{"id":1839,"date":"2015-12-01T19:44:58","date_gmt":"2015-12-01T17:44:58","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=1839"},"modified":"2016-10-18T14:00:21","modified_gmt":"2016-10-18T12:00:21","slug":"aufruf-die-rechten-zu-boden-fuer-konsequenten-antifaschismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/aufruf-die-rechten-zu-boden-fuer-konsequenten-antifaschismus\/","title":{"rendered":"Aufruf: Die Rechten zu Boden &#8211; F\u00fcr konsequenten Antifaschismus"},"content":{"rendered":"<div id=\"magicdomid11\" class=\"\" style=\"text-align: justify;\">\n<p><span class=\"\">Seit mehreren Jahren kommt es in ganz Deutschland zum Erstarken rechter und zu rassistischer Organisationen und Strukturen. Bundesweit gibt es keine Region in der es in den letzten Monaten nicht zur Gr\u00fcndung rassistischer B\u00fcrger*inneninitiativen gekommen ist und sich die Parteien von CDU\/CSU, AfD, SPD und Gr\u00fcne daran machen, den gesellschaftlichen Rassismus <strong>[1]<\/strong> in Gesetzesform zu bringen. Es gibt kaum noch Orte, in denen sich nicht alle m\u00f6glichen \u201cDeutschen\u201d gegen Menschen erheben, die vor Krieg, Verfolgung und f\u00fcr ein besseres Leben ihr Zuhause verlassen haben. Sachsen ist in dem immer st\u00e4rker werdenden v\u00f6lkischen Nationalismus und Rassismus bundesweit Spitze. Nirgendwo sonst gibt es so viele rassistische Aufm\u00e4rsche und Angriffe auf Unterk\u00fcnfte und Menschen die nicht ins Bild der Rassist*innen passen.<\/span><\/p>\n<p>Dass Deutschland seine Grenzen weiter dicht macht und das letzte F\u00fcnkchen Asylrecht weiter abtr\u00e4gt, reicht Pegida und Co. jedoch l\u00e4ngst nicht mehr aus. In kulturalistisch-rassistischer Manier wird munter weiter gegen eine zu starke \u201eDurchmischung\u201c der vermeintlich urspr\u00fcnglichen Bev\u00f6lkerung gehetzt. In weiten Teilen der Politik wird diese &#8222;Sorge&#8220; aufgegriffen und ernsthaft diskutiert.<\/p>\n<p>Mit dem Aufkommen von Pegida und Legida vor einem knappen Jahr erfuhren nicht nur rassistische Gruppierungen au\u00dferhalb des Parlaments einen starken Aufwind. Auch die nationalistische und sozialchauvinistische AfD, versucht die Gunst der Stunde zu nutzen, um das rassistische Potenzial von der Stra\u00dfe in Prozente zu wandeln. Doch dies ist gar nicht mehr notwendig, schon gar nicht in Sachsen mit der CDU und SPD. Auf den Stra\u00dfen tobt der rassistische Mob und die deutsche &#8222;Willkommenskultur&#8220; neigt sich dem Ende, welche wohl eher Imagepflege des &#8222;gel\u00e4uterten Deutschlands&#8220; und Selbstbeweihr\u00e4ucherung ist. Gleichzeitig setzt die Bundesregierung immer weitere rassistische Gesetzesentw\u00fcrfe durch.<\/p>\n<p>In CDU\/CSU, Gr\u00fcne und SPD konnten Asylsuchende noch nie Hoffnungen setzen, dass sich die Zust\u00e4nde zum Positiven entwickeln. Andreas Scheuner (CSU) will aufgrund der Zunahme der Asylsuchenden schnellstm\u00f6glich die Grenzen schlie\u00dfen und &#8222;wieder Recht und Gesetz herstellen&#8220;, um das \u201eStaatsgebiet zu sch\u00fctzen\u201c. Thomas De Maizi\u00e8re (CDU) schwadroniert unter anderem dar\u00fcber, dass Afghanistan schon &#8222;viel Entwicklungshilfe bekommen&#8220; habe. &#8222;Da kann man auch erwarten, dass die Menschen dort bleiben&#8220;, so der deutsche Innenminister weiter. W\u00e4hrend jene in den Parlamenten und Politik die Messer sch\u00e4rfen und rassistische Brandstifter*innen in ihrem Tun und Handeln quasi den Weg ebnen.