{"id":2189,"date":"2019-01-18T18:30:54","date_gmt":"2019-01-18T16:30:54","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=2189"},"modified":"2019-01-18T18:30:56","modified_gmt":"2019-01-18T16:30:56","slug":"kundgebungkein-neonaziangriff-wird-vergessen-die-zweite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/kundgebungkein-neonaziangriff-wird-vergessen-die-zweite\/","title":{"rendered":"Kundgebung: Kein Freispruch f\u00fcr Nazis und Justiz &#8211; Kein Neonaziangriff wird vergessen \/ Die Zweite!"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:14px\">Am 10. Januar 2019 h\u00e4tte vor dem Amtsgericht noch ein Verfahren gegen zwei weitere mutma\u00dfliche T\u00e4ter vom Neonazi-Angriff in Connewitz vom 11.01.2016 statt finden sollen. Der urspr\u00fcnglich angesetzte Termin wurde jedoch kurzfristig abgesagt, ein Verteidiger der T\u00e4ter sei krankheitsbedingt verhindert, hie\u00df es. Wir wollen uns davon jedoch nicht abschrecken lassen den n\u00e4chsten Termin beim Amtsgericht gegen nun vier T\u00e4ter zu besuchen. Schaut jedoch vorher auf unsere Seite, falls der Termin wieder \u201ekurzfristig\u201c verschoben wird.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Am 23. Januar 2019 soll nun das n\u00e4chste Verfahren gegen Sven H., Kevin K, Alexander L. und Nik W. statt finden. Dazu ein paar Hintergr\u00fcnde gegen die vier Beschuldigten:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Sven H. aus Gera arbeitet nach letztem Stand als Fachkraft f\u00fcr Arbeitssicherheit bei der Firma \u201eSanit\u00e4ts- und Gesundheitshaus Carquevielle GmbH\u201c. Er ist Mixed Martials Arts \u2013 K\u00e4mpfer und k\u00e4mpfte bereits zwei Mal bei der \u201eImperium Fighting Championship\u201c und trainiert zusammen beim \u201eTeam B\u00e4umler -ASC Ronneburg\u201c. Er nahm im November 2013 an einer von der NPD organisierten Demonstration in Schneeberg teil. Au\u00dferdem steht Kevin K. vor Gericht, der ebenfalls aus Gera kommt. Zu sehen ist er in einem Spiegel TV Beitrag aus dem Jahr 2013 &#8211; als Rekrut bei der Bundeswehr. Auch er ist Mixed Martial Arts &#8211; K\u00e4mpfer und hat ebenfalls zwei Mal bei der \u201eImperium Fighting Championship\u201c gek\u00e4mpft und findet sich auch beim \u201eTeam B\u00e4umler \u2013 ASC Ronneburg\u201c. Ebenfalls angeklagt ist Alexander L. aus Leipzig. Er wird Scenario Lok Leipzig, Rowdys Eastside und der Fanszene von Lok Leipzig zugerechnet. Er sei selbst\u00e4ndiger Bauarbeiter und geh\u00f6rte zu einer Gruppe aus ungef\u00e4hr 40 Personen, die am 25. September 2016 in Gera von der Polizei festgesetzt wurden. Diese planten Fans der BSG Chemie Leipzig zu \u00fcberfallen, dabei stellte die Polizei bei der Gruppe Messer, Schlagst\u00f6cke, Strurmhauben, Quartzhandschuhe, Pyrotechnik und Mundschutz sicher. Weiter wird gegen Nik W. aus Leipzig verhandelt. Er soll beim Imperium Fight Team trainieren und tr\u00e4gt ein Tattoo der Rowdys Eastside auf dem R\u00fccken neben zwei Gesichtern von Soldaten, die SS-M\u00fctzen tragen. Er geh\u00f6rte 2014 zu einer Gruppe die beim Auszug der NPD aus der Odermannstra\u00dfe 8 in Lindenau das \u201enationale Zentrum\u201c abbaute und r\u00e4umte. Auf den Facebook-Seiten der Beschuldigten fanden sich viele \u00e4hnliche