{"id":2546,"date":"2022-12-13T14:36:08","date_gmt":"2022-12-13T12:36:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/?p=2546"},"modified":"2022-12-13T18:20:48","modified_gmt":"2022-12-13T16:20:48","slug":"unversoehnlich-bleiben-neonazis-keine-ruhe-lassen-free-all-antifas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/unversoehnlich-bleiben-neonazis-keine-ruhe-lassen-free-all-antifas\/","title":{"rendered":"Unvers\u00f6hnlich bleiben! Neonazis keine Ruhe lassen! \u2013 FREE ALL ANTIFAS!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/1312-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-2553\" src=\"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/1312-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/1312-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/1312-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/1312-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/1312-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/1312-1-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vier Genoss*innen sitzen seit \u00fcber einem Jahr auf der Anklagebank des Oberlandesgerichts (<span class=\"caps\">OLG<\/span>) Dresden; unsere Genossin Lina ist sogar bereits seit \u00fcber zwei Jahren in U-Haft. Mit diesem Statement wollen wir unsere Solidarit\u00e4t gegen\u00fcber Euch, den beschuldigten Antifas, euren Angeh\u00f6rigen und Freund*innen sowie euren Soli-Strukturen ausdr\u00fccken. Eigentlich wollten wir dieses Statement schon viel fr\u00fcher ver\u00f6ffentlichen, aber immer wieder gab es unterschiedliche Gr\u00fcnde abzuwarten.<\/p>\n<p>Wir wollen ihn jetzt ver\u00f6ffentlichen, weil wir uns an jene Menschen wenden wollen, die seit \u00fcber zwei Jahren viel Arbeit leisten und mit unterschiedlichen Situationen umgehen m\u00fcssen, die viel Kraft abverlangen, aber selten wahrgenommen werden.<\/p>\n<p><strong>Free all Antifas<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Angeklagte, wir w\u00fcnschen euch viel Kraft und Durchhalteverm\u00f6gen im Prozess. Vor allem dir, Lina, w\u00fcnschen wir Freiheit und Gl\u00fcck, auf dass wir dich bald wieder in der linken Bewegung und im Kampf um eine emanzipatorische Welt zur\u00fcck haben werden! Selbiges gilt auch f\u00fcr die drei weiteren Angeklagten, auch mit euch wollen wir diesen Kampf weiterf\u00fchren \u2013 schnellstm\u00f6glich. In den Zeiten innerhalb wie au\u00dferhalb des Knastes, in denen ihr einsam und traurig seid: Seid euch auch sicher, dass ihr nicht allein seid: Wir stehen hinter, wir stehen zu euch!<\/p>\n<p><strong>Support the Supporters<br \/>\n<\/strong><br \/>\nLiebe Angeh\u00f6rige und Freund*innen der vier angeklagten Genoss*innen, euch gilt unser Respekt f\u00fcr den Umgang mit dieser Situation in der geliebte Menschen angeklagt sind, entf\u00fchrt und weggesperrt wurden oder m\u00f6glicherweise bald weggesperrt werden. Euer Wirken ist zumeist nicht sichtbar, zu selten werdet ihr gefragt, wie es euch geht und wobei ihr Unterst\u00fctzung gebrauchen k\u00f6nntet. Wir danken euch f\u00fcr euer Dasein, und eure Unterst\u00fctzung, die eben nicht nur den vier angeklagten Genoss*innen gilt, sondern wir sehen und sp\u00fcren, dass eure Unterst\u00fctzung auch dar\u00fcber hinausgeht und eine Ideelle ist:<br \/>\nIhr wendet euch nicht von linken und antifaschistischen Strukturen ab, sondern seid offen, interessiert und solidarisch f\u00fcr unsere K\u00e4mpfe, die wir nunmehr