{"id":2715,"date":"2025-08-31T17:35:16","date_gmt":"2025-08-31T15:35:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/?p=2715"},"modified":"2025-10-02T18:44:50","modified_gmt":"2025-10-02T16:44:50","slug":"aufruf-gedenken-erkaempfen-autonom-antifaschistisch-ten-more-years-of-anger-and-sorrow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/aufruf-gedenken-erkaempfen-autonom-antifaschistisch-ten-more-years-of-anger-and-sorrow\/","title":{"rendered":"Aufruf: Gedenken erk\u00e4mpfen \u2013 autonom, antifaschistisch! &#8211;  Ten more Years of Anger and Sorrow"},"content":{"rendered":"<div id=\"wiki_594821\">\n<div class=\"wiki\">\n<h3><strong>Gedenken erk\u00e4mpfen \u2013 autonom, antifaschistisch!<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Ten more Years of Anger and Sorrow<\/strong><\/h3>\n<p>In den letzten 15 Jahren haben wir versucht, ein kritisches und antifaschistisches Erinnern an den rassistischen Mord an Kamal K., aber auch die anderen <a href=\"https:\/\/www.niemals-vergessen.org\/\">rechten Morde in Leipzig zu etablieren<\/a>, ihre gesellschaftlichen Ursachen aufzuarbeiten und uns gegen eine rassistische gesellschaftliche Kontinuit\u00e4t zu stellen. Daran hat sich in den letzten 10 Jahren nichts ge\u00e4ndert. Bereits vor 10 Jahren zur <a href=\"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/aufruf-zur-demonstration-am-24-10-5-years-of-anger-and-sorrow-fight-racism\/\">Gedenkdemo 2015<\/a> stellten wir fest:<\/p>\n<h3><strong>\u201cLeipzig t\u00f6tet!\u201d<\/strong><\/h3>\n<blockquote><p>\u201cKamal K., Horst K. und Gerhard Helmut B. sind lediglich drei von mindestens zehn Todesopfern \u2013 Gerhard S., Klaus R., Achmed B., Bernd G., Nuno L., Thomas K., Karl-Heinz T. \u2013 rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig. Alle wurden aufgrund von rassistischen, sozialdarwinistischen oder homosexuellenfeindlichen Einstellungen der T\u00e4ter ermordet. An sie und alle anderen Todesopfer sowie Betroffenen rechter Gewalt wollen wir mit dieser Demonstration erinnern. Die dauerhafte Auseinandersetzung mit den Morden ist notwendig, sind diese doch lediglich ein Spiegelbild gesellschaftlicher Zust\u00e4nde, jener also, die solche Morde erst m\u00f6glich machen. Es ist die Akzeptanz und die Anerkennung von Aussagen und Meinungen die gegen Menschen gerichtet sind, die nicht den deutschen Norm- und Wertvorstellungen \u2013 wei\u00df, heterosexuell, besitzend, lohnarbeitend \u2013 entsprechen und somit abgewertet werden.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch zehn Jahre sp\u00e4ter hat das Morden in Deutschland kein Ende. In M\u00fcnchen, Halle, Hanau, Kassel, Solingen und vielen weiteren Orten in Deutschland wurden seit unserem Aufruf im Jahr 2015 Menschen aus rechten Motiven ermordet. Noch nicht benannt sind damit die unz\u00e4hligen Betroffenen rechter Gewalt, die Bedrohten, die Verletzten und die Angeh\u00f6rigen, die zwar mit dem Leben davongekommen sind, deren Leben durch die Taten aber oft schwerwiegend beeintr\u00e4chtigt bleibt.<\/p>\n<p>Rassismus und andere menschenverachtenden Einstellungen werden nicht erst dann wirkm\u00e4chtig, wenn T\u00e4ter*innen morden. 859 rechte Angriffe dokumentierte die <a href=\"https:\/\/www.raa-sachsen.de\/support\/statistik\">Opferberatung <span class=\"caps\">RAA<\/span> im Zeitraum von 2009 \u2013 2024 alleine in der Stadt Leipzig<\/a>. Auch bei rechten Morden muss, wie bei allen rechten Gewalttaten, davon ausgegangen werden, dass die Dunkelziffer weitaus h\u00f6her ist.<\/p>\n<h3><strong>\u201cSachsen t\u00f6tet! Deutschland auch!