{"id":807,"date":"2013-05-10T18:52:31","date_gmt":"2013-05-10T16:52:31","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=807"},"modified":"2013-06-08T17:49:51","modified_gmt":"2013-06-08T15:49:51","slug":"aktionstage-in-leipzig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/aktionstage-in-leipzig\/","title":{"rendered":"Antirassistische Aktionstage in Leipzig vom 11.5.-18.5. von &#8222;Rassismus t\u00f6tet!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcbersicht \u00fcber Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen der antirassistischen Aktionstage vom 11. bis 18. Mai in Leipzig: Stadtrundgang auf rassistischen Spuren, Videokundgebung, Vortr\u00e4ge,\u00a0 Ausstellung, Soli-Veranstaltung.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 26.05.1993 beschloss der Deutsche Bundestag mit Stimmen der regierenden CDU\/CSU und FDP sowie der oppositionellen SPD die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, den sogenannten Asylkompromiss\u201c. Dem waren Monate rassistischer Gewalt und Hetze vorausgegangen. Das Zusammenspiel von rassistischer Gewalt auf der Stra\u00dfe, applaudierenden B\u00fcrger*innen und einer rassistischen Gesetzgebung tr\u00e4gt sich bis heute fort: die Asylgesetzgebung degradiert und kriminalisiert Menschen, die in Deutschland bzw. Europa Zuflucht suchen, zu Menschen zweiter Klasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf lokaler und bundesweiter Ebene machen B\u00fcrger*innen gegen Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Asylsuchende in ihrer Nachbarschaft mobil, Politiker*innen \u00fcben sich in kruder rassistischer Stimmungsmache und Nazis ziehen mordend durchs Land, ohne dass die Beh\u00f6rden deren rassistische, menschenverachtende Motivation auch nur im Ansatz erkannten. Vielmehr erfuhren diese sogar eine staatliche F\u00f6rderung und selbst nach dem Bekanntwerden der NSU-Morde fand keinerlei Umsteuern statt, sondern staatliche Vertreter*innen machten sich mehr Gedanken um das Ansehen Deutschlands, als sich bei Angeh\u00f6rigen zu entschuldigen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen oder eigene Fehler oder eigenes Agieren zu reflektieren und einzugestehen. Aber auch antifaschistische Strukturen m\u00fcssen nach dem Auffliegen der NSU-Mordserie reflektieren, weshalb in den Morden zum Zeitpunkt der Tat selten oder gar keine rassistischen Motive gesucht wurden. Deutschland macht sich gleichzeitig zum Vorreiter der Europ\u00e4isierung der rassistischen Abschottungspolitik, durch die bereits tausende Menschen get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese rassistischen Zust\u00e4nde gilt es zu benennen und zu bek\u00e4mpfen. Erinnern hei\u00dft K\u00e4mpfen!\u201c ist f\u00fcr uns darum keine blo\u00dfe Phrase, sondern Handlungsmaxime. Es geht darum, bestehende antirassistische K\u00e4mpfe zu unterst\u00fctzen und mit dem Kampf um die Erinnerung an die Pogrome und Morde zu verbinden. Den alten und neuen T\u00e4ter*innen gilt unser Kampf, den Betroffenen der rassistischen Verh\u00e4ltnisse gilt unsere Solidarit\u00e4t!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den bundesweiten Aufruf zu den Aktionstagen findest du <a href=\"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/index.php\/antirassistische-aktionswoche-2013\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aktionstage in Leipzig:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Samstag 11.05., 13 Uhr, Riebeckstra\u00dfe\/Prager Stra\u00dfe, Stadtrundgang \u201cRassistische Normalit\u00e4t in Leipzig \u2013 eine Spurensuche\u201d<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leipzig ist eine weltoffene Stadt!