dans tous le pays. Pendant cette semaine on veut montrer les formes differentes du racisme dans plusieurs villes.

‘Leipzig est une ville ouverte au monde !’ C’est une déclaration on répète toujours à Leipzig. Mais depuis le débat d’asil l’année dernière – souvent avec les traits de racisme – la discrépance entre exigences et réalité est devenue visible.

C’est pourquoi que nous voulons faire une promenade en ville au recherche des traces du racisme à Leipzig. Avec ça on doit remarquer, que le racisme ni est dans le passé ni seulement un problem du ‘groupe marginal droite’, mais que au moment la société moderne se fonde sur la distinction des personnes à cause de leurs couleur de peau, origine ou religion. C’est plus difficile de participer à la société pour les personnes concernées par la discrimination, la violence permanente et un accès aux ressources très limité. À plus leur intégrité physique est menacée permanente. Racisme est un problem quotidien des villes.

Cette normalité raciste doit être clarifié sur place. La promenad en ville commence à la nouvelle residence pour demandeurs d’asile en Riebeckstraße. Là, le sujet sera la discussion actuelle sur l’hébergement des réfugiés. Au centre-ville nous allons parler du racisme institutionnel dans les structures d’état, du colonialisme, de l’antitziganisme, des contrôles de police racistes et des meurtres des groupes droites. Et tout ça aux lieus ou on est confronté avec ces sujets. Aux lieus ou personnes ont été expulsés, discriminés, battus et assassinés.

Pas à pas contre les états racistes.

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 Saturday, 11th May | Leipzig | City Tour | “Leipzig’s racist normality – a search for clues” | 1:00 PM | Riebeckstr./Prager Straße

Due to the 20th anniversary of the de facto abolition of the right to asylum in Germany, an awareness week will take place in order to depict racism – in different cities on many of its layers. The awareness week is part of the campaign ‚racism kills’.

‚Leipzig is a cosmopolitan city!’ – a claim which Leipzig’s officials trumpet like a mantra. But at least since Leipzig’s ‚asylum debate’ last year – which in fact showed several racist motives – the gap between Leipzig’s demand and its reality became visible.

Therefore we want to depict Leipzig’s racist marks during a tour trough the city. We want to point out that racism neither is history nor that it is a phenomenon merely found in right-wing parts of society. We want to make clear that current societies are based on the seperation of its members by skin colour, origin or religion.
Through discrimination, violence and a highly restricted access to resources, persons concerned face a consistent exclusion from partaking in society – and a consistent endangerment of their physical integrity. Leipzig’s urban normality is a racist one.

This racist normality is to be illustrated at locations where racism becomes concrete. Our tour will begin at the newly opened home for people seeking asylum (Riebeckstraße) and adress Leipzig’s debate about the accommodation of refugees. As we continue, we will explore institutional racism in governmental facilities (e.g. ‚Ausländerbehörde’) and adress issues like colonialism, antiziganism and racist police checks. We will also show places where racially motivated crimes took place.

Step by step against racist conditions!

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Суббота, 11. мая | Лейпциг | прогулка по городу | “По следам расистской нормальности в Лейпциге” | 13:00 | Рибек-Прагер штрассе

По поводу 20. годовщины фактической отмены прав на убежище проводится неделя акций в рамках кампании «Расизм убивает», цель которой – показать разные сферы расизма в в городах Германии.

«Лейпциг- толерантный город!» – высказывание, беспрерывно использованое при всяческой возможности. Но не только расистский дебат о беженцах прошлого года (называемый „Asyldebatte“) показал резкое несоответствие между этой претензией и действительностью.

Поэтому мы устраиваем прогулку по следам расизма в Лейпциге. Мы хотим показать, что расизм не принадлежит прошлому и не является проблемой так называемого «правого края» общества, а предостовляет фундамент современных обществ, основанный на различии людей в зависимости от цвета кожи, происхождения или религии. Постоянная дискриминация, насилие и сильно ограниченный доступ к ресурсам исключают людей от участия в общественной жизни, а так же подвергают их физическую сохранность опасности. Расизм  –это проблема городской нормальности.

Эта расистская нормальность должна быть объяснена конкретно и на месте. Прогулка начинается около недавно открытого жилища для беженцев в Riebeckstraße с дискуссии о приютах для беженцев. Во время прогулки в центр города речь будет идти об институциональном расизме в государственных структурах как „Ausländerbehörde“, а так же о колониализме, антицыганизме, расистских полицейских контролях и право мотивированных убийствах – на местах, где они переходят на реальность, на местах, где людей  высылали из страны, дискриминировали, били и убивали.