\u201d<\/strong><\/h3>\n<p>Christopher W., Ruth K., Andr\u00e9 K., Marwa el-Sherbini, Bernd S., Patrick T., Peter T., Mike Z., Waltraud S., Jorge Gomondai, G\u00fcnter T., Christa G., Michael G., Mario L. und laut dem Historiker Harry Waibel gibt es vier weitere namentlich unbekannte Todesopfer rechter Gewalt, seit 1990 in Sachsen. Der rechtsmotivierte Mord an Christopher W. wurde dieses Jahr von Seiten des S\u00e4chsischen Innenministeriums sogar <a href=\"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/kritik-an-streichung-des-rechten-mordes-in-aue-durch-das-innenministerium-sachsen-und-aufruf-zur-gedenkdemonstration\/\">nachtr\u00e4glich aus der Statistik zu Todesopfern rechter Gewalt entfernt<\/a>. Seit Jahrzehnten wird rechte Gewalt in Sachsen und Deutschland verharmlost und vertuscht.<\/p>\n<p>Unsere Aussage zu Rassismus und neonazistisches Denken von 2015 wollen wir korrigieren. Damals schrieben wir:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cDas Reden \u00fcber Rassismus und Rassist*innen scheint vorwiegend ein Reden \u00fcber etwas Vergangenes zu sein. Zumeist wird Rassismus mit dem Nationalsozialismus sowie mit neonazistischen Denken in Verbindung gebracht. Dies verkennt jedoch die Dimension rassistischer sowie generell menschenverachtender Einstellungen und kann als eine Ursache f\u00fcr das Nicht (An-)Erkennen rechter Gewalt angesehen werden, was in der Aufarbeitung des <span class=\"caps\">NSU<\/span>-Komplexes deutlich wird.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Heute sind wir der Meinung: Das Reden \u00fcber Rassismus scheint nicht mehr \u00fcber etwas Vergangenes zu sein. Rechte und neonazistische Einstellungen sind gesellschaftsf\u00e4higer, jede*r kann sie offenkundig vertreten und inzwischen ist die \u00f6ffentliche Aufregung dar\u00fcber gering. Neonazis, AfD und fast alle etablierten Parteien haben sich untereinander verst\u00e4ndigt, dass \u201cdie Migration\u201d das Problem sei. Unterschiede gibt es lediglich formelle, wie \u201cdas Problem\u201d gel\u00f6st werden soll. Das rechte Narrativ vom \u201cFremden\u201d und \u201cundeutschen\u201d als Feind hat sich in der Mehrheitsgesellschaft durchgesetzt und Menschen, die einen vermeintlichen Migrationshintergrund haben, wird immer noch abgesprochen, Teil dieser Gesellschaft zu sein.<\/p>\n<p>Die Entwicklung der letzten Monate und Jahre gerade in Sachsen zeigt, wie sehr aus dem rhetorischen Kampf, wiederum Realpolitik entsteht.<br \/>\nDer s\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident Kretschmer fordert bereits seit l\u00e4ngerem einen Kurswechsel im Umgang mit den \u201cThemen\u201d der AfD und der Partei an sich. Erst dieses Jahr erkl\u00e4rte er, es sei notwendig \u201cdie Realit\u00e4ten in unserem Land anzuerkennen und wahrzunehmen, was die Mehrheit der Menschen einfordert von der Politik \u2013 allem voran beim Thema Migration\u201d.<\/p>\n<p>Geleugnet wird dabei stets, dass diese eingeforderte rassistische Politik eben nicht einfach so aufgekommen ist, weder erst mit der Gr\u00fcndung der AfD, noch ist sie einfach vom Himmel gefallen. Die fortschreitende Radikalisierung autorit\u00e4rer und menschenfeindlicher Ansichten hat sich in der gesamten politischen Landschaft im Freistaat und auch auf Bundesebene bemerkbar gemacht. Grenzkontrollen, Abschiebungen, rassistische Narrative und Racial Profiling sind schon lange keine Praxen mehr, die f\u00fcr politischen Aufruhr sorgen.