{"id":2668,"date":"2024-08-27T21:32:26","date_gmt":"2024-08-27T19:32:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/?p=2668"},"modified":"2024-10-22T21:32:52","modified_gmt":"2024-10-22T19:32:52","slug":"stilles-gedenken-an-karl-heinz-teichmann-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/stilles-gedenken-an-karl-heinz-teichmann-2\/","title":{"rendered":"Stilles Gedenken an Karl-Heinz Teichmann"},"content":{"rendered":"<p><strong>Stilles Gedenken am 6. September 2024, 15 Uhr, Schwanenteich hinter der Leipziger Oper.<\/strong><\/p>\n<p>Verwiesen sei auch auf die Pressemitteilung aus dem <a href=\"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/pressemitteilung-stilles-gedenken-an-karl-heinz-teichman-in-leipzig-zum-15-todestag\/\">letzten Jahr<\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Karl-Heinz Teichmann wird nur 59 Jahre alt. Gleich mehrfach wird er in der Nacht zum 23. August 2008 von dem Neonazi Michael H. in der Leipziger Innenstadt verpr\u00fcgelt. Zwei Wochen sp\u00e4ter stirbt Karl-Heinz Teichmann an seinen schweren Verletzungen. Er hinterl\u00e4sst unteranderem eine Tochter.<\/p>\n<p>In der Tatnacht liegt Karl-Heinz Teichmann schlafend auf einer Parkbank am Schwanenteich hinter der Oper. Der 18-j\u00e4hrige Michael H. und ein Begleiter durchkreuzen den Park. Sie befinden sich auf dem R\u00fcckweg von einem Neonaziaufmarsch. Unter dem Motto \u201cTodesstrafe f\u00fcr Kindersch\u00e4nder\u201d waren im Leipziger Osten hunderte Neonazis aufmarschiert. Michael H. erblickt den schlafenden Teichmann und schreit ihn an, dass er \u201ehier nicht schlafen\u201c solle. Dann versetzt er ihm einen Faustschlag und springt ihm ins Gesicht. Zusammen mit seinem Begleiter verl\u00e4sst er den Ort des Geschehens, um eine halbe Stunde sp\u00e4ter zur\u00fcckzukehren und abermals auf Karl-Heinz Teichmann einzupr\u00fcgeln.<\/p>\n<p>In den Morgenstunden entdeckt eine Passantin den schwerverletzten Karl-Heinz Teichmann. Im nahe gelegenen Polizeirevier will sie die Beamt_innen informieren. Auf ihre an der Gegensprechanlage ge\u00e4u\u00dferte Meldung gibt es erstmal keine Reaktion. Sie wird nicht hereingebeten und muss auch ihre Personalien nicht angeben. Erst anderthalb Stunden sp\u00e4ter sucht die Polizei Karl-Heinz Teichmann am nur 200 Meter entfernten Tatort auf.<\/p>\n<p>Im Krankenhaus werden massive Kopfverletzungen, Prellungen am ganzen K\u00f6rper, Br\u00fcche im Gesicht, eine Halswirbelfraktur und Hirnblutungen festgestellt. Mit mindestens sieben Tritten gegen den Oberk\u00f6rper und etwa zwanzig Schl\u00e4gen maltr\u00e4tierte Michael H. sein Opfer, so ein medizinisches Gutachten.<\/p>\n<p>Vor dem Landgericht Leipzig erkl\u00e4rt der Staatsanwalt, Karl-Heinz Teichmann habe nichts getan \u201eau\u00dfer nachts im Park zu schlafen&#8220;. Sein M\u00f6rder habe ihn \u201ezum blo\u00dfen Objekt degradiert\u201c. Der Vorsitzende Richter Norbert G\u00f6bel h\u00e4lt es jedoch nicht f\u00fcr n\u00f6tig, dem sozialdarwinistischen Tatmotiv nachzugehen, obwohl selbst der Verteidiger des T\u00e4ters von einem rechten Motiv seines Mandanten ausgeht. Am 27. M\u00e4rz 2009 verurteilt das Leipziger Landgericht Michael H. wegen \u201eheimt\u00fcckischen Mordes\u201c zu einer Jugendhaftstrafe von acht Jahren und drei Monaten. Sein Begleiter wird nicht strafrechtlich belangt. Die Polizei stuft den Mord nur als \u201enormale Straftat unter Alkoholeinfluss\u201c ein.<\/p>\n<p>Karl-Heinz Teichmann wird nicht als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stilles Gedenken am 6. September 2024, 15 Uhr, Schwanenteich hinter der Leipziger Oper. Verwiesen sei auch auf die Pressemitteilung aus dem letzten Jahr. Karl-Heinz Teichmann wird nur 59 Jahre alt. Gleich mehrfach wird er in der Nacht zum 23. August 2008 von dem Neonazi Michael H. in der Leipziger Innenstadt verpr\u00fcgelt. 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