Шаг за шагом принимать меры против расизма!

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E shtune, 11. Maj | Leipzig | shetitje qytetore | “Normalitet raciste ne Leipzig – nje kerkim gjurmesh” | ne oren 13, Riebeckstr./Prager Str

Ne rast te 20-vjetorit te leshimit faktual te te drejtes njerzores per azil kampanja kombetare „Rassismus tötet!“ („Racizmi vret!“) do organizoj nje jave akcionesh neper qytete te ndryshme per te derguar vemendjen ne racizmin te perditshem.

„Leipzig eshte nje qytet progresiv!“ – nje sprehje qe qyteti e perserit sa here mundet. Por „debati i azilit“ i viteve te kaluara me momentet i tij raciste, na ka treguar qe ka nje ndryshim midis realiteti dhe deshires. Prandaj duam te kerkojm gjurmet raciste ne Leipzig ne nje shetitje qytetore anti-raciste. Keshtu duam te bejme qarte, qe racizmi nuk eshte as problem i te kaluares, as problem qe i perket vetem „qoshes the djathte“, por qe ne fakt, shoqeria jone bazon ne dallim e njerezve pas ngjyres te lekures, origjines dhe fes. Nga diskriminime te perseritura, force fizike dhe mundesi shume te kufizuara per te marrur pjese ne risorsat shoqerore, shume njerez jetojn ne rizik te perditeshem. Racizmi eshte nje problem qe eshte i gdhendur ne realitetin qytetor.

Kete realitet raciste duam te tregojme konkretishte aty ku ndodhe: ne qytet. Shetitja do filloj tek strehimi per kerkues azili i ri tek Riebekstraße per te tematizuar bisedat aktuale per strehimin e refugjateve ne Gjermani. Ne qenderen e qytetin pastaj duam te flasim per racizm institucional ne struktura shtetore si „Ausländerbehörde“ („Qendra shteterore per te huaj“) por edhe per tema si kolonializm, diskriminime kunder romave, kontralla policie raciste, dhe vrasje me motive neo-naziste ne pikerishte ato vendet ku keto ndodhin ose kan ndodhur, atje ku njerez deportohen, diskriminohen, rrifen dhe vriten.

Ti perballemi racizmit hap pas hapi.

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Podiumsdiskussion zu Perspektiven antirassistischer Arbeit

„Rassismus tötet!“ – Leipzig lädt ein: Podiumsdiskussion „Wie weiter mit antirassistischer Arbeit? Inhaltliche Analysen und praktische Konsequenzen” am Montag, 29.4. 19:00 in der Halle D im WERK II (Kochstraße 132, Leipzig-Connewitz

Im Jahr 2012 gab es hierzulande nicht nur verstärkte Bemühungen, Rassismus als gesamtgesellschaftliches und damit auch institutionelles Problem zu thematisieren, es begann vor allem von Geflüchteten selbstorganisierter Protest und Widerstand gegen rassistische Gesetzgebung, Alltagsdiskriminierung und offene Gewalt. Antirassistische Arbeit und Bündnisse gewannen eine neue Stärke und Breite.
Trotzdem bleibt die “weiße Perspektive” dominant. Von Rassismus Betroffene sind und bleiben unterrepräsentiert, ob in Zeitungsredaktionen, in staatlichen oder (anderen) Bildungs-Institutionen, in den Debatten um die Aufarbeitung der Mordserie des NSU, in Zivilgesellschaft oder antirassistischen Gruppen. Nicht nur dies macht die Auseinandersetzung mit Rassismus defizitär. Es fehlen auch breite inhaltliche Debatten über Rassismus und “weiße Privilegien” und praktische Konsequenzen für die antirassistische Kampagnenarbeit:
Daraus ergeben sich u. a. folgende Fragen:
Was ist Rassismus eigentlich, wer definiert ihn? Wer ist von Rassismus betroffen und wer nicht? Wie wirken Gesetze und staatliches Handeln in diesem Zusammenhang? Welche Rolle spielen koloniale Traditionen und die (Nicht-) Aufarbeitung derselben?
Sind vielleicht die Geschichte von Staatlichkeit, Aufklärung und Kapitalismus historisch untrennbar verwoben mit (post-)kolonialen Denkweisen? Oder ist Rassismus nur als Nebenwiderspruch des Kapitalismus zu begreifen?
Nicht zuletzt fragen wir uns mit Blick auf heutige Debatten, ob sich sich der biologistische Rassismus als Erbe des NS tatsächlich zum kulturellen Rassismus transformiert? Und (wie) kann es gelingen “weiße Privilegien” in der antirassistischen Arbeit kritisch zu reflektieren?