<\/p>\n<p>Diese \u2013 die deutschen \u2013 Zust\u00e4nde t\u00f6ten. Sie t\u00f6ten au\u00dferhalb des eigenen Staatsgebietes, in dem sie Menschen den r\u00e4umlichen Zugang zu Sicherheit vor Krieg und Armut verweigern. Sie t\u00f6ten an den europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenzen, wo sie mit Frontex mitverantwortlich f\u00fcr Push-Backs und massenhaftes Ertrinken im Mittelmeer sind. <a href=\"https:\/\/www.ari-dok.org\/\">Und sie t\u00f6ten hier, in Deutschland<\/a>, in Sachsen, in Leipzig durch konkrete Individuen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, \u201cVolk\u201d und \u201cVaterland\u201d bis aufs Blut zu verteidigen. Dass es das Blut derer ist, die sie als \u201canders\u201d begreifen, versteht sich von selbst und sie k\u00f6nnen sich als legitime Vollstrecker des Volkswillens der schweigenden Mehrheit und AfD-W\u00e4hler*innen f\u00fchlen.<\/p>\n<h3><strong>\u201cDie Mauer fiel uns auf den Kopf\u201d \u2013 Iman al Nassre und Diane Izabiliza<\/strong><\/h3>\n<p>Ein Blick auf die Dokumentation rechter \u00dcbergriffe zeigt, dass es sich dabei nicht um ein neueres Ph\u00e4nomen handelt, sondern dass sich diese Entwicklung seit den 1990er-Jahren hinzieht. Der Mauerfall und die ihn umgebenden Narrative lie\u00dfen eine wichtige Komponente au\u00dfen vor: Das Rassismus und rechte Gewalt Motoren der deutschen Wende waren. Sie trugen zum Entstehen einer militanten Neonaziszene in Gesamtdeutschland bei, die <a href=\"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/name-it-face-it-rechten-terror-bekaempfen\/\">schlie\u00dflich zur Gr\u00fcndung von Neonazi-Terrororganisationen wie dem \u201cNationalsozialistischen Untergrund\u201d (<span class=\"caps\">NSU<\/span>) f\u00fchrten<\/a>. Grundlage hierf\u00fcr ist die Fortexistenz nationalsozialistischer Ideologiefragmente \u2013 sowohl in Ost-, als auch in Westdeutschland \u2013 sowie die sogenannte Wiedervereinigung, die wie ein Fanal auf die rechte Szene wirkte. Die Wende brachte die M\u00f6glichkeit, deutsche Geschichte neu zuschreiben. Auf einmal war \u201cman wieder wer\u201d, man war \u201cein Volk\u201d.<\/p>\n<p>Und in Leipzig, dem selbsternannten Nabel der \u201cWiedervereinigung\u201d erst recht. Durch die Beschw\u00f6rung eines demokratischen und antidiktatorischen Aufstands im Jahr 1989 wurde ein Mythos geschaffen, der dem nationalen Kollektiv einen positiven Bezug auf Deutschland erm\u00f6glichen soll. Die Zelebrierung einer quasi zweiten \u2013 aber diesmal durchweg positiv besetzten \u2013 Geburt der Berliner Republik geht mit der rhetorischen Gleichsetzung von <span class=\"caps\">DDR<\/span> und Nationalsozialismus einher. Die Deutschen werden dadurch nicht nur zu blo\u00dfen Opfern zweier Diktaturen stilisiert, vielmehr gelingt es ihnen, sich von der Verantwortung f\u00fcr die Verbrechen des Nationalsozialismus weiter zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>So wird die Erz\u00e4hlung von einem gel\u00e4uterten Deutschland, das die Lehren aus der Geschichte gezogen habe und nun als eine bessere Nation mit unbeschwertem Selbstbewusstsein auftreten kann, aufs Neue bekr\u00e4ftigt. In der vollzogenen Geschichtsgl\u00e4ttung gibt es selbstverst\u00e4ndlich keinen Platz f\u00fcr widerspr\u00fcchliche oder gar negative Aspekte, die dem konstruierten Selbstbild entgegen stehen. Stimmen von Betroffenen und jenen, die eben keinen Platz im nationalen Kollektiv haben, werden nicht geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Eine an St\u00e4rke gewinnende Rechte konnte sich so als Vollstrecker des Volkswillen verstehen und in den <a href=\"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/25-jahre-asylrechtsverschaerfung-sieben-thesen\/\">Asylrechtsversch\u00e4rfungen nach Pogromen in Deutschland<\/a>, wie in Rostock-Lichtenhagen gaben Staat und Gesellschaft ihnen Recht. In diesem Rahmen werden der brutale Anstieg von Antisemitismus und Rassismus nach der \u201cWiedervereinigung\u201d und die bis heute existenten menschenverachtenden Einstellungen in der Bev\u00f6lkerung konsequent verschwiegen.