{"id":2369,"date":"2020-10-29T15:11:04","date_gmt":"2020-10-29T13:11:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/?p=2369"},"modified":"2020-11-29T15:21:46","modified_gmt":"2020-11-29T13:21:46","slug":"redebeitrag-von-undogmatische-radikale-antifa-dresden-auf-der-demo-am-24-10-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/redebeitrag-von-undogmatische-radikale-antifa-dresden-auf-der-demo-am-24-10-2020\/","title":{"rendered":"Redebeitrag von &#8222;Undogmatische Radikale Antifa Dresden&#8220; auf der Demo am 24.10.2020"},"content":{"rendered":"<p>Lange war es ruhig, nach offizieller Lesart. Doch nach der Selbstenttarnung des sogenannten\u2028 \u201cNationalsozialistischen Untergrunds\u201d (NSU) im November 2011 war das Erschrecken gro\u00df,\u2028konnten sich Politik und gro\u00dfe Teile der Mehrheitsgesellschaft bis dato schlicht nicht vorstellen,\u2028dass von (Neo-)Nazis tats\u00e4chlich Gefahr ausgeht. Ja, sogar t\u00f6dliche.\u2028Im Oktober 2019 zieht ein \u201cvermutlicher Einzelt\u00e4ter\u201d an Jom Kippur durch das Paulusviertel in\u2028 Halle an der Saale und t\u00f6tet zwei Menschen. Haupts\u00e4chlich getrieben von Antisemitismus und\u2028 Antifeminismus, war das Ziel ein Massenmord an den j\u00fcdischen Besucher*innen der Synagoge von\u2028 Halle. Wieder ein \u201cAlarmzeichen\u201d, in \u201cDeutschland unvorstellbar\u201d.<\/p>\n<p>Im August 1979 werden zwei Vetragsarbeiter* in Merseburg (Sachsen-Anhalt) von (Neo-)Nazis\u2028get\u00f6tet. 1980 kommt es zum Attentat auf das M\u00fcnchner Oktoberfest \u2013 13 Menschen sterben und\u2028 211 werden teils schwer verletzt \u2013 und in Erlangen werden der Rabbiner und Verleger Shlomo\u2028 Lewin und seine Lebensgef\u00e4hrtin Frida Poeschke ermordet. Laut Amadeu-Antonio-Stiftung wurden\u2028allein seit 1990 mindestens 198 Menschen durch rechte Gewalt get\u00f6tet (+ 12 Verdachtsf\u00e4lle), davon\u202819 in Sachsen.<\/p>\n<p>Der Lebensweg vieler Menschen die von Nazis und der Mehrheitsgesellschaft als \u201cnichtdeutsch\u201d\u2028 Wahrgenommene, aus sozialchauvinistischen Gr\u00fcnden aus der gesellschaftlichen Mitte\u2028ausgeschlossen werden, wird bis heute von Hass begleitet.\u2028 Antifaschist*innen, die sich seit Jahren, seit Jahrzehnten dem Hass und rechter Gewalt\u2028entgegenstellen, sind oft genug selbst damit konfrontiert, f\u00fchlen sich von der Zivilgesellschaft\u2028alleine gelassen und werden massiv vom Staat kriminalisiert. Stichwort: Baseballschl\u00e4gerjahre \u2028Drei Tote durch rechte Gewalt in 2019 sind ein \u201cAlarmsignal\u201d, ein \u201cAlarmzeichen\u201d und \u201cin\u2028 Deutschland unvorstellbar\u201d? Mordende, vor allem gezielt mordende Rechte immer wieder nur\u2028\u201cEinzelt\u00e4ter\u201d?<\/p>\n<p>19zuViel soll zeigen, dass rechte Gewalt allt\u00e4glich ist und wirklich alle treffen kann, aber meist die\u2028Marginalisierten trifft. Die nach dem Bekanntwerden rechter Gewalt erprobte, hohle\u2028 Betroffenheitschoreografie der hiesigen Mehrheitsgesellschaft muss endlich aufh\u00f6ren, denn\u2028 Menschenfeinden und Brandstifter*innen muss das Handwerk gelegt werden! Rechte Gewalt\u2028 beginnt nicht erst mit dem Tritt gegen den Kopf. Sie beginnt mit einem gesamtgesellschaftlichen \u2028System, in der Menschen nach Herkunft, Konformit\u00e4t und Verwertbarkeit selektiert werden. In der\u2028 das Image des Standortes mehr z\u00e4hlt, als die Unversehrtheit nichtrechten Lebens und kritische\u2028 Stimmen wider dem rechten Zeitgeist. Eine Stimmung, in der der Bundesinnenminister t\u00f6nt: \u201cNie\u2028wieder!