{"id":2317,"date":"2020-04-19T15:15:09","date_gmt":"2020-04-19T13:15:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/?p=2317"},"modified":"2020-04-21T12:54:39","modified_gmt":"2020-04-21T10:54:39","slug":"kundgebung-keine-einzeltaeter-rechtes-netzwerk-vor-gericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/kundgebung-keine-einzeltaeter-rechtes-netzwerk-vor-gericht\/","title":{"rendered":"Kundgebung: Keine Einzelt\u00e4ter \u2013 Rechtes Netzwerk vor Gericht &#8211; abgesagt"},"content":{"rendered":"<h3>Die Kundgebung ist abgesagt, der Prozess am 23.4. findet nicht statt. Sollte es einen neuen Termin geben, werden wir euch informieren.<\/h3>\n<p>Schaut auch auf: <a href=\"https:\/\/www.prozess1101.org\/\"><strong>https:\/\/www.prozess1101.org<\/strong><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Nach vier Jahren soll am 23. April 2020 erstmalig der bekannte Christopher H. aus Leipzig wegen des Neonazi-Angriffes in Connewitz vor dem Amtsgericht erscheinen. Mit ihm soll an jenem Tag auch der vierte Anlauf f\u00fcr einen Prozess gegen den s\u00e4chsischen Justizvollzugsbeamten Kersten H. unternommen werden. Ebenfalls soll Danny L. wegen des Angriffes am 11. Januar 2016 um 9 Uhr in Saal 200 vor Gericht erscheinen.<\/p>\n<p><strong>Bis heute kaum bekannte Kader aus Leipzig vor Gericht<\/strong><\/p>\n<p>Mit Christopher H. steht erstmalig ein seit Jahren bekannter rechter Akteur aus Leipzig vor Gericht. Er war <span class=\"caps\">MMA<\/span>-K\u00e4mpfer beim \u201cImperium Fight Team\u201c von Benjamin B. und war Mitglied der mittlerweile aufgel\u00f6sten Fangruppierung \u201cScenario Lok\u201c des 1. FC Lokomotive Leipzig. Im September 2016 war er zusammen mit ungef\u00e4hr 40 Neonazis und einer Gruppe Hooligans auf dem Weg nach Gera. Die Polizei stellte bei der Kontrolle der Gruppe <a href=\"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/?p=4452\">Messer, Schlagst\u00f6cke, Sturmhauben, Quartzhandschuhe, Pyrotechnik und Mundschutze fest<\/a>. In der Gruppe waren noch weitere Neonazis, die noch f\u00fcr den Neonazi-Angriff in Connewitz auf ihre Verhandlung warten.<\/p>\n<p><strong>Keine Netzwerke nur \u201cEinzelt\u00e4ter\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Ebenso wie bei den Morden des <span class=\"caps\">NSU<\/span>, beim Mord an L\u00fcbcke und den Morden in Hanau, interessieren sich Polizei und Staatsanwaltschaften nicht f\u00fcr die rechtsradikalen Netzwerke und Hintergr\u00fcnde. \u00c4hnlich ist es auch bei einem der gr\u00f6\u00dften und organisiertesten Angriffe der letzten Jahre in Sachsen: bis heute gibt es keine Ermittlungen und Verfahren gegen die Strukturen des Neonazi-Angriffs in Connewitz. Immer wieder behaupten die T\u00e4ter vor Gericht alleine dort gewesen zu sein und irgendwo hinten oder in der letzten Reihe gelaufen zu sein und sonst auch Nichts zu wissen oder gesehen zu haben.<\/p>\n<p>Immer wieder werden rechtsradikale Taten entpolitisiert und organisierte, sowie geplante Angriffe zu \u201eEinzelf\u00e4llen\u201c erkl\u00e4rt. Noch am Tatabend versuchte der Sprecher der Polizei Leipzig aus dem Angriff in Connewitz eine Auseinandersetzung unter Fu\u00dfballfans zu machen. Die langj\u00e4hrigen Strukturen und Akteure werden immer wieder verharmlost. Als w\u00e4ren Brutalit\u00e4t und zwanghafter Wahn nicht wesentliche Bestandteile faschistischer Identit\u00e4t. Als w\u00e4re die Gewalt, vom Zuschlagen bis zum Mord, nicht zwingende Folge der propagierten Vernichtungsideologie. Die menschenverachtenden Anschauungen motivieren Neonazis dazu, Schaden anzurichten, einzusch\u00fcchtern, Angst und Schrecken zu verbreiten. Umgekehrt soll aus der brutalen Tat die rechte Ideologie sprechen oder ablesbar sein. Rechte Gewalt und rechter Terror haben nicht zuletzt eine Binnenwirkung: Die Beteiligten versichern sich selbst \u2013 und den rechten \u201cSzenen\u201c \u2013 der eigenen Radikalit\u00e4t. Die m\u00e4nnliche Rollenerwartung, in der das Idealbild eines heroischen, harten \u201cK\u00e4mpfers\u201c und \u201cSoldaten\u201c passt besonders als Beschreibung zu den Neonazis in Leipzig, die sich als \u201eHooligans\u201c und im Kampfsport wieder finden.