<\/p>\n<h3><strong>\u201cWas m\u00f6chte die Staatsanwaltschaft sehen, damit sie sicher ist, dass Kamal das Opfer eines geplanten, rassistischen Mordes geworden ist?\u201d \u2013 Kamals Mutter<\/strong><\/h3>\n<p>Seit dem milit\u00e4rischen Sieg der Alliierten \u00fcber den Nationalsozialismus im Jahr 1945 sind in den postnationalsozialistischen deutschen Staaten \u00fcber 400 Menschen Opfer rechter Gewalt geworden. Die F\u00e4lle rechter Gewalt sind so verschieden wie die Lebensrealit\u00e4ten der Betroffenen \u2013 und doch eine gemeinsame Erfahrung: Ihre Geschichten wurden verdr\u00e4ngt, verharmlost oder ganz vergessen.<\/p>\n<p>Lassen sich staatliche Akteur*innen dazu herab, \u00fcber rechte Morde zu sprechen, werden die konkreten Grund\u00fcberzeugungen, die sie bedingen, in der Regel nicht benannt. Wenn rassistische, sozialdarwinistische oder auch homosexuellenfeindliche Taten nicht als solche benannt werden, wenn nicht klar gemacht wird, dass Personengruppen gezielt als Opfer ausgew\u00e4hlt werden, der auch ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung feindlich gegen\u00fcberstehen, dann werden die Hintergr\u00fcnde verleugnet und die Verstrickung der Gesellschaft in die Taten verschleiert.<\/p>\n<p>Rechte Gewalt ist eben keine Gewalt, die sich gegen \u201cuns alle\u201d richtet, das ist eigentlich auch allen bewusst. Sie ist immer auch eine Botschaftstat an die, die vermeintlich nicht dazugeh\u00f6ren, die aus dem deutschen Kollektiv ausgeschlossen werden. Deshalb wird sich nicht mit ihren Bedingungen befasst, deshalb wird sie nicht verhindert. F\u00fcr den Staat und die Dominanzgesellschaft gibt es kein eigenes Interesse, sich damit zu befassen. Sie sind nicht betroffen. Im Gegenteil: Sie tragen weiterhin zum Bestehen dieser menschenfeindlichen Strukturen bei.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir in Leipzig von zehn Todesopfern rechter Gewalt und einem weiteren Verdachtsfall ausgehen, erkennt der deutsche Staat nur Kamal K., Achmed B., Nuno L. und Thomas K. als solche an. In Deutschland sind es oftmals die Hinterbliebenen, die um die Anerkennung ihrer ermordeten Angeh\u00f6rigen und gegen das Vergessen k\u00e4mpfen. Ohne ihre unerbittliche Arbeit \u2013 das beharrliche Erinnern, das Sammeln von Beweisen, das \u00f6ffentliche Sichtbarmachen der Taten \u2013 w\u00e4ren viele dieser Morde l\u00e4ngst im Dunkeln der Geschichte verschwunden.<\/p>\n<p>Der gesellschaftliche und staatliche Unwille zur Auseinandersetzung und Aufarbeitung zeigt sich auch in der Art, der Opfer zu gedenken. W\u00e4hrend die Stadt Leipzig j\u00e4hrlich Kr\u00e4nze zum sogenannten Volkstrauertag niederlegt, fanden die Opfer rechter Gewalt selten Eingang ins st\u00e4dtische Bild. Lange gab es keine Tafeln oder anderweitige Gestaltung von Gedenkorten, um ihrer zu erinnern. Die heute an den Tatorten vorzufindenden Denkm\u00e4ler entstanden durch Initiative von Betroffenen und Hinterbliebenen, wurden von solidarischen Menschen unterst\u00fctzt und mussten oft staatlichen Institutionen abgerungen werden.<\/p>\n<p>Die offizielle Erinnerung wird zur B\u00fchne der Selbstinszenierung: Reden, Kr\u00e4nze, mahnende Worte \u2013 alles mit dem Ziel, die eigene moralische Integrit\u00e4t zu demonstrieren. Ein Beispiel davon war 2024 in Gaschwitz beim Gedenken an Nuno L. zu erleben. Hier hielt der B\u00fcrgermeister von Markkleeberg nach einem Projekttag mit Sch\u00fcler*innen eine Rede in der es mehr um die gesellschaftliche Entwicklungen und m\u00f6glichen Wahlen in den <span class=\"caps\">USA<\/span> ging als um den rechten Mord in Gaschwitz. Nicht darum, dass die T\u00e4ter von damals noch heute in der Region leben. Nicht darum, wie sich die Gesellschaft in Sachsen entwickelt und die AfD zu jenem Zeitpunkt davor Stand, die Landtagswahl in Sachsen zu gewinnen.