\u201d, aber das Engagement gegen Rechts diskreditiert, ja kriminalisiert wird und man lieber \u2028(Neo-)Faschist*innen zuh\u00f6rt, anstatt den Betroffenen rechter Gewalt. \u2028Wie aktuell und real die Gefahr ist, zeigt der rechte T\u00f6tungsversuch in der Nacht auf den 30. August\u2028in Dresden. In dieser Nacht stach ein 16-j\u00e4hriger Nazi auf zwei Nicht-Rechte ein und verletzte sie \u2028lebensgef\u00e4hrlich. Die Dresdener Staatsanwaltschaft will bis heute kein politisches Tatmotiv sehen\u2028 und die Presse scheint es, bis auf wenige Ausnahmen, nicht zu interessieren.<\/p>\n<p>Werte Mehrheitsgesellschaft, nimm diese rechte Schei\u00dfe endlich ernst und bek\u00e4mpfe sie, anstatt Faschos st\u00e4ndig klein oder nach dem Maul zu reden! Trotz strukturellen Rassimus in den deutschen\u2028 Sicherheitsbeh\u00f6rden, NSU2.0 und No-Go-Areas in manchen Regionen, reicht es meist nur zu einem\u2028 wohlorchestrierten Reigen aus Emp\u00f6rung und Entsetzen. So verweigert sich der Heimat-Horst\u2028 vehement gegen Studien zu rechten Einstellungen im hiesigen Sicherheitsapparat, da es diesen \u2028stigmatisieren w\u00fcrde. Aber rechte Gewalt ist f\u00fcr Viele hierzulande Alltag, das k\u00f6nnen wir nichtzulassen. Und es geht hier nicht um Au\u00dfnahmen oder Verr\u00fcckte, denn wer aus einer\u2028menschenverachtenden Ideologie heraus t\u00f6tet, ist nie \u201cEinzelt\u00e4ter\u201d!<\/p>\n<p>Deshalb lasst uns Alle gemeinsam f\u00fcr einen antifaschistischen Selbtschutz sorgen, der den\u2028 Menschenfeinden von CDU, AfD und den Neonazis wirklich etwas entgegensetzen kann.<\/p>\n<p>19 zuviel:<\/p>\n<p>31. M\u00e4rz 1991 \u2013 Jorge Jo\u00e3o Gomondai<\/p>\n<p>11. Oktober 1992 \u2013 Waltraud Scheffler<\/p>\n<p>19. Februar 1992 \u2013 Mike Zerna<\/p>\n<p>28. Mai 1994 \u2013 Klaus R.<\/p>\n<p>20. November 1994 \u2013 Michael G\u00e4bler<\/p>\n<p>25. Mai 1995 \u2013 Peter T.<\/p>\n<p>08. Mai 1996 \u2013 Bernd Grigol<\/p>\n<p>23. Oktober 1996 \u2013 Achmed Bachir<\/p>\n<p>29. Dezember 1998 \u2013 Nuno Lourenco<\/p>\n<p>02. Oktober 1999 \u2013 Patrick Th\u00fcrmer<\/p>\n<p>31. Januar 2000 \u2013 Bernd Schmidt<\/p>\n<p>20. April 2003 \u2013 G\u00fcnter T.<\/p>\n<p>04. Oktober 2003 \u2013 Thomas K.<\/p>\n<p>23. Juli 2008 \u2013 Karl-Heinz Teichmann<\/p>\n<p>01. Juli 2009 \u2013 Marwa El-Sherbini<\/p>\n<p>24. Oktober 2010 \u2013 Kamal Kilade<\/p>\n<p>27. Mai 2011 \u2013 Andr\u00e9 Kleinau<\/p>\n<p>01. M\u00e4rz 2017 \u2013 Ruth K.<\/p>\n<p>17. April 2018 \u2013 Christopher W.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ura-dresden.org\/\">Undogmatische Radikale Antifa Dresden<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lange war es ruhig, nach offizieller Lesart. 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