{"id":2024,"date":"2017-10-12T12:35:51","date_gmt":"2017-10-12T10:35:51","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=2024"},"modified":"2018-10-15T14:10:28","modified_gmt":"2018-10-15T12:10:28","slug":"aktiv-gedenken-statt-schweigend-vergessen-rassismus-toetet-in-gedenken-an-achmed-b-und-kamal-k","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/aktiv-gedenken-statt-schweigend-vergessen-rassismus-toetet-in-gedenken-an-achmed-b-und-kamal-k\/","title":{"rendered":"Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen! \u2013 Rassismus t\u00f6tet! \u2014 In Gedenken an Achmed B. und Kamal K."},"content":{"rendered":"<h3>23.Oktober: Kundgebung in Gedenken an Achmed B. um 18 Uhr Karl-Liebknecht-Stra\u00dfe \/ Schletterstra\u00dfe<\/h3>\n<h3>24. Oktober: Demonstration in Gedenken an Kamal K. um 17 Uhr im Park vor dem Leipziger Hauptbahnhof<\/h3>\n<p>Die Demonstration am 24.10. f\u00fchrt zur &#8222;<a href=\"http:\/\/initiativkreis.blogsport.de\/2017\/10\/11\/leipziger-rede-2017\/\">Leipziger Rede<\/a>&#8220; vom Initiativkreis Antirassismus. Die Kundgebung und Demonstration findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe \u201c<a href=\"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/index.php\/aktiv-gedenken-statt-schweigend-vergessen\/\">Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!<\/a>\u201d statt.<\/p>\n<p>Der aus Syrien kommende Asylsuchende Achmed B., 30 Jahre alt, wird am 23. Oktober 1996 von zwei jungen Nazis, Daniel Z. (20) und Norman E. (18), erstochen. Nachdem die T\u00e4ter stundenlang faschistische und rassistische Parolen gr\u00f6lend durch die Stadt gezogen sind, betreten sie am Abend ein Gem\u00fcsegesch\u00e4ft in der Leipziger S\u00fcdvorstadt. Zun\u00e4chst beschimpfen sie die Verk\u00e4uferinnen als \u201eT\u00fcrkenfotzen\u201c und \u201eT\u00fcrkenschlampen\u201c und dr\u00e4ngen sie an eine Wand. Als Achmed B. seinen Kolleginnen zur Hilfe kommen will, wird er angegriffen. Nachdem es ihm gelingt, die beiden Angreifer aus dem Gesch\u00e4ft herauszubewegen, sticht einer der beiden auf Achmed B. ein.<\/p>\n<p>Der Mord mit rassistischem Hintergrund wird von Vertreter_innen der Stadt zum Teil verharmlost. So behauptet der damalige Oberb\u00fcrgermeister Hinrich Lehmann-Grube: \u201eein rechtsextremes Potenzial ist mir hier nie begegnet\u201c und Leipzigs \u201eAusl\u00e4nderbeauftragter\u201c Stojan Gugutschkow pflichtet ihm bei: \u201eEs h\u00e4tte auch irgendeinen Deutschen treffen k\u00f6nnen\u201c. Z. und E. werden wegen \u201eMordes aus niedrigen Beweggr\u00fcnden\u201c angeklagt. Etwa ein Jahr sp\u00e4ter f\u00e4llen die Richter des Landgerichts Leipzig das Urteil: Daniel Z.wird zu neuneinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt, sein Mitt\u00e4ter Norman E. erh\u00e4lt wegen Beihilfe viereinhalb Jahre Gef\u00e4ngnis. Laut Staatsanwaltschaft gebe es \u201ekeine Anhaltspunkte f\u00fcr einen fremdenfeindlichen Hintergrund\u201c, stattdessen handle es sich um eine \u201espontane Tat\u201c.<\/p>\n<p>Erst 15 Jahre nach der Ermordung von Achmed B., wurde die Tat als rassistisch motiviert anerkannt.<\/p>\n<p><strong>24. Oktober 2010: zwei Neonazis ermorden Kamal<\/strong><\/p>\n<p>Am Dienstag dem 24. Oktober 2017 j\u00e4hrt sich der Mord an Kamal K. zum siebten Mal. Er wurde von den verurteilen Neonazis Daniel K. und Marcus E. im C.-W.-M\u00fcller-Park gegen\u00fcber des Hauptbahnhofes angegriffen und verstarb kurz darauf im Krankenhaus an seinen Verletzungen.<\/p>\n<p>Daniel K., der w\u00e4hrend der Tatnacht sowie bei seiner Verhaftung einen Pullover mit dem Schriftzug \u201eKick off Antifascism\u201c trug, hatte Kamal mit einem Pfefferspray die M\u00f6glichkeit zur Verteidigung genommen, als dieser einem Freund zu Hilfe kommen wollte. Marcus E., der erst kurz zuvor aus der Haft entlassen worden war, nutzte die Situation aus und stach Kamal nieder. Marcus E. wurde wegen Mordes zu 13 Jahren Haft mit anschlie\u00dfender Sicherheitsverwahrung, Daniel K. wegen gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung zu drei Jahren Haftstrafe, verurteilt. Mittlerweile befindet sich Daniel K., der Sohn eines Leipziger Kriminalbeamten, wieder auf freiem Fu\u00df.<\/p>\n<p>An einem aktiven Gedenken, an diesen rassistisch motivierten Mord, hat sich die Stadt Leipzig lediglich bei der Einweihung des Gedenksteins an Kamal beteiligt. Die Errichtung dessen wurde beh\u00f6rdlich eher behindert als aktiv gef\u00f6rdert. Der Initiative von Kamals Familie, Gruppen und Einzelpersonen ist es zu verdanken, dass dieser Gedenkstein initiiert werden konnte.<\/p>\n<p>Solch ein Mord aus \u201cniederen Beweggr\u00fcnden\u201d, wie der zust\u00e4ndige Richter diesen in der Urteilsverk\u00fcndung klassifizierte, geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern in einem gesellschaftlichen Klima, das sich durch rassistische Mobilisierungen immer weiter versch\u00e4rft.<br \/>\nIn Leipzig wurden seit 1990 mindestens acht Menschen Todesopfer rechts-motivierter Gewalt; hinzu kommen zwei Verdachtsf\u00e4lle \u2013 bundesweit gab es seitdem 188 weitere Morde.<\/p>\n<p>Wir wollen, dass Menschen wie Achmed B. und Kamal K. nicht vergessen werden, Menschen, die nicht ins Weltbild von deutschen T\u00e4terInnen passten und deshalb ihr Leben lassen mussten.<\/p>\n<p>Niemand wird vergessen, nichts ist vergeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23.Oktober: Kundgebung in Gedenken an Achmed B. um 18 Uhr Karl-Liebknecht-Stra\u00dfe \/ Schletterstra\u00dfe 24. 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