{"id":2430,"date":"2021-01-27T13:29:06","date_gmt":"2021-01-27T11:29:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/?p=2430"},"modified":"2021-02-05T13:29:23","modified_gmt":"2021-02-05T11:29:23","slug":"schauspiel-nazihools-die-laengste-letzte-reihe-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/schauspiel-nazihools-die-laengste-letzte-reihe-der-welt\/","title":{"rendered":"Schauspiel: Nazihools \u2013 Die l\u00e4ngste letzte Reihe der Welt"},"content":{"rendered":"<p>Wir dokumentieren hier die Inhalte der <a href=\"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/nazihools-die-laengste-letzte-reihe-der-welt\/\">Veranstaltung<\/a>. Auf &#8222;<a href=\"https:\/\/la-presse.org\/\">la-presse.org<\/a>&#8220; finden sich Bilder (eines haben wir auch f\u00fcr den Artikel verwendet) und ein Audio-Mitschnitt der Veranstaltung:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/la-presse.org\/nazihools-die-laengste-letzte-reihe-der-welt\/\"><strong>hier entlang<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Der erste inhaltliche Beitrag findet sich in der neuen Brosch\u00fcre des Projekts <a href=\"https:\/\/www.chronikle.org\">chronik.LE<\/a>:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.chronikle.org\/inhalt\/neue-brosch%C3%BCre-leipziger-zust%C3%A4nde-2021\"><strong>hier entlang<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Er ist von der <a href=\"https:\/\/www.prozess1101.org\/\">Prozessdokumentation #le1101<\/a><\/p>\n<p>Ein weiterer Redebeitrag auf der Veranstaltung:<\/p>\n<p>Einleitung von uns. Der folgende Beitrag ist aus einer sehr subjektiven Perspektive \u00fcber die letzten Jahre verfasst. Es liegt in der Natur der Sache, dass wir nicht alle Positionen teilen:<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>W\u00fctend. Entt\u00e4uscht. Danke f\u00fcr alles.<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann mich noch ziemlich genau an den 11. Januar 2016 erinnern. Ich war mit ein paar Bekannten in der N\u00e4he der Legida-Veranstaltung als eine andere Person am Telefon dar\u00fcber informiert wurde, dass gerade auf der Wolfgang-Heinze-Str. Autos von uns bekannten Leuten zerlegt werden. Meine Begleitung und ich schauten uns ungl\u00e4ubig an. Eine weitere Person kam vorbei, informierte \u00fcber die Situation und best\u00e4tigte die Meldung. Kurz entschlossen rannten meine Begleitung und ich Richtung Innenstadt-Ring, aber es fuhren keine Stra\u00dfenbahnen. Also weiter zum n\u00e4chsten Taxi. Die Male in meinem Leben an denen ich mit dem Taxi gefahren bin, kann ich an einer Hand abz\u00e4hlen und nat\u00fcrlich waren auf dem Weg nach Connewitz gef\u00fchlt alle Ampeln rot. Wir spekulierten, ob unser weniges Geld das wir dabei hatten f\u00fcr die Fahrt schon reichen w\u00fcrde, tat es auch ganz knapp. Am Kreuz angekommen, traf grad eine weitere Hundertschaft der Polizei ein. Auf der Wolfgang-Heinze Str. gab es schon eine Polizeiketten, an denen sich einige Leute gesammelt hatten.<\/p>\n<p>Heute wird teilweise gesagt, dass &#8222;Schlimmeres\u201c nicht passiert sei, weil so viele Bewohner:innen in der Innenstadt waren. Ich bin mir da eigentlich nicht so sicher.<br \/>\nAus meiner damaligen WG in Connewitz war ich der einzige in der Innenstadt und von einem Gro\u00dfteil der Leute die sich dann auf der Stra\u00dfe sammelten hatte ich nicht den Eindruck oder wusste es, dass sie von zu Hause oder aus einer den anliegenden Kneipen kamen.<\/p>\n<p>Genervt von den vielen Schaulustigen an den Absperrungen, war ich froh, dass es noch ein paar Gruppen gab, die die Faschos nicht einfach so davon kommen lassen wollten, diese waren neben jenen Menschen, die den betroffenen L\u00e4den beim Aufr\u00e4umen und Verbrettern geholfen haben, einer der Lichtblicke dieses Abends. In den folgenden Tagen wurde sich viel getroffen und ausgetauscht. Veranstaltungen wie die Demo, die Kundgebung mit dem Stra\u00dfenfr\u00fchst\u00fcck oder die Informationsveranstaltung im Conne Island, waren alle sehr gut besucht. Und eine zeitlang war es kaum m\u00f6glich sich in Gruppen auf der Stra\u00dfe zu treffen, ohne, dass Andere gleich wieder an einen erneuten Angriff dachten und Alarmmeldungen absetzten. Von der Vernetzung, der Sensibilisierung und den Vorbereitungen vor einem erneuten