{"id":2521,"date":"2022-07-26T15:17:38","date_gmt":"2022-07-26T13:17:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/?p=2521"},"modified":"2022-08-30T10:45:34","modified_gmt":"2022-08-30T08:45:34","slug":"veranstaltungsreihe-zum-pogrom-in-rostock-lichtenhagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/veranstaltungsreihe-zum-pogrom-in-rostock-lichtenhagen\/","title":{"rendered":"Veranstaltungsreihe zum Pogrom in Rostock-Lichtenhagen"},"content":{"rendered":"<p><strong>16.August um 19 Uhr im Conne Island im Rahmen des <a href=\"https:\/\/oatle.noblogs.org\/\"><span class=\"caps\">OAT<\/span><\/a>:<\/strong><\/p>\n<p>Rostock-Lichtenhagen 1992: Kontext, Dimensionen und Folgen rassistischer Gewalt<\/p>\n<p>Die Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 gelten als das gr\u00f6\u00dfte Pogrom der deutschen Nachkriegsgeschichte: Tagelang wurden die Bewohner*innen einer Unterkunft f\u00fcr Gefl\u00fcchtete und eines Wohnheims f\u00fcr vietnamesische Vertragsarbeiter*innen mit Steinen und Brands\u00e4tzen angegriffen, w\u00e4hrend Tausende ihrer Nachbar*innen Beifall klatschten. Nachdem die Polizei sich auf dem H\u00f6hepunkt der Gewalt zur\u00fcckgezogen hatte, entgingen mehr als 100 Menschen in dem brennenden Haus nur knapp dem Tod in den Flammen. Der Eskalation vorausgegangen war eine rassistische Kampagne in den Medien und Politik. Ihr folgte nicht nur eine Welle rechter Gewalt, sondern auch die weitgehende Einschr\u00e4nkung des Grundrechts auf Asyl.<\/p>\n<p><strong>19.August um 19 Uhr im Kronenpark Connewitz <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/news\/id\/43068\/das-sonnenblumenhaus\">H\u00f6rspiel<\/a>:<\/strong><\/p>\n<p>Das von Dan Thy Nguyen und Iraklis Panagiotopoulos produzierte St\u00fcck dokumentiert das rassistische Pogrom von Rostock 1992 und \u201everarbeitet die Sicht der belagerten Menschen\u201c. Diese wurden daf\u00fcr ausfindig gemacht und interviewt. Aus ihren Aussagen wurde das H\u00f6rspiel entwickelt.<\/p>\n<p>Sie berichten \u00fcber ihr Leben in Ostdeutschland, rassistische Anfeindungen und Angriffe, aber auch ihr selbstorganisiertes Handeln und Verteidigen im Sonnenblumenhaus gegen die deutschen Angreifer*innen.<\/p>\n<p><strong>23. August um 19 Uhr in der Cin\u00e9math\u00e8que Leipzig &#8222;<span class=\"bold\"><a href=\"https:\/\/cinematheque-leipzig.de\/programm\/filme\/der-kuafor-aus-der-keupstrasse\/\">Der Kuaf\u00f6r aus der Keupstra\u00dfe<\/a>&#8222;<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Am 9. Juni 2004 explodierte eine Nagelbombe vor dem Gesch\u00e4ft des Fris\u00f6rs \u00d6zcan Yildirim in der K\u00f6lner Keupstra\u00dfe. Schnell wird er in den Augen der ermittelnden Beh\u00f6rden zum potentiellen T\u00e4ter. Ein ausl\u00e4nderfeindliches Motiv wird weitestgehend ausgeblendet. Erst sieben Jahre sp\u00e4ter werden die wahren T\u00e4ter*innen enttarnt: die Rechtsterrorist*innen des selbsternannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Die Ermittlungen gegen die Opfer werden eingestellt. Es haben sich jedoch tausende Seiten an Ermittlungsakten angeh\u00e4uft, die das skandal\u00f6se Vorgehen der Beh\u00f6rden dokumentieren.<\/p>\n<p>Auf eindr\u00fcckliche Weise zeigt DER KUAF\u00d6R AUS DER KEUPSTRASSE wie tiefgreifend der Bombenanschlag, aber auch die Verd\u00e4chtigungen danach, das Leben im K\u00f6lner Stadtteil M\u00fclheim ersch\u00fcttert haben. So wie in K\u00f6ln wurden auch in den anderen St\u00e4dten, in denen der NSU gemordet hat, zumeist die Angeh\u00f6rigen und ihr Umfeld verd\u00e4chtigt. Der Film er\u00f6ffnet die Diskussion \u00fcber die Frage einer strukturellen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland auf eine neue Art: aus der Perspektive der Betroffenen.<\/p>\n<p><strong>25. August um 19 Uhr in der Cin\u00e9math\u00e8que Leipzig &#8222;<a href=\"https:\/\/cinematheque-leipzig.de\/programm\/filme\/revision\/\"><span class=\"bold\">Revision<\/span><\/a>&#8222;<\/strong><\/p>\n<p>1992 werden zwei Menschen auf einem Feld nahe der deutsch-polnischen Grenze erschossen. Die Umst\u00e4nde, die zum Tod von Grigore Velcu und Eudache Calderar f\u00fchrten, wurden bis heute nicht aufgekl\u00e4rt. Offiziell handelte es sich um einen Jagdunfall, eine tragische Verwechslung mit Wildschweinen. Zu einer Verurteilung der J\u00e4ger kam es nie.