<\/p>\n<p><strong>Der vierte Versuch<\/strong><\/p>\n<p>Am 23. April wird erneut auch der s\u00e4chsische Justizvollzugsbeamte Kersten H. vor Gericht stehen. <a href=\"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/netzwerk-voller-einzeltaeter-vier-jahre-nach-dem-neo-nazi-angriff-auf-connewitz\/\">Am 9. Januar 2020 sollte er zusammen mit Daniel W., einem Projektleiter f\u00fcr \u00dcbertragungstechnik in einem \u201cTochterunternehmen\u201c des Mitteldeutschen Rundfunk (<span class=\"caps\">MDR<\/span>)<\/a>, vor Gericht erscheinen, tat er jedoch nicht. Er fehlte unentschuldigt. Es war der dritte Versuch einer Hauptverhandlung in diesem Verfahren. Zwei fr\u00fchere Termine im Januar und Juli 2018 platzten kurzfristig. Kersten H. tat nach dem Angriff auf Connewitz noch drei Jahre in s\u00e4chsischen Gef\u00e4ngnissen Dienst und war dort f\u00fcr weitere Mitangeklagte und inhaftierte Rechtsterroristen in seinem Arbeitsbereich \u201cBewacher\u201c. Das Amtsgericht erlies im Januar gegen Kersten H. einen Sitzungshaftbefehl, den das Landgericht Leipzig am 30. Januar auf Antrag von H. wieder aufhob.<\/p>\n<p><strong>Weitere Verfahren im April<\/strong><\/p>\n<p>Am 14. April sollten Christopher S. &amp; Nico W. aus Neukieritzsch vor Gericht erscheinen. Christopher S. war Fu\u00dfballspieler des Bornaer SV. Im April 2017 sorgte eine Solidarit\u00e4tsaktion seiner Mannschaft f\u00fcr ihn beim Torjubel f\u00fcr einen Spielabbruch gegen Roten Stern Leipzig, dessen Fanladen sich auf der Stra\u00dfe befindet, die von Neonazis 2016 angegriffen wurde.<\/p>\n<p>Am 22.04. geht die Verhandlung gegen Sven H. &amp; Kevin K. weiter. Beide kommen aus Gera und haben ebenfalls schon beim \u201eImperium Fighting Championship\u201c gek\u00e4mpft. Der Veranstalter der \u201eFighting Championship\u201c ist das \u201cImperium Fight Team\u201d, in dem Christopher H. K\u00e4mpfer ist. So erkl\u00e4rt sich auch wie T\u00e4ter aus Th\u00fcringen im Januar nach Connewitz gekommen sind und weshalb Neonazis im September aus Leipzig nach Gera fahren, um dort anzugreifen.<\/p>\n<p>Ebenfalls gibt es am 22.04. einen Prozess gegen das Ehepaar Enrico S. &amp; Heike S. aus Th\u00fcringen. Heike S. ist die einzige Frau gegen die es einen Prozess wegen dem Angriff in Connewitz geben wird.<\/p>\n<p><strong>Schaut hin!<\/strong><\/p>\n<p>Geht zu den Prozessen, schafft \u00d6ffentlichkeit und lasst die Zeug*innen, die bei den Prozessen aussagen m\u00fcssen, nicht mit den Neonazis alleine. Nur zusammen k\u00f6nnen wir die rechten Netzwerke publik machen und den Neonazis zeigen, dass wir uns nicht einsch\u00fcchtern lassen, weder 2016 noch heute.<\/p>\n<p>Rechte Netzwerke bek\u00e4mpfen, in Polizei, Justiz und Medien!<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Kundgebung am 23. April 2020 um 8 Uhr vor dem Amtsgericht Leipzig in der Bernhard-G\u00f6ring-Stra\u00dfe<\/h3>\n<hr \/>\n<p><strong>Achtet bitte auf Einhaltung eines Mindestabstandes von 1,5 Metern und tragt eine Mund-Nasenbedeckung, wie die &#8222;<\/strong><strong>Corona-Schutz-Verordnung&#8220; ab dem 20. April verlangt.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kundgebung ist abgesagt, der Prozess am 23.4. findet nicht statt. Sollte es einen neuen Termin geben, werden wir euch informieren. Schaut auch auf: https:\/\/www.prozess1101.org Nach vier Jahren soll am 23. April 2020 erstmalig der bekannte Christopher H. aus Leipzig wegen des Neonazi-Angriffes in Connewitz vor dem Amtsgericht erscheinen. 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