<\/p>\n<p>Ein solch selektives Gedenken \u2013 mangelnde Sichtbarkeit im st\u00e4dtischen Raum sowie fehlende Aufarbeitung rechter Strukturen und gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse, aber Erinnern, wenn es das st\u00e4dtische Image verlangt \u2013 instrumentalisiert Gedenken auf illegitime Weise. Dabei geht es nicht um die Betroffenen, nicht um die Hinterbliebenen, nicht darum zu verhindern, dass sich solche Taten wiederholen. Es geht lediglich um ein gel\u00e4utertes Image der Stadt. Aus solchem Gedenken folgt nichts.<\/p>\n<h3><strong>\u201cDeutschland und Stadt Hanau schulden mir ein Leben.\u201d \u2013 Emis G\u00fcrb\u00fcz<\/strong><\/h3>\n<p>Nach einem Jahrelangen Kampf ist nun ein Dokumentationszentrum zum <span class=\"caps\">NSU<\/span> \u201e<a href=\"https:\/\/offener-prozess.de\/\">Offener Prozess<\/a>\u201c in Chemnitz er\u00f6ffnet worden. Dort k\u00f6nnen die rassistischen Ermittlungsans\u00e4tze, die Verstrickungen der Beh\u00f6rden und auch der Kampf der Angeh\u00f6rigen um Anerkennung sehr gut nachvollzogen werden. Ein Besuch ist unbedingt empfehlenswert.<\/p>\n<p>Trotzdem kann man sich fragen, ob durch eine solche Institutionalisierung von Gedenken \u2013 der Staat als Geldgeber \u2013 der widerspenstige Stachel gezogen wird. Selbst im neuen Koalitionsvertrag hat man sich dar\u00fcber verst\u00e4ndigt, dass ein neues <span class=\"caps\">NSU<\/span>-Dokumentationszentrum entstehen soll. S\u00f6der hat sich h\u00f6chstpers\u00f6nlich daf\u00fcr eingesetzt, dass es nach N\u00fcrnberg kommt. Die Beauftragte kann also verlauten: \u201cDas ist f\u00fcr N\u00fcrnberg jetzt eine Riesenchance und ich glaube, das haben wir auch verdient, weil wir so viel Vorarbeit geleistet haben.\u201d Die <span class=\"caps\">CSU<\/span> hat es sich redlich verdient, eine neue Touristenattraktion in S\u00f6ders Heimatstadt!<\/p>\n<p>Oder eben wie im Fall Emis G\u00fcrb\u00fcz, die einen Eklat auf der diesj\u00e4hrigen Gedenkveranstaltung in Hanau ausgel\u00f6st hat, da sie wagte, Kritik an Staat und Stadt zu \u00fcben. Jetzt soll ein solches Gedenken laut der Stadt Hanau so nicht mehr stattfinden. Gedenken ja, aber bitte ohne Kritik der Angeh\u00f6rigen an staatlichen Institutionen.<\/p>\n<p>Doch nicht nur der Staat instrumentalisiert. Immer wieder kann beobachtet werden, dass bestimmte Str\u00f6mungen der radikalen Linken sich dem Gedenken aus instrumentellen Gr\u00fcnden widmen, die es bisher nicht getan haben. Hierbei negieren sie h\u00e4ufig die zentralen Bestandteile, die Rassismus, Antisemitismus, Sozialdarwinismus, Sexismus und Homosexuellenfeindlichkeit f\u00fcr die Struktur der Gesellschaft, in der wir leben, haben.<br \/>\nSie werden zu Nebenwiderspr\u00fcchen delegiert, die nach ihrer \u201cRevolution\u201d nicht mehr von Belangen seien und somit eine dezidierte Auseinandersetzung mit den Hintergr\u00fcnden rechter Gewalt verunm\u00f6glicht. Es wird sich des eigenen Standpunktes selbst vergewissert, indem Ermordete zu \u201cM\u00e4rtyrer*innen\u201d einer Klasse stilisiert werden, die \u201cim Kampf f\u00fcr unsere Sache gefallen\u201d seien. Die eigene \u201cKampfesbereitschaft\u201d wird immer wieder betont, auch wenn man weder die Begrifflichkeiten, noch die Theorie oder die Praxis hat \u2013 oder \u00fcberhaupt haben will \u2013 um sich der t\u00f6dlichen Gewalt entgegen stellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3><strong>Gedenken autonom, antifaschistisch<\/strong><\/h3>\n<p>Es muss also ein autonomes, antifaschistisches Gedenken geben. Aber warum \u00fcberhaupt Gedenken? Gedenken bedeutet