\u201c \u2013 Eine Aussage, die in dieser Stadt zu jedweder Gelegenheit gebetsm\u00fchlenartig vor sich her getragen wird. Doch sp\u00e4testens im Zuge der in vielen F\u00e4llen rassistisch gef\u00fchrten \u201cAsyldebatte\u201d im vergangenen Jahr, ist die deutliche Differenz zwischen Anspruch und Realit\u00e4t sichtbar geworden. Daher wollen wir uns im Rahmen eines antirassistischen Stadtspaziergangs auf die Suche nach rassistischen Spuren in Leipzig begeben. Damit soll deutlich gemacht werden, dass diese Ideologien weder der Vergangenheit angeh\u00f6ren, noch lediglich ein Problem an den so genannten \u201erechten Rand\u201c ist, sondern dass die gegenw\u00e4rtigen Gesellschaften auf der Unterscheidung von Menschen nach Hautfarbe, Herkunft oder Religion aufbauen. Bei dem Rundgang durch die Stadt sollen sowohl institutioneller Rassismus in staatlichen Strukturen wie der \u201cAusl\u00e4nderbeh\u00f6rde\u201d, als auch Themen wie Kolonialismus, Antiziganismus, rassistische Polizeikontrollen und rechte Morden, vor Ort problematisiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Samstag 11.05., 17 Uhr, Zolle (Zollschuppenstra\u00dfe 11), Vortrag \u201cRassistische Asylpolitik in Deutschland\u201d + Film<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seitdem im M\u00e4rz 2012 gefl\u00fcchtete Menschen angefangen haben, sich kollektiv gegen die Residenzpflicht und die Kasanierung in Lagern in der BRD zu organisieren, hat sich eine bis heute \u00f6ffentlich nie so pr\u00e4sente Protestbewegung entwickelt. Die Opferrolle der Marginalisierten zur\u00fcckweisend, fordern Menschen hier, wie \u00fcberall in Europa, die Abschaffung rassistischer Alltagspraxen. Zur konkreten Situation der Fl\u00fcchtlinge in ihrem Alltag wird es einen Vortrag und im Anschluss einen thematisch passenden Film geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Veranstaltende Gruppe: Prisma<br \/>\nprisma@inventati.org<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Dienstag 14.05., 19 Uhr, Interkulturelles Konversationscaf\u00e9 (Emilienstra\u00dfe 17), Vortrag &#8222;Abschaffung des Grundrechts auf Asyl und antirassistische K\u00e4mpfe\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beginnend in den 1970er und 1980er Jahren wurde eine rassistische Stimmungsmache gegen Migrant_innen betrieben, welche sich Anfang der 1990er in Pogromen, Brandanschl\u00e4gen, \u00dcberf\u00e4llen und zahlreichen Todesopfern zuspitzte. 1993 wurde das Grundrecht auf Asyl in Deutschland de facto abgeschafft. Im Vortrag und der anschlie\u00dfenden Diskussion soll vor allem gekl\u00e4rt werden, was dieser sogenannte \u201cAsylkompromiss\u201d beinhaltet und was es seitdem f\u00fcr antirassistissche K\u00e4mpfe gegen altt\u00e4glichen und institutionellen Rassimus gibt. Weiterhin soll die bundesweite Kampagne \u201cRassismus t\u00f6tet!\u201d sowie ihre Arbeitsweise vorgestellt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Veranstaltende Gruppe:&#8220; Rassismus t\u00f6tet!&#8220; &#8211; Leipzig<br \/>\nrassismus-toetet-leipzig.org<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Mittwoch 15.05.,\u00a0 20 Uhr, Marktplatz, Videokundgebung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen der Aktionswoche anl\u00e4sslich der faktischen Abschaffung des Asylrechts vor 20 Jahren, wird es eine Videokundgebung in der Leipziger Innenstadt geben. Vor Ort gezeigt werden Videos, die die Vorgeschichte zur Entscheidung im Parlament beleuchten, sowie einen Eindruck der damaligen rassistischen Hetze im wiedervereinigten Deutschland vermitteln. Am Beispiel aktueller Debatten soll gezeigt werden, dass all dies bis heute Kontinuit\u00e4t hat \u2013 auch hier in Leipzig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Veranstaltende Gruppe: &#8222;Rassismus T\u00f6tet!