In der Veranstaltung soll versucht werden, sich diesen und weiteren Fragen aus verschiedenen Perspektiven zu nähern.

DiskutantInnen:

Anja Treichel (Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V.)
Rex Osa (The VOICE Refugee Forum)
Stefan Kausch (Engagierte Wissenschaft e.V./AG Postkolonial)
Eben Louw (Psychologische Beratung für Opfer rechtsextremer, rassistischer & antisemitischer Gewalt)

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20 Jahre Solinger Brandanschlag – 20 Jahre Abschaffung des Grundrechts auf Asyl

.. so der Schwerpunkt der antifaschistischen Zeitung LOTTA #50. Im editorial heißt es: „2013 jähren sich zwei einschneidende Ereignisse zum 20. Mal: Am 29. Mai 1993 zündeten vier junge Rechte das Haus der Familie Genç in Solingen an. Fünf Familienmitglieder starben. Drei Tage zuvor hatte der Bundestag faktisch die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl beschlossen. Damit erreichte die von Medien und etablierter Politik forcierte Kampagne gegen Flüchtlinge, die zunehmend auch MigrantInnen traf, ihr Ziel. In Deutschland ist es seitdem kaum noch möglich, Asyl zu erhalten. Den Neonazis wurde quasi im Nachhinein Recht gegeben. Sie konnten ihre Taten als „Vollstreckung von Volkes Wille“ ansehen. In unserem Schwerpunkt wollen wir die Verknüpfung der rassistischen Hetze aus der“Mitte der Gesellschaft“ mit – am Beispiel des Solinger Brandanschlags – den rassistischen Angriffen aus der extremen Rechten aufgreifen und die Frage stellen, ob die heutige Situation – insbesondere die aktuelle Hetze gegen Flüchtlinge – mit der Situation vor zwanzig Jahren vergleichbar ist.“

Zum Inhalt der Ausgabe gehts hier

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150 Menschen protestieren gegen das Urteil

150 Menschen protestieren gegen das Urteil im Prozess gegen die Mörder des Wohnungslosen André K. und gegen Sozialdarwinismus

Die AG Sozialdarwinismus und die Kampagne „Rassismus tötet!“ haben im Zusammenhang mit der Urteilsverkündung im Prozess gegen die Mörder des Wohnungslosen André K. zu dieser Aktion aufgerufen. Sozialdarwinistisches Gewalt bettet sich in ein gesamtgesellschaftliches Klima ein, so der Tenor der Demo. In der Nacht zum 27. Mai 2011 wurde der schlafende André K. am Oschatzer Südbahnhof von mindestens fünf Männern im Alter von 16 bis 36 Jahren brutal zusammengeschlagen. K. erlag am 1. Juni 2011 seinen schweren Verletzungen. Unter den mutmaßlichen Tätern befindet sich auch Ronny S.(27), der der nordsächsischen JN, der NPD-Jugendorganisation, zuzurechnen ist.
Nach über einjähriger Verhandlung vor dem Leipziger Landgericht ist am 25. Januar das Urteil gegen die fünf Täter im Prozess um die Tötung des wohnungslosen André K. gesprochen worden. Trotz der Forderung der Nebenklage, die Angeklagten Sebastian B. und Ronny S. wegen Mord aus niederen Beweggründen sowie die drei jugendlichen Beschuldigten wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu verurteilen, folgte das Gericht dem nicht. Die Angeklagten erhielten hohe Haftstrafen, jedoch untersuchte das Gericht zu keiner Zeit ein sozialdarwinistisches Tatmotiv.
„Die Täter“, so Miriam Schleicher, Pressesprecherin der Kampagnengruppe, „sind Neonazis, die aus sozialdarwinistischen Motiven gehandelt haben. Sie haben Andre K. ermordet, weil sie ihm ein geringeren sozialen Status zugeschrieben haben.“ Diese Tat kann nur als Spitze eines gesamtgesellschaftlich verbreiteten Sozialdarwinismus gesehen werden. Das Handeln von Gerichten und Polizei ist dafür exemplarisch, auch in diesem Fall: So äußerte der polizeiliche Ermittlungsführer, dass ihn ein Tatmotiv nicht interessiere, wenn er doch die Täter habe.
„Das Tatmotiv wird nicht nur ausgeblendet, es wird gar nicht erst danach gesucht. Die gleichen Beamt_innen waren auch für die Hausdurchsuchungen bei zwei der Täter verantwortlich und fand keine Hinweise für deren rechte Gesinnung, wobei sich die Frage stellt, ob überhaupt danach gesucht wurde?“, so Schleicher.