Interessen wie: \u201eBenjamin Brinsa, Fanszene Lokomotive Leipzig, Haifischbar Leipzig, Imperium Fighting Championship, Imperium Fight Team, PRO GSL Security, Tattoo Royal Wurzen, Tattoonick Stichfest, Bushido Muay Thai &amp; Free Fight Team, Underdogs MC Saalekreis, LEGIDA, Thor Steinar, TiefSinn Fotografie, Christopher Henze\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Viele der Angeklagten betreiben den Sport \u201eMixed Martial Arts\u201c, sie sind in keinster Weise in \u201eunpolitischen\u201d Sportvereinen organisiert, dessen Mitglieder zuf\u00e4llig den NS-Aktivismus zum Hobby haben. Ganz im Gegenteil: Dahinter steht ein ganzes Neonazi-Netzwerk, welches Kampfsport einerseits erfolgreich vermarktet, andererseits aber diesen auch gezielt au\u00dferhalb sportlicher Wettk\u00e4mpfe anwendet. Deutlich wurde die Existenz der rechten Netzwerke in Leipzig vor allem am 11. Januar 2016, beim Neonazi-\u00dcberfall auf Connewitz.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Unter den T\u00e4ter_innen waren altbekannte Neonazi-Akteure aus dem Leipziger Umland, Protagonisten der rechten Lok-Fanszene, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Leipziger Sicherheitsunternehmen und K\u00e4mpfer des \u201eImperium Fight Team\u201c bzw. der \u201eImperium Fighting Championship\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Seit einer Weile besch\u00e4ftigt sich das antifaschistische Ladenschlussb\u00fcndnis mit einer Immobile, die ein wichtiger Bezugspunkt der \u00f6rtlichen Szene ist, der Kamenzer Stra\u00dfe 10\/12. Das Objekt im Leipziger Nordosten fungierte vor allem 2008\/09 als Veranstaltungsort f\u00fcr Neonazikonzerte. Dies wurde seinerzeit von Stadt und Polizei mittels bauordnungsrechtlicher Auflagen eingeschr\u00e4nkt. Nichts desto trotz fanden im Objekt seitdem immer wieder punktuell neonazistische Konzerte und Partys statt. Der letzte Versuch am 13. Januar 2018 wurde von der Polizei unterbunden.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Seit 2017 ist die Kamenzer Stra\u00dfe 10 Trainingsort des \u201eImperium Fight Teams\u201c von Benjamin Brinsa. Ein Kampfsport-Gym, dass sich aus den Hooligan-Strukturen von Lok Leipzig und aus rechten Aktivist_innen der Region aktiviert. Auf dem stattlichen Areal im Leipziger Nordosten ist zudem auch der Motorradclub \u201eRowdys Eastside\u201c ans\u00e4ssig. Der seit 2015 bestehende Motorradclub firmiert auch als \u201eBruderschaft 18\u201d \u2013 ein K\u00fcrzel f\u00fcr die Initialen Adolf Hitlers. Die ungef\u00e4hr zehn Mitglieder sind neonazistische Fu\u00dfballfans des 1. FC Lokomotive Leipzig. Sieben Angreifer aus Connewitz werden dem Motorradclub zugeordnet. Weiterhin fungiert das Objekt als Postadresse und mutma\u00dflicher Lagerort f\u00fcr diverse Gewerbe. Das Areal geh\u00f6rt seit 2007 Ludwig K., der seit Jahrzehnten Verbindungen in die Neonazi-Szene unterh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ehemals KZ-Au\u00dfenlager \u2013 heute Trainingsort f\u00fcr Neonazis<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Au\u00dfer einer kleinen Erinnerungstafel erinnert heute Nichts mehr an die Geschichte des zweist\u00f6ckigen Geb\u00e4udes in der Kamenzer Str. 12 und des angrenzenden Areals. Hier