Unvers\u00f6hnlichkeit mit der Geschichte. Es richtet den Blick nicht auf das, was gesiegt hat, sondern auf das, was gescheitert ist. Eine antifaschistische Bewegung braucht ein historisches Bewusstsein, das aus der Vergangenheit heraus in der Gegenwart f\u00fcr die Zukunft k\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Was heute allzu oft als Erinnerungskultur inszeniert wird, verdient diesen Namen nicht. Es handelt sich vielfach um ein entkerntes, staatstragendes Gedenken, dessen Hauptzweck nicht die Aufarbeitung, sondern die Selbstvergewisserung ist. Solches Gedenken ist illegitim, weil es die Ursachen der Verbrechen systematisch entpolitisiert, ihre Fortdauer leugnet und das eigene Kollektiv reinwaschen will. Es sch\u00fctzt nicht vor Wiederholung, es bereitet sie vor.<\/p>\n<p>Die offizielle Erinnerung wird zur B\u00fchne der Selbstinszenierung: Reden, Kr\u00e4nze, mahnende Worte \u2013 alles mit dem Ziel, die eigene moralische Integrit\u00e4t zu demonstrieren. Wo Gedenken zur rituellen Pflicht\u00fcbung verkommt, die Schuld delegiert und gesellschaftliche Verantwortung verschleiert, dient es nicht der Wahrheit, sondern der Aufrechterhaltung eines positiven Selbstbildes \u2013 individuell wie kollektiv.<\/p>\n<p>Warum aber hat dieses Gedenken Erfolg? Weil es bequem ist. Weil es die narzisstischen Bed\u00fcrfnisse einer Gesellschaft bedient, die sich als gel\u00e4utert feiern will, ohne sich tats\u00e4chlich zu ver\u00e4ndern. Gedenken ist nicht neutral \u2013 es ist ein politischer Akt. Und wer bestimmt, wie erinnert wird, bestimmt auch, was gesagt wird, was vergessen werden darf. Politische Interessen erfordern ein stabiles nationales Narrativ \u2013 selbst wenn das hei\u00dft, Neonazismus zu relativieren, institutionellen Rassismus zu leugnen oder die Rolle staatlicher Strukturen bei historischen Verbrechen zu verharmlosen. Besonders in Deutschland geh\u00f6rt zum Staatsged\u00e4chtnis auch die Inszenierung der Bew\u00e4ltigung \u2013 eine Art moralischer Schlussstrich, der jede tiefere Infragestellung des Kollektivs abwehrt.<\/p>\n<p>Kritisches Gedenken jedoch muss genau das Gegenteil tun, nur so kann Solidarit\u00e4t entstehen. Gedenken, das sich den Verstorbenen wirklich verpflichtet f\u00fchlt, muss sowohl die unaufgearbeiteten Strukturen ins Visier nehmen, die das Unrecht erst m\u00f6glich machten, als auch die eigenen, viel zu bequemen und oft blinden Verstrickungen in den fortbestehenden Status quo erkennen. Wer sich nicht selbst in die Schuldzusammenh\u00e4nge begreift, kann auch nicht kritisch Gedenken. Kritisches Gedenken ist Selbstverunsicherung und Selbstkritik des Eigenen. Nur durch einen radikalen Bruch mit der Inszenierung, dem ewigen Ged\u00e4chtnistheater kommen wir dem einen Schritt n\u00e4her \u2013 durch Bildung, Aufkl\u00e4rung und Protest. Alles andere ist Verdr\u00e4ngung mit Blumenstrau\u00df.<\/p>\n<h3><strong>\u201cDie Gewalt kam damals zu uns\u201d \u2013 Nanuk<\/strong><\/h3>\n<p>\u00dcber viele Jahre hinweg galt insbesondere Leipzig als \u201cliberale linke Insel\u201d im ansonsten braunen Freistaat Sachsen, wo gesellschaftskritisches Engagement m\u00f6glich war, ohne gleich am n\u00e4chsten Morgen <a href=\"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/broschuere-hausdurchsuchungen-in-klein-paris\/\">von Cops mit Waffen im Anschlag aus dem Bett gezerrt zu werden<\/a> \u2013 wie es z.B. erst k\u00fcrzlich dem Hausprojekt Hospi30 in G\u00f6rlitz wegen antifaschistischer Plakate widerfahren ist. Dies ist allersp\u00e4testens in Leipzig mit dem <a href=\"https:\/\/www.soli-antifa-ost.org\/\">Antifa Ost \u2013 Verfahren<\/a> und der gegr\u00fcndeten SoKo LinX vorbei. Aus unserer Sicht sind diese Entwicklungen einer immer reaktion\u00e4reren Politik, Formen sozialer Verh\u00e4rtung und einer weiteren Aufr\u00fcstung im Inneren. Der besonders in Sachsen gef\u00fchrte Kampf gegen den sogenannten Extremismus ist eine Kampfansage an die gesellschaftskritische Opposition und die Vorbereitung, eben jene nicht von rechts kommende, endg\u00fcltig zum Schweigen zu bringen.