{"id":535,"date":"2012-10-28T18:02:31","date_gmt":"2012-10-28T16:02:31","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=535"},"modified":"2013-06-08T18:15:48","modified_gmt":"2013-06-08T16:15:48","slug":"pm-zur-demo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/pm-zur-demo\/","title":{"rendered":"PM zur Demonstration"},"content":{"rendered":"<p>Am 27.10.2012 demonstrierten in Leipzig \u00fcber 1500 Menschen unter dem Motto \u201eNever forgive, Never forget \u2013 Remembering means fighting\u201c gegen Rassismus. Ein Anlass der Demonstration, die von der Leipziger Kampagnengruppe \u201eRassismus t\u00f6tet!\u201c organisiert wurde, war der zweite Todestag von Kamal K., der im Oktober 2010 am Leipziger Hauptbahnhof von zwei Neonazis ermordet wurde. Auch an die f\u00fcnf anderen Menschen, die seit 1990 in Leipzig gewaltsam zu Tode kamen, weil sie nicht ins Weltbild ihrer M\u00f6rder passten, wurde im Rahmen der Demonstration erinnert. So lief der Demo-Zug am Schwanenteich an der Oper vorbei, wo der wohnungslose Karl-Heinz T. im August 2008 von einem Nazi schwer verletzte wurde, so dass er wenig sp\u00e4ter an den Folgen verstarb. An der Ritterpassage gegen\u00fcber des Hauptbahnhofes gedachten die DemonstrationsteilnehmerInnen mit einer Schweigeminute des ermordeten Kamal K. Mit einer Zwischenkundgebung vor der Staatsanwaltschaft wurde die negative Rolle von staatlichen Beh\u00f6rden und Justiz bei der Aufkl\u00e4rung und Anerkennung solcher Gewalttaten als rechts motiviert kritisiert. Der St\u00fctzpunkt der lokalen und regionalen Naziszene, das NPD-Zentrum in der Odermannstra\u00dfe 8, war der letzte Punkt der Demonstration.<\/p>\n<p>Zahlreiche Redebeitr\u00e4ge thematisierten den allgegenw\u00e4rtigen gesellschaftlichen und staatlichen Rassismus. Migrant*innen erfahren in Deutschland tagt\u00e4glich Diskriminierung und Ausgrenzung. Fl\u00fcchtlinge, die in Deutschland Asyl suchen, sind davon besonders betroffen. Sie d\u00fcrfen weder in eigenen Wohnungen leben noch d\u00fcrfen sie sich frei bewegen oder einer Erwerbsarbeit nachgehen. Diese politisch gewollte Ausgrenzung geht mit einem krassen gesellschaftlichen Rassismus einher. Auch heute organisieren sich bundesweit B\u00fcrger*innen gegen die Errichtung von Asylsuchenden-Unterk\u00fcnften. In Leipzig machten im Sommer vor allem AnwohnerInnen in Portitz und Wahren gegen Fl\u00fcchtlinge mobil und propagierten rassistische Ressentiments.<\/p>\n<p>\u201eWir haben mit der Demonstration ein unmissverst\u00e4ndliches Zeichen gegen den rassistischen Normalzustand gesetzt und die Menschen gew\u00fcrdigt, die durch menschenverachtende Gewalt sogar ihr Leben lassen mussten. Rechte Gewalt ist immer Produkt eines gesellschaftlichen Klimas.\u201c so Miriam Schleicher, Pressesprecherin der Leipziger Kampagnengruppe.<br \/>\n\u201eDass die Polizei dieses Klima pr\u00e4gt zeigen nicht nur ihre rassistische Kontroll- und Strafverfolgungspraxis (\u201eracial profiling\u201c) oder die nachl\u00e4ssige Ermittlungsarbeit bei rassistisch motivierten \u00dcbergriffen. Auch der vollkommen \u00fcberdimensionierte Einsatz bei der Demonstration beweist, dass antirassistische und antifaschistische Praxis dem Staat ein Dorn sind.