Angriff, sowie dem Intresse etwas \u00fcber die Strukturen hinter dem Angriff der Neonazis zu erfahren, ist heute kaum noch etwas \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Ich bin w\u00fctend dar\u00fcber, was ich im Nachgang von den Menschen, die w\u00e4hrend des Angriffs auf der Stra\u00dfe waren, erfahren musste. Was die Polizei alles zu den Betreiber:innen der L\u00e4den gesagt hat und wie die &#8222;Ermittlungen\u201c gelaufen sind. Wie offensichtlich Polizist:innen vor der Tat im Austausch mit T\u00e4tern standen. Dann die Geschichte mit dem Justizbeamten, der immer noch nicht seinen Prozess hatte. Oder dem Projektleiter der <span class=\"caps\">MDR<\/span>-Tochterfirma, der ziemlich eng in den rechtsradikalen Strukturen dieser Stadt steckt und niemand dar\u00fcber berichten will. Ich bin w\u00fctend, dass auf den Baustellen f\u00fcr die Neubauten in der Wolfgang-Heinze-Stra\u00dfe bekannte Faschos und auch Angreifer vom 11. Januar arbeiten und dies niemanden zu st\u00f6ren scheint.<\/p>\n<p>Ich bin entt\u00e4uscht, dass Menschen zum Teil ohne gr\u00f6\u00dfere Begleitung aus dem Stadtteil aussagen mussten. Dass Menschen, die versuchen eine Prozessbeobachtung durch zu f\u00fchren, im Gericht von Neonazis bedroht werden k\u00f6nnen. Dass die engagierten Mitglieder der Prozessbeobachtungsgruppe in ihrer Anzahl eine Begleitung der Prozesse \u00fcber einen so langen Zeitraum unm\u00f6glich stemmen k\u00f6nnen.<br \/>\nEntt\u00e4uscht dar\u00fcber, dass im letzten Jahr im bayrischen W\u00fcrzburg mehr Menschen gegen einen Neonazi, der beim Angriff in Connewitz dabei war, auf der Stra\u00dfe vor seinem neuen Laden waren als sich in den letzten Jahren in Leipzig f\u00fcr die Prozesse interessierten.<\/p>\n<p>2016 gab es Ans\u00e4tze und Bestrebungen, dass die Menschen jetzt eher ihre Blase in Connewitz verlassen und jene Menschen in Sachsen, der Provinz, unterst\u00fctzen, denen es noch beschissener geht, die nicht so viel bundesweite Solidarit\u00e4t nach rechten Angriffen erfahren, wie Connewitz nach dem 11. Januar. Davon ist heute, 5 Jahre danach, kaum noch etwas \u00fcbrig.<\/p>\n<p><strong>Nicht aufgeben.<\/strong><\/p>\n<p>Aber heute ist auch ein Ort und Tag, einmal Danke zu sagen. Danke an die Menschen in antifaschistischen Recherchestrukturen, die immer wieder die Netzwerke und Faschos bekannt machen und offenlegen. Die Journalist:innen, die recherchieren, berichten und sich nicht unterkriegen lassen. Danke an die Menschen und Projekte in Connewitz, die Prozessbeobachtung, Chronikle,\u201eRassismus t\u00f6tet!\u201c- Leipzig f\u00fcr die Veranstaltungen, Demos und Kundgebungen, die Solidarit\u00e4tsarbeit und all die Texte in den letzten Jahren. Danke an alle Antifaschist:innen, f\u00fcr die Antifaschismus bis heute Handarbeit ist, die Neonazis das Leben schwer machen und daf\u00fcr vom Staat verfolgt werden.<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr Lina und alle Antifaschist:innen.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr diese Veranstaltung heute und an alle daran Beteiligten.<\/p>\n<p>Alerta Antifascista<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir dokumentieren hier die Inhalte der Veranstaltung. Auf &#8222;la-presse.org&#8220; finden sich Bilder (eines haben wir auch f\u00fcr den Artikel verwendet) und ein Audio-Mitschnitt der Veranstaltung: hier entlang Der erste inhaltliche Beitrag findet sich in der neuen Brosch\u00fcre des Projekts chronik.LE: hier entlang Er ist von der Prozessdokumentation #le1101 Ein weiterer Redebeitrag auf der Veranstaltung: Einleitung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2431,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2430","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2430","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2430"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2430\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2432,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2430\/revisions\/2432"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2431"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2430"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2430"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2430"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}