{"id":2567,"date":"2023-06-10T18:10:06","date_gmt":"2023-06-10T16:10:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/?p=2567"},"modified":"2023-07-02T15:10:32","modified_gmt":"2023-07-02T13:10:32","slug":"redebeitrag-in-eisenberg-bei-eine-stadt-fuer-alle-gegen-den-rassistischen-konsens-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/redebeitrag-in-eisenberg-bei-eine-stadt-fuer-alle-gegen-den-rassistischen-konsens-2023\/","title":{"rendered":"Redebeitrag in Eisenberg bei &#8222;Eine Stadt f\u00fcr Alle? Gegen den rassistischen Konsens 2023&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Unser Redebeitrag bei der Kundgebung in Eisenberg &#8222;<a href=\"https:\/\/ais-shk.de\/aktionen\/stadt-fuer-alle-2023\/\">Eine Stadt f\u00fcr Alle? Gegen den rassistischen Konsens 2023<\/a>&#8222;:<\/p>\n<p>Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland sagte letztes Jahr im MDR:<\/p>\n<p>&#8222;Dass in Eisenberg das dritte Mal ein Stadtfest mit einer rassistischen Bezeichnung f\u00fcr Schwarze Menschen stattfindet, ist schwer zu verstehen.<br \/>\nDie ISD kritisiert dies ausdr\u00fccklich. Solch rassistische Vorg\u00e4nge m\u00fcssen endlich beendet werden.&#8220;<\/p>\n<p>Stimmt, so stehen wieder Menschen in diesem Jahr in Eisenberg auf der Stra\u00dfe und kritisieren dieses rassistische Volksfest der Stadt.<\/p>\n<p>Wir verstehen Rassismus, der hier in Eisenberg mit dem Volksfest zum tragen kommt, als eine Ideologie, die Menschen aufgrund \u00e4u\u00dferer Merkmale bestimmte Eigenschaften zuschreibt, sie zu minderwertigen Menschen erkl\u00e4rt und diskriminiert. Die bisherigen dominanten Formen des biologistischen und \u201cklassischen\u201d Rassismus sind immer mehr einem kulturalistischen Rassismus gewichen. Mittlerweile wird auf die angebliche \u201cKultur\u201d eines Menschen verwiesen, die ihn Wahlweise als \u201cBereicherung\u201d oder \u201cSt\u00f6rfaktor\u201d einer Gesellschaft, jedenfalls aber als nicht zugeh\u00f6rig klassifiziert. Wobei gerade in Ostdeutschland alles nicht wei\u00dfe und deutsche als &#8222;St\u00f6rung&#8220; der Volksgemeinschaft betrachtet wird.<\/p>\n<p>Und sollte es dochmal irgendwie als ok betrachtet werden, dass nicht wei\u00dfe sich in Deutschland niederlassen d\u00fcrfen, dann weil sie exotisiert werden, noch heute, denn einmal in der Woche oder im Jahr kann auch in Th\u00fcringen mal keine Bratwurst oder ein Kartoffelklo\u00df gegessen werden.<br \/>\nJa, da ist der Deutsche tolerant.<\/p>\n<p>Zumeist wird Rassismus mit dem Nationalsozialismus sowie mit neonazistischen Denken in Verbindung gebracht. Dies verkennt jedoch die Dimension rassistischer sowie generell menschenverachtender Einstellungen und kann als eine Ursache f\u00fcr das Nicht-(An-)Erkennen rechter Gewalt angesehen werden, was in der mangelnden politischen und juristischen Aufarbeitung, unter anderem im NSU-Komplex deutlich geworden ist.<\/p>\n<p>Wir vertreten die Ansicht, dass Rassismus nicht erst dort beginnt, wo nicht-wei\u00dfe Menschen um ihr Leben f\u00fcrchten m\u00fcssen. Rassismus hei\u00dft, dass so genannte \u201cFremde\u201d in Deutschland auf eine geschlossene Gesellschaft treffen. Dass sie keine Rechte haben. Dass ein Grundrecht auf Asyl hier nicht existiert. Dass Menschen sich endlos durch Beh\u00f6rden schikanieren lassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>In Deutschland redet man nicht mit von Rassismus betroffenen, sondern man redet \u00fcber sie. Wenn man \u00fcber sie redet dann, um \u00fcber sie zu richten und zu urteilen. Das ist der allt\u00e4gliche Rassismus. Er wird nicht von selbst vergehen, und so bleibt es unsere Aufgabe, sich Rassistinnen und Rassisten entschlossen in den Weg zu stellen \u2013 immer und \u00fcberall.<br \/>\nWir sind sehr froh, dass dies heute hier in Eisenberg wieder geschieht, wollen aber auch noch etwas zu bedenken geben.<\/p>\n<p>In unserer Wahrnehmung ist auch eine linke oder antirassistische Szene\/Bewegung, die all die Widerspr\u00fcche in dieser Gesellschaft aush\u00e4lt und ertr\u00e4gt, kritisch zu hinterfragen. Besonders jene die Zusammen mit Rassist*innen und Politiker*innen aller Parteien \u201eWillkommensfeste\u201c feiert, um am Image des \u201efreundlichen und weltoffenen Deutschlands\u201c zu basteln, w\u00e4hrend auf der anderen Seite der rassistische Mob auf die Dunkelheit f\u00fcr den n\u00e4chsten Angriff wartet oder in der n\u00e4chsten Veranstaltung \u00fcber den zu stoppenden \u201eZustrom\u201c diskutiert wird und ein \u201eSondergesetz\u201c f\u00fcr Asylsuschende das n\u00e4chste jagt. Bei dem die gewollte<br \/>\nund inszenierte \u00dcberbelastung in Verwaltung und Politik damit entgegnet wird, dass die Deutschen ihren nicht mehr gewollten Plunder an der n\u00e4chsten Sammelstelle abgeben und so das eigene Gewissen beruhigen, doch irgendetwas gegen die \u201eunhaltbaren Versorgungszust\u00e4nde\u201c getan zu haben.<\/p>\n<p>Nur entschlossenes und unvers\u00f6hnliches Entgegentreten gegen alle Formen des Rassismus, sei es nun die Anmache in der Stra\u00dfenbahn, sei es die offensichtliche Diskriminierung von als \u201efremd\u201c definierten Menschen in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden, seien es spezielle \u201eSondergesetze\u201c f\u00fcr Gefl\u00fcchtete oder \u201eNicht-Deutsche\u201c, seien es die zahlreichen Prozesse gegen die Opfer statt gegen die T\u00e4ter rassistischer Anschl\u00e4ge, seien es die menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen und Behandlungen, denen Asylsuchende in diesem Lande ausgesetzt sind, seien es die unm\u00f6glichen Arbeitsbedingungen, unter denen sie als Arbeitnehmer*innen hier oft arbeiten m\u00fcssen oder eben rassistische Volksfeste wie heute in Eisenberg.<\/p>\n<p>Kampf dem Rassismus und der Deutscht\u00fcmelei, hier, heute und \u00fcberall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Redebeitrag bei der Kundgebung in Eisenberg &#8222;Eine Stadt f\u00fcr Alle? 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