befand sich zwischen Sommer 1944 und April 1945 das gr\u00f6\u00dfte Frauenau\u00dfenlager des KZ Buchenwald. In dem mit Stacheldraht umz\u00e4unten und von SS-Wachmannschaften bewachten Au\u00dfenlager \u201eHASAG Leipzig\u201c waren \u00fcber 5000 Frauen und M\u00e4dchen inhaftiert. Der Gro\u00dfteil von ihnen waren \u201epolitische\u201c und \u201ej\u00fcdische\u201c Polinnen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Die H\u00e4ftlinge mussten jeden Tag in 12-st\u00fcndigen Tag- und Nachtschichten unter schwersten Bedingungen Munition, Granaten und Panzerf\u00e4uste f\u00fcr den R\u00fcstungskonzern Hugo-Schneider-AG HASAG produzieren. Untergebracht waren sie in einem ehemaligen Werksgeb\u00e4ude der HASAG. Dabei handelt es sich um jenes Geb\u00e4ude, das heute unter der Adresse Kamenzer Str. 12 zu finden ist. Zur Unterbringung der H\u00e4ftlinge hatte die HASAG dieses Geb\u00e4ude in 23 sogenannte Bl\u00f6cke unterteilt. In jedem Block waren mehrere hundert Frauen und M\u00e4dchen zusammengepfercht. Sie litten unter Hunger, Krankheiten, Ersch\u00f6pfung und unter der Gewalt der SS und deutscher Betriebsangeh\u00f6riger, der sie im Lager und bei der Arbeit ausgesetzt waren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rechte Netzwerke offenlegen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Einen weiteren Termin wollen wir euch nicht verschweigen, bereits am 22. Januar gibt es einen Prozess gegen Jonas F.. Er arbeitete 2013 bei der Firma \u201eHeizung und Sanit\u00e4rbau Leipzig GmbH\u201c, boxt beim Bushido-Free-Fight-Team und spielt(e) Fu\u00dfball beim SSV St\u00f6tteritz und Lok Leipzig. Einige seiner Interessen auf Facebook sind: \u201eAlternative f\u00fcr Deutschland (AfD), Bushido Muay Thai &amp; Free Fight Team, B\u00fcrgerinitiative Gohlis sagt Nein, Erik &amp; Sons, Fanszene Lokomotive Leipzig, Identit\u00e4re Bewegung Deutschland, Imperium Fight Team, Imperium Fighting Championship, Label 23, LEGIDA, Strong Viking Deutschland, TiefSinn Fotografie, Wir sind Lok Leipzig&#8220;. Wir denken jedoch, dass der Prozess einen Tag sp\u00e4ter mit den vier Angeklagten interessanter sein d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Kommt am 23. Januar 2019 um 8 Uhr vor das Amtsgericht Leipzig. Wir haben keine Forderungen an die s\u00e4chsische Justiz, die ihre Deals mit den Neonazis macht. Wir wollen auf die Hintergr\u00fcnde und Strukturen der rechten Netzwerke verweisen und deutlich machen, es sind diese Personen, die seit Jahrzehnten Menschen angreifen und den rechten Terror in Sachsen unterst\u00fctzen. Dagegen hilft nur antifaschistischer Selbstschutz. Kommt zum Gericht, schaut euch die rechten Akteure an und organisiert euch.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>23. Januar 2019 um 8 Uhr Amtsgericht Leipzig<\/strong><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 10. Januar 2019 h\u00e4tte vor dem Amtsgericht noch ein Verfahren gegen zwei weitere mutma\u00dfliche T\u00e4ter vom Neonazi-Angriff in Connewitz vom 11.01.2016 statt finden sollen. Der urspr\u00fcnglich angesetzte Termin wurde jedoch kurzfristig abgesagt, ein Verteidiger der T\u00e4ter sei krankheitsbedingt verhindert, hie\u00df es. 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