<\/p>\n<p>Die Einteilung in \u201cguten\u201d und \u201cb\u00f6sen\u201d Antifaschismus \u2013 einen staatskonformen und einen konsequenten autonomen \u2013 wird in Sachsen seit jeher vorgenommen und \u00fcberrascht uns keineswegs. Emanzipatorische, linke und antifaschistische Politik musste in Sachsen seit jeher erst aufgebaut, Freir\u00e4ume erk\u00e4mpft und dann immer wieder verteidigt werden \u2013 nicht nur gegen Neonazis oder staatliche Repression. Antifaschistisch aktiv zu sein, war kein Hobby sondern Lebensrealit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Praxis richtete sich auch gegen die lokale Bev\u00f6lkerung. So antwortete die <a href=\"https:\/\/dissens.noblogs.org\/post\/2023\/12\/31\/interview-fur-den-antifa-kalender\/\">antifaschistische Gruppe Erfurt dem Antifa Kalender<\/a> auf die Frage \u201cSeht ihr euch als spezifisch ostdeutsche Antifas und was folgt daraus?\u201d wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cWir brauchen wirklich niemandem hier die spezifische Kontinuit\u00e4t nazistischer Gewalt im Osten erkl\u00e4ren \u2013 der <span class=\"caps\">NSU<\/span> konnte hier folgerichtig gedeihen. In Ostdeutschland aktiv zu sein hei\u00dft, dass man recht schnell erkennt, dass man den Kampf f\u00fcr die befreite Gesellschaft nicht mit, sondern gegen \u00bbdas Volk\u00ab organisieren muss. D.h. also antifaschistische Arbeit richtet sich hier gegen die Masse der Bev\u00f6lkerung, die sich zwischen Gleichg\u00fcltigkeit, klammheimlicher Freude und aktivem Zuspruch f\u00fcr eine autorit\u00e4r-faschistische Entwicklung zeigt. Wenn also irgendwo irgendwelche Roten die Masse des Volkes adressieren, wird man generell und im Speziellen in Ostdeutschland entweder scheitern oder den MaKssDamage machen m\u00fcssen.<br \/>\nWeil es sich bei dieser Masse des Volkes n\u00e4mlich um ein Mordkollektiv im Wartezustand handelt, bringen die Worte unserer S\u00fcdth\u00fcringer Genoss*innen die Notwendigkeit negatorischer, antagonistischer Politik auf den Punkt: \u00bbDieser Antifaschismus ist antideutsch, oder er hat seinen Gegenstand nicht begriffen. Wenn das spezifisch ostdeutsch ist, dann nehmen wir uns dessen an.\u00ab\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch wir stellen fest, dass die Perspektiven der Antifaschist*innen, die in der <span class=\"caps\">DDR<\/span> geboren und im post-sozialistischen Osten aufgewachsen sind, sich bis heute nur selten in Strategiedebatten der westdeutschen Antifa wieder findet, wie der \u201c<a href=\"https:\/\/www.alea-le.org\/texte\/antifa-debatte-ein-weiterer-beitrag-und-pdf-textsammlung\/\">Zeit zu Handeln<\/a>\u201d \u2013 Aufruf gezeigt hat. Eine ostdeutsche Sozialisation, der politische Umbruch und die allgegenw\u00e4rtige Pr\u00e4senz von Neonazis und die permanente rechte Gewalt passen nicht so recht zu den K-Gruppen und anderen Spaltungslinien einer westdeutschen Linken. Die Geschichte und der Eigencharakter der ostdeutschen Antifaschist*innen scheinen bis heute nur wenig anschlussf\u00e4hig zu sein. Bis auf die Gruselgeschichten, wie Anfang der Neunzigerjahre besetzte H\u00e4user gegen Neonaziangriffe verteidigt werden mussten, mangelt es auch weiterhin am Interesse an einer ostspezifischen Bewegungsperspektive.