<\/p>\n<p>Knapp 20 Jahre sp\u00e4ter f\u00fchrt Philip Scheffner die gr\u00fcndliche Ermittlung durch, die damals nicht stattfand. Er sucht die Angeh\u00f6rigen der Get\u00f6teten in Rum\u00e4nien auf und l\u00e4sst sie die Aussagen machen, die nie geh\u00f6rt wurden. Wie allen anderen Zeug*innen und Sachkundigen, die er erneut befragt, gibt er ihnen die M\u00f6glichkeit, ihre Statements anzuh\u00f6ren und zu \u00fcberdenken \u2013 anders als die g\u00e4ngige Praxis, die einmal gemachte Aussagen zum Fakt erhebt. So unterwirft Scheffner nicht nur den Fall einer filmischen Revision, sondern auch das eigene Medium. Mit sorgsamer Handhabe von Material und Zeugnissen und zunehmend beklemmender Dichte webt er ein Netz aus Landschaft, Erinnerung, Akten und \u201edeutschen Zust\u00e4nden\u201c.<\/p>\n<p><strong>16. September um 19 Uhr im AJZ Leisnig Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit der Gruppe gegen Antiromaismus Dresden<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ort: <\/strong>AJZ Leisnig (Chemnitzer Stra\u00dfe 103b Leisnig)<\/p>\n<p>Gesellschaftliche und staatliche Gewalt gegen Rom*nja hat eine jahrhundertelange Tradition in Deutschland, Antiromaismus ist fester Bestandteil in der europ\u00e4ischen Erz\u00e4hlung. Bei den Anschl\u00e4gen im M\u00fcnchner Olympia-Einkaufszentrum 2016 und in Hanau 2020 waren Rom*nja unter den Opfern, vor allem aber auch in Rostock-Lichtenhagen, wo \u00bbDie katastrophalen Bedingungen vor und in der <span class=\"caps\">ZAST<\/span> sich mit Blick auf die rum\u00e4nischen Roma zudem mit tradierten, rassistischen Vorurteilen der deutschen Bev\u00f6lkerungsmehrheit verbanden. &#8220; (Dokumentationszentrum \u00bbLichtenhagen im Ged\u00e4chtnis\u00ab)<\/p>\n<p>Die \u201cGruppe Gegen Antiromaismus Dresden\u201d entstand 2013 anl\u00e4sslich antiromaistischer Ausschreitungen im nahen Tschechien, zu denen es nun seit einigen Jahren regelm\u00e4\u00dfig kommt. In ihrem Vortrag soll es um die Geschichte des Antiromaismus, sowie um das Verh\u00e4ltnis zu Rassismus, sozialer Ausgrenzung und Antisemitismus im Allgemeinen gehen, sowie die Pogrome von Rostock Lichtenhagen im Besonderen aus Sicht der Rom*nja betrachten.<\/p>\n<p><strong>12. Oktober um 18:30 Uhr in Grimma \u2013 \u201cUmk\u00e4mpftes Asyl\u201d \u2013 Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Patrice Poutrus<\/strong><\/p>\n<div id=\"magicdomid3\" dir=\"ltr\"><\/div>\n<div id=\"magicdomid5\" dir=\"ltr\">\n<p><strong>Ort:<\/strong> Grimma, Alte Spitzenfabrik oder im Laden von Between the Lines (Langen Stra\u00dfe 39), schaut bitte vorher nochmal hier nach.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"magicdomid6\" dir=\"ltr\"><\/div>\n<p>In seinem Buch \u201cUmk\u00e4mpftes Asyl\u201d untersucht Patrice Poutrus die Entwicklung des Asylrechts in Deutschland von der Nachkriegszeit \u00fcber die Grundgesetz\u00e4nderung von 1993 bis in die Gegenwart. Welche Konsequenzen ergaben sich aus dem sogenannten Asylkompromiss f\u00fcr das Anerkennungsverfahren, die Aufnahme von Gefl\u00fcchteten und die europ\u00e4ische Migrationspolitik? Welche Rolle spielte das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen und \u00e4hnliche rassistische Angriffe f\u00fcr die Durchsetzung dieser Politik? Sind die Ereignisse von 1992\/93 mit denen von 2015 und den darauf folgen Jahren vergleichbar? Und welche Konsequenzen haben diese Fragen f\u00fcr eine antirassistische und antifaschistische Politik heute?<\/p>\n<p>Teile der Veranstaltungen finden in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen statt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.August um 19 Uhr im Conne Island im Rahmen des OAT: Rostock-Lichtenhagen 1992: Kontext, Dimensionen und Folgen rassistischer Gewalt Die Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 gelten als das gr\u00f6\u00dfte Pogrom der deutschen Nachkriegsgeschichte: Tagelang wurden die Bewohner*innen einer Unterkunft f\u00fcr Gefl\u00fcchtete und eines Wohnheims f\u00fcr vietnamesische Vertragsarbeiter*innen mit Steinen und Brands\u00e4tzen angegriffen, w\u00e4hrend Tausende [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":381,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2521","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2521","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2521"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2521\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2529,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2521\/revisions\/2529"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/381"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}