&#8220; &#8211; Leipzig<br \/>\nrassismus-toetet-leipzig.org<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Donnerstag 16.05., 19 Uhr, Conne Island (Koburger Stra\u00dfe 3) Vortrag \u201cKritik der Migrationspolitik\u201d<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Migration ist ein wesentlicher Bestandteil der kapitalistischen Produktionsweise und stellt diese vor immer neue Herausforderungen. An den europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenzen sterben Jahr f\u00fcr Jahr tausende Menschen, doch trotz massiver Abschottung gelingt vielen die Einreise in ein Europa, das die Gefl\u00fcchteten systematisch nach dem Grad ihrer Produktivit\u00e4t aussortiert und entrechtet. Die europ\u00e4ische Integration hat eine Migrationspolitik hervorgebracht, welche klassische staatstheoretische Argumentationen vor neue \u00dcberlegungen stellt. Bedeutet diese doch die Herausbildung eines den Nationen \u00fcberlagerndes Territoriums, einer transnationalen Bev\u00f6lkerungsregulierung sowie die Verschiebung von Gewaltmonopol und Staatsb\u00fcrgerschaft. Der Vortrag soll sich aus einer kritisch-materialistischen Perspektive mit diesen Entwicklungen auseinandersetzen und dabei auch auf die Fragen eingehen, welche Konsequenzen sich aus staatstheoretischer Sicht f\u00fcr eine emanzipatorische linke Praxis ergeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vortrag und Diskussion mit Dr. John Kannankulam (Uni Marburg)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Veranstaltende Gruppe: the future is unwritten<br \/>\nunwritten-future.org<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Samstag 18.05., 19 Uhr, Libelle (Kolonnadenstra\u00dfe 19), Vortrag \u201cVon der faktischen Abschaffung des Asylrechts \u00fcber die Drittstaatenl\u00f6sung zu Dublin II \u2013 No-Border-K\u00e4mpfe in Europa\u201d + Vok\u00fc + Cocktails<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl in der BRD 1993 kam es zu der Einf\u00fchrung der sogenannten Drittstaatenregelung in Deutschland welche sp\u00e4ter durch das Dublin-Abkommen auf die europ\u00e4ische Ebene erweitert wurde. Welche Folgen diese rassistische, restriktive Grenzpolitik f\u00fcr Migrant*innen an den EU-Au\u00dfenund Schengenraumgrenzen hat wollen wir in einem kurzen Input erl\u00e4utern. Au\u00dferdem wollen wir \u00fcber die aus dieser Situation entstandenen No-Border-Bewegungen in Europa diskutieren und einige vorstellen. Wir laden euch ein mit uns bei einem leckeren veganen Essen zu diskutieren und Cocktails zu genie\u00dfen. Die Einnahmen wollen wir einem No-Border-Netzwerk spenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Veranstaltende Gruppe: Initiative Grenzenlos<br \/>\ngrenzenlos.antira.info<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ausstellung: Diskriminierung von Roma in Tschechien, linXXnet (Bornaische Str. 3d)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ausstellung zeigt fotographische Eindr\u00fccke aus der Stadt Varnsdorf in Nordtschechien, wo in den Jahren 2011 und 2012 regelm\u00e4\u00dfig Demonstrationen gegen die ans\u00e4ssige Roma-Bev\u00f6lkerung stattfinden. Die Demos wurden sowohl von Nazis als auch \u201cNormal\u201d-B\u00fcrger_innen organisiert und besucht. Die Bilder des Fotographen Theodor Krampf (eintauchen.net) zeigen sowohl die Hassm\u00e4rsche und die daran Beteiligten als auch die Roma, ihre Lebensbedingungen, Unterst\u00fctzer_innen und Reaktionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Aufruf als Flyer (PDF) findest du <a href=\"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/le_aufruf_aktionstage.pdf\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcbersicht \u00fcber Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen der antirassistischen Aktionstage vom 11. bis 18. Mai in Leipzig: Stadtrundgang auf rassistischen Spuren, Videokundgebung, Vortr\u00e4ge,\u00a0 Ausstellung, Soli-Veranstaltung. Am 26.05.1993 beschloss der Deutsche Bundestag mit Stimmen der regierenden CDU\/CSU und FDP sowie der oppositionellen SPD die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, den sogenannten Asylkompromiss\u201c. 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