Auch Richter Nobert Göbel reproduzierte das Ungleichwertigkeitsdenken der Täter, indem er Zeug_innen und auch die Täter aufgrund ihres vermeintlichen sozialen Status herabwürdigte. Das Verhalten des Richters illustriert die gesellschaftliche Einbettung sozialdarwinistischen Denkens. „Täter, wie die im Fall des ermordeten André K., setzen lediglich um, was durch Gesellschaft und Politik vorgegeben wird.“, so Schleicher.

Auf der Demonstration wurde in einem Redebeitrag auch auf die Folgen städtischer Ordnungspolitik für sozial Marginalisierte hingewiesen. Sitzgelegenheiten im innerstädtischen Raum wurden schon vor Jahren derart umgestaltet, dass darauf Schlafen nicht möglich ist. Durch das nächtliche Schließen der Sparkassenfilialen in Leipzig werden Wohnungslose, die sich dort in kalten Jahreszeiten aufwärmen, gezielt ausgeschlossen. Solche und ähnliche Maßnahmen haben schwere Konsequenzen für die Betroffenen: Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. zählt 274 Wohnungslose, die seit 1991 erfroren sind, weil sie keinen Schutz gefunden haben.
Miriam Schleicher dazu: „Abwertungs- und Ausschlussmechanismen gegenüber sozial Benachteiligten, wie sie an Bahnhöfen und Innenstädten Praxis sind, müssen ein Ende haben. Nicht über Verbote, sondern durch Ursachenanalyse sozialer Benachteiligung ist eben jene aufzuheben. Verbote manifestieren Benachteiligungen und Ausschlüsse lediglich durch ihre Unsichtbarkeit.“

Spendenaufruf RAA Sachsen e.V.:
Was immer noch vonnöten ist, ist ein würdiges Grab für André K. Die Familie des Getöteten wurde durch die Polizei von dessen Ermordung nicht informiert. Als die Angehörigen die Todesnachricht erhielten, war Andre K. bereits beerdigt: in einem Urnensozialgrab. Die Familie möchte nun eine würdige Ruhestätte für Andre K. Die dafür entstehenden Kosten sollen durch Spenden erbracht werden. Bisheriger Spendenstand: 1.350,-Euro

Spendenkonto: Jugend-, Kultur- und Umweltzentrum e.V.
Konto: 2200024013
BLZ: 860 555 92 (Sparkasse Leipzig)
Verwendungszweck: Spende Umbettung André K.

>>> zum Aufruf

 

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Mobi-Veranstaltungen und Aktuelles

Für den 27. Oktober ruft die Kampagne “Rassismus tötet!” unter dem Motto “Never forgive, Never forget!” zur überregionalen Demonstration in Leipzig auf. Anlass ist der zweite Todestages von Kamal K. Zwei Neonazis ermordeten Kamal am 24. Oktober 2010 in der Leipziger Innenstadt. Der Mord an Kamal war allerdings kein Einzelfall. Kamal ist einer von sechs Menschen, die seit der “Wende” von Rechten ermordet wurden.

Grundlage für diese Taten ist der Alltagsrassismus, der sich in Leipzig derzeit in Form rassistischer Bürger_innenproteste Bahn bricht. Deutsche Ureinwohner in Leipzig-Waren und Grünau hetzen gegen die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft. Man sei nicht rassistisch aber Ausländer wolle man trotzdem nicht in seiner Nachbarschaft.

