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Spendenaufruf für die Revision des Urteils im Bernburg-Prozess (Sachsen-Anhalt)

Abdurrahman E., der im September 2013 einen Angriff von einer Gruppe Neonazis auf dem Bahnhof von Bernburg nur knapp überlebte, will das schockierende Urteil des Landgerichts Magdeburg im Prozess anfechten. Dafür brauchen er und seine Angehörigen Ihre und Eure Unterstützung.

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150 Menschen bei WM-kritischer Kundgebung in Leipzig

* Gedenken an Nuno Lourenço +++ Partypatriotismus schafft Ausgrenzung und Rassismus +++ Solidarität mit Protestierenden in Brasilien +++*

Am Montag, dem 16. Juni 2014, führte die Initiative “Love Football – Hate the World Cup!” in Kooperation mit der der Gruppe “Rassismus tötet!”-Leipzig eine Kundgebung in der Kochstraße, in Höhe der Südbrause (Connewitz), durch. Anlass der Aktion war die beginnende Fußballweltmeisterschaft der Herren sowie das erste Spiel des deutschen Teams gegen das portugiesische.

„150 Personen solidarisierten sich mit unserem Vorhaben und setzten damit ein Zeichen gegen den so genannten Partypatriotismus und seinen menschenverachtenden Auswüchsen.“, so Gretel Bergmann von der Initiative “Love Football – Hate the World Cup!”. Mit der Kundgebung wurde auch an Nuno Lourenço gedacht, den Neonazis während WM 1998 ermordeten, nachdem das deutsche Team gegen Kroatien ein Spiel verlor.

Der portugiesische Zimmermann Nuno Lourenço wurde am 4. Juli 1998 während der Weltmeisterschaft von acht 15- bis 21-jährigen Neonazis angegriffen, nachdem die deutsche Elf gegen die kroatische ein Spiel verlor. Die Angreifer wollten aus Rache für den Ausgang des Spiels „Ausländer hacken“ gehen. Der damals 49-Jährigen wurde mit einer Eisenkette geschlagen und gewürgt, bis er am Boden lag. Dann traten sie mit Springerstiefeln weiter auf ihn ein. Nuno Lourenço wurde mit schweren Verletzungen und inneren Blutungen in ein Leipziger Krankenhaus gebracht. Am 29. Dezember 1998 starb Nuno Lourenço in Folge des Angriffs an seinen schweren Verletzungen in Portugal.

Bergmann: “Die Täter wurden zwar gefasst, aber das Landgericht erkannte kein rassistisches Motiv und wertete die Tat lediglich als Körperverletzung mit Todesfolge. Auch im weiteren zeigt das Landgericht sowie der zuständige Richter, Norbert Göbel, wie bedeutungslos ihnen der Fall war: Sie setzten keinen Termin für den Haftantritt fest, unterließen es „versehentlich“ über die Kosten der Nebenklage zu entscheiden, aber verzichteten darauf, den verurteilten Neonazis die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. Damit verschuldete sich die Witwe Noemia Lourenço mit über 17.500 Euro.”

Dieser „Fehler“ ist bis heute nicht behoben.

hate-wm-2Der Mord an Nuno Lourenço ist dabei nur das krasseste Beispiel, wohin die Identifizierung mit einer Nation führen kann. Seit mehreren Jahren wird der schwarz-rot-goldene Taumel als „unverkrampfter” Partypatriotismus gefeiert und verharmlost. Dadurch werden die unzähligen menschenverachtenden Exzesse, die während internationaler Fußballturniere auftreten, verschwiegen.”, so Gretel Bergmann.

Mit der Kundgebung solidarisierten sich die Teilnehmenden mit den Protestierenden in Brasilien. Diese treten unter dem Motto „Ohne Rechte wird es keine WM geben” für den freien Zugang zu qualitativ-besserer Bildung, zum Gesundheitssektor, zu bezahlbaren öffentlichen Personenverkehr und das Recht, auch weiterhin in der Stadt leben zu können, ein. Viele der der Demonstrant_innen wurde mit der Austragung der WM sozialer Aufstieg versprochen, erhalten haben sie hingegen schlechte Bezahlung, die Verdrängung aus ihrem Wohngebieten , die Zwangsräumung aus ihren Hütten und Häusern sowie Kriminalisierung und Stigmatisierung marginalisierter Bevölkerungsgruppen sowie jener, die an den Protesten teilnehmen.

“Mit der Annahme”, so Bergmann abschließend, “sportliche Großereignisse seien ein Vorteil für die gesamte Bevölkerung des gastgebenden Landes, muss Schluss sein. Die derzeitigen Zustände in Brasilien zeigen so deutlich wie nie, dass diese Aussage falsch ist. Politiker_innen glänzen mit der Durchführung der Spiele und überspielen dabei soziale Probleme bzw. bekämpfen die Betroffenen. Ökonomisch-benachteiligte Menschen werden und bleiben immer von diesen Events sowie versprochenen sozialen Aufstieg ausgeschlossen.”

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Leipzig: LOVE FOOTBALL – HATE THE WORLD CUP! – Kundgebung am 16.06. in Connewitz

In Gedenken an Nuno Lourenço – 1998 in Leipzig während der WM von Faschisten ermordet

In den letzten Jahren packen “die Deutschen” anlässlich internationaler Fußballturniere der deutschen Herren gerne wieder in Massen das schwarz-rot-goldene Banner aus und freuen sich lauthals darüber, “Deutsche” zu sein. In der bürgerlichen Öffentlichkeit wird das Spektakel als “unverkrampfter” Partypatriotismus gefeiert, der negative Auswirkungen nicht kennt.

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Redebeitrag auf der Demo „Refugees welcome“ am 24.5.2014

Seitdem im September 2013 der Bau einer Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde bekannt wurde, regt sich in Leipzig Protest aus der Neonazi-Szene, aber auch aus der bürgerlichen Ecke. Einwände, wie „der Islam gehört nicht zu Deutschland“, eine vermeintliche drohende Überfremdung der Stadt, inner-islamische Auseinandersetzungen oder aber die Ungeeignetheit des Standortes im Leipziger Ortsteil Gohlis heizen die Stimmung an.

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Antirassistische Aktionstage vom 10.-24.05. in Leipzig

Wie auch im letzten Jahr organisieren wir gemeinsam mit anderen Gruppe im Mai antirassistissche Aktionstage.

Mobivideo

http://www.youtube.com/watch?v=UWe8qz8fALQ&feature

Flyer

Antirassistische Aktionstage 2014