sogar zusammen k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Auch an die aktiven Genoss*innen und Gef\u00e4hrt*innen des <a href=\"https:\/\/www.soli-antifa-ost.org\">Solidarit\u00e4tsb\u00fcndnis Antifa Ost (<span class=\"caps\">SAO<\/span>)<\/a> sowie allen Soli-Strukturen, die im Zusammenhang mit dem Antifa Ost-Verfahren bestehen: Danke f\u00fcr euer Wirken! Ihr macht eine enorm wichtige Arbeit, die beeindruckend kontinuierlich, informativ und f\u00fcr weitere Analysen unglaublich wichtig ist. Ebenso gilt es jenen Strukturen und Kampagnen zu danken, die sich mit dem Prozess und seinen Auswirkungen auf die linke Bewegung befassen, sich solidarisch, aber ebenso kritisch zu den Soli-Strukturen verhalten und mittels diverser Veranstaltungsformate eine Auseinandersetzung zu verschiedenen Themenkomplexen forcieren.<\/p>\n<p>Einer dieser Themenkomplexe behandelt Repression, Solidarit\u00e4t und sexualisierte Gewalt. Wir haben den nun endlich \u00f6ffentlich gemachten Prozess innerhalb des <span class=\"caps\">SAO<\/span> und den mit diesem assoziierten Zusammenh\u00e4ngen wahrgenommen. Wie viele, waren auch wir entt\u00e4uscht vom langen Schweigen zu \u00fcbergriffigen T\u00e4tern und T\u00e4terschutz in linken Strukturen. Die aktuellen Ver\u00f6ffentlichungen k\u00f6nnen dabei jedoch nur ein erster Schritt sein. Sie erlauben uns und vielen anderen eine berechtigte Skepsis daran, dass nicht wenige Cis-M\u00e4nner in diesen Zusammenh\u00e4ngen eine ernsthafte Auseinandersetzung mit ihrem eigenen \u00fcbergriffigen Verhalten und ihrem T\u00e4terschutz weiterhin vermissen lassen. Dar\u00fcber hinaus scheint es den Cis-M\u00e4nnern an einer erkennbaren und ernstzunehmenden Reflexion im Umgang mit den sie umgebenden <span class=\"caps\">FLINTA<\/span> zu fehlen \u2013 auch das zeigt das Statement des <span class=\"caps\">SAO<\/span> genau an den Stellen, wo diese Momente nicht n\u00e4her thematisiert oder gar ausgelassen werden.<\/p>\n<p><strong>Danke\u00b9\u2076\u00b9<br \/>\n<\/strong><br \/>\nWir wollen hier keine tiefgreifende Analyse \u00fcber die Zust\u00e4nde im Hinterland und die Notwendigkeit von praktischem Antifaschismus, seiner Formen und seiner Grenzen liefern. Uns geht es schlicht und ergreifend darum, unsere Solidarit\u00e4t mit den Angeklagten, die gerade in Dresden vor Gericht stehen und den immer weiteren Kreis an Beschuldigten eines Antifaschismus in Kaltland, zu zeigen. Wir stehen hinter euch, weil uns bewusst ist, dass eine Intervention gegen Neonazis \u2013 gerade in Sachsen oder Th\u00fcringen \u2013 nicht nur aus der Teilnahme an Lichterketten bestehen kann.<\/p>\n<p>Es galt und gilt Neonazis gezielt etwas entgegenzusetzen.<br \/>\nAn dieser Stelle Danke an alle, die an Interventionen gegen Faschos beteiligt waren und sind. Danke daf\u00fcr, dass ihr Faschos \u2013 zumindest zeitweise \u2013 in ihre Grenzen gewiesen habt, ihnen gezeigt habt, dass ihr Handeln nicht ohne Folgen bleibt. Gerade weil wir davon ausgehen m\u00fcssen, dass es an ihren Wohnorten selten Widerspruch gibt und rechte Gewalt dort Alltag f\u00fcr all jene ist, die ins Feindbild der Neonazis passen.<\/p>\n<p>Euch braucht es \u2013 notwendigerweise. Gleichzeitig braucht es aber auch eine Auseinandersetzung dar\u00fcber, dass Militanz in linksradikalen Zusammenh\u00e4ngen ein m\u00e4nnlich gedachtes, aber auch sehr m\u00e4nnlich gepr\u00e4gtes und dominiertes Feld ist, das viel zu h\u00e4ufig zu m\u00e4nnlichkeitstriefenden Selbstinszenierungen einl\u00e4dt.