Aufruf zur Demo | Veranstaltungsreihe Hintergrundinfos | Lied über den Mord an Kamal |
Mobi-Veranstaltungen | www.rassismus-toetet-leipzig.org www.rassismus-toetet.de

Jingle: Jingle Rassismus MOBI_01

Mobilisierungsveranstaltungen

Do. 18.10. | Magdeburg | 18.30 Uhr | Liebertäres Zentrum – LIZ, Alt Salbke 144 | Anfahrt hier

Mo. 22.10.2012 | Berlin| 19.00 Uhr, BAIZ, Christinenstr. 1, U-Bhf. Rosa-Luxemburg-Platz (P-Berg/Mitte)

Mo 22.10.2012 | Leipzig | 18.30 Uhr | Schuppen, Stockertstr.

Di. 23.10.2012 | Göttingen | 21.00 Uhr | im Rahmen der Theke “Le chat noir” | Die Theke ist wie immer im Juzi.

Di. 23.10.2012 | Postdam | 20.30 uhr | Black Fleck, Zeppelinstr. 26

Do. 25.10.2012 | Jena | 20.30 Uhr | JG-Stadtmitte, Johannisstraße 14

 

  • Zugtreffpunkte

Berlin: Hauptbahnhof (tief), Gleis 3, Treff: 12.45 Uhr / Abfahrt: 13:16  Uhr ( RE 4359)

Hintergrundinformationen

Videos:

  • Bürgermobs und Neonazis gegen Flüchtlinsunterkünfte

MDR 2012: “LeipzigerInnen gegen Gemeinschaftsunterkünfte für AsylbewerberInnen
MDR 2012: “Diskussion über Unterkünfte für Flüchtlinge in Leipzig-Grünau
Monitor 1991: “Angriff auf eine Flüchtlingsunterkunft in Leipzig 1991

  • Der Mord an Kamal K.

Sachsenspiegel 2011: “Haftstrafen für Kamals Mörder
LF 2010: “Demonstration nach dem Mord an Kamal K. in Leipzig
LF 2010: “Demonstration nach dem Mord an Kamal K. in Leipzig (2.Video)

  • Die Verschwiegenen Toten von Leipzig

Panorama 2000: “Die verschwiegenen Toten
Monitor 1999: “Nachgefragt zum Mord an Nuno Lourenço in Leipzig

Weitere Berichte auf “Alerta Sachsen

Texte:


Berichte auf Indymedia zu Leipzig/Sachsen 2012, eine Auswahl:

Brandanschlag in der Sächsischen Schweiz offenbar aufgeklärt | Refugee Protestmarsch durch Leipzig | Chef der “JN” war beim “Ku Klux Klan” | Sachsen: Pogrome – Übergriffe – Widerstand. | NPD-Kundgebung in Leipzig fand keine Resonanz | André&Maik E.: Das Helfer-Duo des Terror-Trio | “kick racism” – Erster antirassistischer Fußballcup im Gedenken an Marwa El-Sherbini | Der „NSU“ und seine Helfer | (K)ein Asyl in Leipzig | [LE] Kundgebung: Solidarität mit kämpfenden Flüchtlingen | Das “Front Records”-Imperium in Sachsen | NSU-Ausschuss: Ulbig stellt Ermittlungsbehörden Persilschein aus | Diskussionen um geplante Asylunterkünfte LE | Dresden: Demonstration für dezentrale Unterbringung | Leipziger Zustände: “Balla Balla!”(1) | Leipzig: Kundgebung “Rassismus tötet!” | Leipzig:In Gedenken an Nuno Lourenço | Leipzig: NPD heizt rassistische Stimmung an | Leipzig: Rassistische Mobi gegen Asylsuchende | Antirepressionsdemo in Leipzig | [LE] Hausdurchsuchung bei Antifaschisten | [LE] Blockadeversuch endet mit Kessel | Le: Angriff auf Nazizentrum und Hausbesetzung | LE: NS-Verherrlichung am “Führergeburtstag” | Oschatz: Ein ausgelöschtes Leben | 600 gegen Nazis & rechte Alltagskultur in LE | LE: Angriff auf “Fighting Catwalk” | Leipzig: Im Osten nichts Neues. | Leipzig: Repression nach Antifa-Demo | Fünf Jahre “Freies Netz”: Eine Anatomie | Das braune Erbe des Ralf “Manole” Marschner | Bewegung in der Leipziger Neonazi-Szene |

Never forgive, Never forget – Remembering means fighting!
Solidarität mit den Betroffenen des rechten und rassistischen Normalzustands!