{"id":1978,"date":"2017-05-25T16:12:21","date_gmt":"2017-05-25T14:12:21","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=1978"},"modified":"2018-10-15T14:11:20","modified_gmt":"2018-10-15T12:11:20","slug":"aktiv-gedenken-statt-schweigend-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/aktiv-gedenken-statt-schweigend-vergessen\/","title":{"rendered":"Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!"},"content":{"rendered":"<p>Antifaschistisches Gedenken ist unerl\u00e4sslich. Das u\u0308berwiegende Schweigen der Gesellschaft zu rassistischen, sozialdarwinistischen, sexistischen, homosexuellenfeindlichen und antisemitischen Zust\u00e4nden ist allgegenw\u00e4rtig. Dieses Schweigen gilt es zu durchbrechen. So wurden in Leipzig seit 1990 mindestens 10 Menschen aus rechten Motiven ermordet. Seit 2011 fand deshalb in Leipzig eine j\u00e4hrliche Gedenkdemonstration fu\u0308r den 2010 von Neonazis ermordeten Kamal K. statt. Diese Demonstration war ein Gedenken an alle Opfer rechter Gewalt. Mit der Veranstaltungsreihe \u201cAktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!\u201d soll u\u0308ber das weitere Jahr an Opfer rechter Gewalt erinnert werden.<\/p>\n<p><strong>Aktives Gedenken!<\/strong><\/p>\n<p>Das aktive Erinnern an rechte Gewalttaten und an die Konsequenzen, welche diese fu\u0308r die betroffenen Familien und Freund*innen haben, ist zentral fu\u0308r eine antifaschistische Politik. Der Blick auf den NSU-Komplex zeigt deutlich, dass die Arbeit parlamentarischer Untersuchungsausschu\u0308sse und Gerichtsverfahren kaum greifen. Erst durch das Eingreifen nichtstaatlicher Gruppen und Initiativen wird den Opfern, Betroffenen und deren Angeh\u00f6rigen ein angemessenes Gedenken erm\u00f6glicht.<br \/>\nNicht nur, dass die Aufkl\u00e4rung rechter Gewalttaten h\u00e4ufig durch das Nichtbennen rassistischer Tatmotive behindert wird, sind es in der Regel staatliche Akteur*innen, die ein Erinnern im Sinne der Betroffenen verhindern oder sabotieren.<br \/>\nDas Anklagen rechter \u00dcbergriffe und das vehemente Erinnern daran muss politische Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein. Die Tat an sich verdeutlicht die gesellschaftlichen Zust\u00e4nde. Es sollte nicht zuletzt all denen, die als Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft frei von diskriminierenden Alltagserfahrungen sind und u\u0308ber allgegenw\u00e4rtige Privilegien verfu\u0308gen, vergegenw\u00e4rtigen, welche t\u00f6dlichen Konsequenzen menschenverachtende Einstellungen mit sich bringen.<\/p>\n<p><strong>Denkmal? Denk mal!<\/strong><\/p>\n<p>Ein Denkmal oder ein Gedenkstein ist eine klassische Forderung, um an rechte Morde oder Gewalttaten zu erinnern. Auch in Leipzig gibt es einen Gedenkort fu\u0308r Todesopfer rechter Gewalt seit 1990, jenen fu\u0308r Kamal K.. Doch nicht alle Todesopfer rechter Gewalt haben einen solchen Ort der Erinnerung erhalten. Denn eine Gedenktafel anl\u00e4sslich einer rechtsmotivierten Gewalttat zu errichten, bedeutet fu\u0308r die st\u00e4dtische Politik lediglich negative Eigenwerbung.<br \/>\nGedenkorte sind wichtig, weil sie ein Zeichen gegen das Vergessen und Verdr\u00e4ngen in einer Gesellschaft sein k\u00f6nnen. Oft werden rechte Morde als abegschlossene Ereignisse tituliert. Diese k\u00f6nnen jedoch nicht als singul\u00e4re Taten gesehen werden, sondern mu\u0308ssen in die gesellschaftlichen Kontinuit\u00e4ten von Rassismus und rechter Gewalt in Deutschland und speziell hier in Leipzig betrachtet werden.<\/p>\n<p>Gedenkorte sollen zudem ein dauerhafter Platz der Erinnerung fu\u0308r die Betroffenen und Hinterbliebenen sein. Aus diesem Grund m\u00f6chten wir mit unserer diesj\u00e4hrigen Veranstaltungsreihe \u201eAktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!\u201c an all diese Menschen erinnern. Das werden wir auch an den Orten tun, an denen es bisher keine Erinnerung fu\u0308r die Ermordeten gibt.<br \/>\nWir werden eine Reihe von Kundgebungen und Aktionen veranstalten und mit euch an die Orte fahren, die zu Tatorten rechter Gewalt wurden. Wir wollen damit eine Verknu\u0308pfung von&nbsp; Gedenkorten und konkreten politischen Forderungen herbeifu\u0308hren:<\/p>\n<p>\u25a0 Benennung der Ereignisse und ihrer dahinter stehenden menschenverachtenden Ideologien<br \/>\n\u25a0 Aufmerksamkeit fu\u0308r die Situation der Betroffenen<br \/>\n\u25a0 Auseinandersetzung mit den Ursachen rechter Gewalt<\/p>\n<p>Denn eines darf nie vergessen werden: Ein Gedenkort bedeutet nicht gleichzeitig ein aktives Gedenken. Dieses gilt es immer wieder zu erneuern und mit der Gefahr rechter Gewalt im Hier und Jetzt in Verbindung zu bringen. Nach der Schaffung eines Gedenkortes darf der Diskurs um die Hintergru\u0308nde der Taten nicht aufh\u00f6ren. Und an all den Tatorten wollen wir diese Debatte zu den Menschen in der Nachbarschaft tragen, die die Taten wahrscheinlich l\u00e4ngst vergessen haben. Diesem Vergessen wollen und mu\u0308ssen wir entschieden entgegen wirken. Es gilt immer noch:<\/p>\n<p>Kein Vergessen \u2013 Kein Vergeben.<br \/>\nFu\u0308r ein aktives Gedenken.<\/p>\n<p>\u201cRassismus t\u00f6tet!\u201d &#8211; Leipzig, Mai 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antifaschistisches Gedenken ist unerl\u00e4sslich. Das u\u0308berwiegende Schweigen der Gesellschaft zu rassistischen, sozialdarwinistischen, sexistischen, homosexuellenfeindlichen und antisemitischen Zust\u00e4nden ist allgegenw\u00e4rtig. Dieses Schweigen gilt es zu durchbrechen. So wurden in Leipzig seit 1990 mindestens 10 Menschen aus rechten Motiven ermordet. Seit 2011 fand deshalb in Leipzig eine j\u00e4hrliche Gedenkdemonstration fu\u0308r den 2010 von Neonazis ermordeten Kamal K. 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