<br \/>\nMilitanz als Selbstzweck ist kein Bestandteil emanzipatorischer Praxen, Militanz verstanden als blo\u00dfe Aus\u00fcbung von Gewalt ebenso wenig.<\/p>\n<p>Ein Problem liegt jedoch nicht im militanten Agieren als solches, sondern in der Anerkennung, welche prim\u00e4r Cis-M\u00e4nner dadurch erwarten und erhalten. Den Szene-Status, den sie sich vor allem durch andere Cis-M\u00e4nner erhoffen, aber auch bekommen, bietet einen fruchtbaren N\u00e4hrboden und Schutz f\u00fcr Cis-M\u00e4nner, die in ihren privaten Umfeldern Gewalt zur Machtaus\u00fcbung und Unterwerfung anderer nutzen. Mit eben diesen Personen, m\u00f6chten wir uns in diesem Statement ausdr\u00fccklich nicht solidarisieren.<\/p>\n<p>Personen, die durch ihre misogyne Gewalt gegen\u00fcber <span class=\"caps\">FLINTA<\/span>-Personen, deren seelische und k\u00f6rperliche Unversehrtheit angegriffen haben und dies vermutlich auch weiterhin tun werden, haben keine Form von Szener\u00fcckhalt verdient. Hier sprechen wir uns f\u00fcr klare Trennlinien aus, gerade weil die \u00fcberwiegende Mehrheit der T\u00e4ter und jene die sie decken, jegliche aktive und ernsthafte Aufarbeitung verhindern.<\/p>\n<p>Stattdessen ist es uns wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass antifaschistische Interventionen, auch militante, immer eine Form von Einschreiten in gewaltvolle Zusammenh\u00e4nge sind, mit dem Ziel diese zu zerschlagen, zu unterbinden und zu verunm\u00f6glichen und eben keine Form von Aufbau und Erhalt von andauernder Gewaltstrukturen.<\/p>\n<p><strong>Zum Schluss<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDer Prozess vorm <span class=\"caps\">OLG<\/span> Dresden wird irgendwann vor\u00fcber sein, unsere K\u00e4mpfe f\u00fcr eine bessere Welt nicht.<br \/>\nWir werden auch weiterhin rechte Strukturen auf- und besuchen. Unsere Interventionen werden weitergehen, dort wo sie sich bewegen und sicher f\u00fchlen. Es gilt dem rechten Konsens entgegenzutreten und ihn zu brechen, \u00fcberall.<\/p>\n<p>Die Repressionsorgane gehen massiv gegen uns vor, weshalb wir vor allem solidarisch zueinander sein sollten und uns nicht vereinzeln lassen d\u00fcrfen, wenn uns Hausdurchsuchungen, Anklagen, Verurteilungen oder Haftstrafen treffen. Wir m\u00fcssen uns darauf einstellen und mit Genoss*innen und Freund*innen \u00fcber etwaige \u00c4ngste und W\u00fcnsche reden. Ebenso gilt es f\u00fcr jene da zu sein, die von Repression betroffen sind sowie jene die aus dem Knast kommen, zu empfangen und wieder in unsere Strukturen einzubinden.<\/p>\n<p>Kommt am <a href=\"https:\/\/tagxantifaost.noblogs.org\/\">Samstag nach der Urteilsverk\u00fcndung im Antifa Ost-Verfahren zur Demonstration nach Leipzig<\/a> und organisiert eigene Veranstaltungen zum Prozess \/ Tag der Urteilsverk\u00fcndung.<\/p>\n<p><strong>Autonomen Antifaschismus verteidigen!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier Genoss*innen sitzen seit \u00fcber einem Jahr auf der Anklagebank des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden; unsere Genossin Lina ist sogar bereits seit \u00fcber zwei Jahren in U-Haft. Mit diesem Statement wollen wir unsere Solidarit\u00e4t gegen\u00fcber Euch, den beschuldigten Antifas, euren Angeh\u00f6rigen und Freund*innen sowie euren Soli-Strukturen ausdr\u00fccken. 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