\u201c<br \/>\nDie Polizei begleitete die Demonstration mit einem massiven Aufgebot \u2013 teilweise umschlossen drei- bis vierreihige Polizeieinheiten den Zug \u2013 so dass das inhaltliche Anliegen zum Teil nicht mehr transportiert werden konnte. Mehrere kommunikative Versuche diese Situation zu \u00e4ndern, scheiterten. Erst durch den Stopp der Demonstration an der Angerbr\u00fccke konnte der R\u00fcckzug von Beamt*innen erwirkt werden.<br \/>\nAls in der Innenstadt ein 15 mal 5 Meter gro\u00dfes Transparent mit dem Schriftzug \u201eRassismus t\u00f6tet. Durch Pogrome, Asylgesetzgebung, geistige Brandstiftung, Pogrome\u201c enth\u00fcllt wurde, reagierten die polizeilichen Einsatzkr\u00e4fte vollkommen hysterisch. Mehrmal wurde der Demonstrationszug zudem grundlos abgefilmt.<br \/>\n\u201eScheinbar will die Polizei antirassistisches und antifaschistisches Engagement repressiv unterbinden und auch in der \u00d6ffentlichkeit als potentiell kriminell darstellen. Das lassen wir uns nicht bieten. Wir werden weiter gegen den rassistischen Normalzustand k\u00e4mpfen.\u201c so Miriam Schleicher im Namen der Leipziger \u201eRassismus t\u00f6tet!\u201c-Gruppe.<\/p>\n<p>Schon n\u00e4chste Woche wird es in Leipzig dazu Gelegenheit geben. Am 1.11.2012 will die NPD in Leipzig zwei Kundgebungen abhalten. Eine davon vor einer zuk\u00fcnftigen Unterkunft f\u00fcr Asylsuchende in Wahren, die andere vor einer Moscheegemeinde in der Roscherstra\u00dfe. Vor diesem Hintergrund melden sich Wahrener B\u00fcrger*innen wiederum aggressiv und rassistisch zu Wort. Das Problem ist f\u00fcr sie allerdings nicht die NPD und deren rassistisches Weltbild, sondern die Unterbringung von Asylsuchenden in ihrer Nachbarschaft und vermeintliche \u201eLinksextremist*innen\u201c, die die \u201ebeschauliche Ruhe\u201c in Wahren st\u00f6ren.<br \/>\n\u201eWir werden die rassistische Stimmungsmache der Wahrener*innen, die sich als Kritik an mangelnder Einbeziehung durch die Stadtverwaltung tarnt, nicht unwidersprochen stehen lassen.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr R\u00fcckfragen:<br \/>\nMiriam Schleicher, initiativkreis@riseup.net, Tel. Tel.: 01577-9591731<\/p>\n<p>Rassismus t\u00f6tet! Leipzig<br \/>\n<a href=\"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\">rassismus-toetet-leipzig.org<\/a><br \/>\ninitiativkreis@riseup.net<\/p>\n<p>Leipzig, 28.10.2012<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bilder:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/secure.flickr.com\/photos\/pm_cheung\/sets\/72157631867214521\/\">https:\/\/secure.flickr.com\/photos\/pm_cheung\/sets\/72157631867214521\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/secure.flickr.com\/photos\/rassloff\/sets\/72157631866632368\/\">https:\/\/secure.flickr.com\/photos\/rassloff\/sets\/72157631866632368\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/secure.flickr.com\/photos\/boeseraltermannberlin\/sets\/72157631865892853\/\">https:\/\/secure.flickr.com\/photos\/boeseraltermannberlin\/sets\/72157631865892853\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27.10.2012 demonstrierten in Leipzig \u00fcber 1500 Menschen unter dem Motto \u201eNever forgive, Never forget \u2013 Remembering means fighting\u201c gegen Rassismus. 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