<\/p>\n<p>Wir sind weit davon entfernt, Antworten oder neue Strategien auf die gesellschaftlichen Entwicklungen zu haben; und was wir in der R\u00fcckschau auf die Ereignisse in Leipzig nach dem Urteil im Antifa Ost \u2013 Verfahren gar nicht empfehlen k\u00f6nnen, ist, sich im aktuellen Zustand linker Bewegung in Leipzig und dem Rest des Landes auf eine offene Auseinandersetzung mit dem Staat einzulassen. Wir denken, es braucht vielmehr wieder eine Diskussion \u00fcber die Bedingungen linker Politik und Organisierung, die auch die unterschiedlichen lokalen Bedingungen in den Blick nimmt.<\/p>\n<h3><strong>Agieren autonom, antifaschistisch<\/strong><\/h3>\n<p>In einem solchen gesellschaftlichen Klima entstehen Initiativen, Gruppen und Bewegungen, die sich gegen diese Zust\u00e4nde organisieren. Antirassismus und Antifaschismus sind keine ideologischen Sonderpositionen, sondern notwendige Reaktionen auf reale Bedrohungen.<\/p>\n<p>Die Morde des <span class=\"caps\">NSU<\/span>, von Hanau, Halle, M\u00fcnchen und so viele mehr, der kontinuierliche Aufbau rechter Netzwerke in Polizei und Bundeswehr, aber auch allt\u00e4gliche rassistische Gewalt machen deutlich: Es braucht Menschen, die sich diesen Entwicklungen in den Weg stellen \u2013 \u00f6ffentlich, kollektiv, entschlossen, militant. Dabei geht es nicht nur um Symbolik oder Demonstrationen, sondern auch um praktische Solidarit\u00e4t, um Schutzr\u00e4ume und um konkrete Interventionen gegen rechte Strukturen.<\/p>\n<p>Ein autonomes, antifaschistisches Gedenken ist mehr als nur das Erinnern an vergangene Verbrechen. Es ist eine aktive, kritische Praxis, die sich gegen die Verharmlosung, Instrumentalisierung und das Vergessen stellt. Doch um wirklich etwas zu ver\u00e4ndern, reicht es nicht, nur in Gedanken dabei zu sein oder auf Institutionen zu vertrauen. Es ist notwendig, sich autonom antifaschistisch zu organisieren \u2013 jenseits von Ritualen und eines allgemeinen Habitus. Nur durch eigenst\u00e4ndiges Agieren, durch direkte Interventionen und solidarisches Eingreifen k\u00f6nnen wir den rechten Strukturen entgegentreten.<\/p>\n<p>Dieses Agieren muss eine Haltung sein, die sich nicht mit oberfl\u00e4chlichen Ritualen zufrieden gibt, sondern tief in der Gesellschaft ansetzt. Es bedeutet, die eigenen Verstrickungen zu reflektieren, Machtverh\u00e4ltnisse zu hinterfragen und sich gegen staatliche und gesellschaftliche Vereinnahmungen zu stellen. In der Praxis hei\u00dft das: Wir m\u00fcssen aktiv gegen rechte Strukturen vorgehen, sie sichtbar machen und ihnen entgegenstehen. Das bedeutet, sich selbst zu organisieren, ohne autorit\u00e4re Top-down-Strukturen, unabh\u00e4ngig von staatlichen Vorgaben und gemeinsam f\u00fcr eine antifaschistische Praxis einzustehen. Es ist Zeit, die H\u00e4nde aus dem Scho\u00df zu nehmen.<br \/>\nHier k\u00f6nnten wir die inhaltslosen Durchhalte-Parolen wiederholen, die zu jeder Zeit und an jedem Ort gedroschen werden. Das war uns dann aber doch zu doof.<\/p>\n<hr \/>\n<h3><strong>Demonstration am 25.10.2025 um 14 Uhr in Leipzig.<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Startpunkt: Karl-Liebknecht-Stra\u00dfe. \/ Schletterstra\u00dfe<\/strong> (in der N\u00e4he befindet sich die Stra\u00dfenbahnhaltesetlle \u201eHohe Str.\u201c)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedenken erk\u00e4mpfen \u2013 autonom, antifaschistisch! Ten more Years of Anger and Sorrow In den letzten 15 Jahren haben wir versucht, ein kritisches und antifaschistisches Erinnern an den rassistischen Mord an Kamal K., aber auch die anderen rechten Morde in Leipzig zu etablieren, ihre gesellschaftlichen Ursachen aufzuarbeiten und uns gegen eine rassistische gesellschaftliche Kontinuit\u00e4t zu stellen. 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