<\/p>\n<p>Seit knapp einem Jahr konzentriert sich antifaschistisches Reagieren auf die w\u00f6chentlichen Aufm\u00e4rsche von Pegida sowie ihrer anderen v\u00f6lkischen Abklatsche. Trifft die Bezeichnung der rassistischen Bewegung auf die -Gidas zu, verkennt die blo\u00dfe Fokussierung auf den Rassismus das weiterf\u00fchrende menschenverachtende Ausma\u00df. So wies das Leipziger 8.M\u00e4rz-B\u00fcndnis auf den &#8222;Sexismus* und [die] LGBTQI*-Feindlichkeit&#8220; von Pegida\/Legida hin. Gleichfalls zeigte das B\u00fcndnis die durch v\u00f6lkische Ideologien gepr\u00e4gten Ansichten \u00fcber die Rolle der Frau auf. Schon Ende 2014 war ersichtlich, dass ein Teil des Erfolges von Pegida auf der M\u00f6glichkeit beruht, den eigenen Hass \u00f6ffentlich zu pr\u00e4sentieren: Sei es gegen die GEZ, &#8222;die da oben&#8220;, vermeintliche Muslima_Muslime, das Herbeihalluzinieren einer &#8222;j\u00fcdischen Weltverschw\u00f6rung&#8220;; f\u00fcr alle Menschen mit reaktion\u00e4ren Ansichten war etwas dabei. Es wird jedoch deutlich, dass die radikale Linke nicht nur die Aufm\u00e4rsche auf der Stra\u00dfe zum Ziel haben darf, sondern sich gegen die immer st\u00e4rker werdende gesamtgesellschaftliche Rechte wenden muss.<\/p>\n<p>Wenn das Jahr 2015 also eines gezeigt hat, dann die Tatsache, dass die Unterst\u00fctzung von Gefl\u00fcchteten und der Kampf gegen Rassist*innen selbst gemacht werden muss. Antifaschistische Arbeit bleibt unerl\u00e4sslich. Die verschiedenen Ebenen sind dabei vielschichtig und oftmals kr\u00e4ftezehrend. Das permanente krtische Hinterfragen von lokaler bis bundesweiter Politik, Recherche im Netz und auf der Stra\u00dfe und jede Woche mehrere Kartoffelaufl\u00e4ufe, denen entgegengetreten werden muss.<\/p>\n<p>Wenn die Rechten am 12.12. im Leipziger-S\u00fcden zu Boden gehen, darf konsequenter Antifaschismus nicht beim Kampf gegen Nazis, Rassist*innen und Sexist*innen an diesem Tag aufh\u00f6ren, sondern muss sich auch mit den Ursachen auseinandersetzen und die befreite Gesellschaft zum Ziel haben. Erreichbar ist diese nur durch radikale Kritik und Praxis gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse, die jedoch immer aufs Neue formuliert und dem gesellschaftlichem Wandel entsprechend weiterentwickelt werden muss. Gleichzeitig ist es aber auch die Erkenntnis, die K\u00e4mpfe jener Menschen, die strukturell ausgegrenzt und benachteiligt werden, zu verbinden. Diese K\u00e4mpfe, die auch in den eigenen K\u00f6pfen und Strukturen stattfinden und nicht ohne Widerspr\u00fcche und Br\u00fcche auskommen, richten sich u.a. gegen das Patriarchat, Heterosexismus, Rassismus, K\u00f6rpernormen sowie die Konkurrenz- und Leistungsgesellschaft.<\/p>\n<p>Sparen wir uns am 12.12. den Verbalradikalismus und tun, was notwendig ist.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"\" style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span class=\"\"><strong>Demonstration:<\/strong><\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span class=\"\"><strong>11. Dezember um 19 Uhr ab\u00a0 <\/strong><strong>Alexis-Schumann-Platz<\/strong><\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>FU\u00dfNOTE<\/strong><br \/>\n[1] Auch wenn es in der Mehrheitsgesellschaft sowie einigen \u201elinken\u201c Zusammenh\u00e4ngen en vogue scheint, Rassismus nicht als solchen zu benennen, sondern als \u201eAusl\u00e4nderfeindlichkeit\u201c oder \u201eFremdenfeindlichkeit\u201c, benutzen wir diesen bewusst. Sowohl \u201eAusl\u00e4nderfeindlichkeit\u201c als auch \u201eFremdenfeindlichkeit\u201c reproduzieren Rassismus, wird den Betroffenen doch unterstellt, \u201efremd\u201c bzw. \u201eausl\u00e4ndisch\u201c zu sein. Letzteres betrifft auch keine rechtliche Stellung, sondern den als \u201efremd\u201c oder \u201eausl\u00e4ndisch\u201c stigmatisierten Menschen wird eine Abweichung zugeschrieben, die sich auf ihr \u00c4u\u00dferes oder ihre vermeintliche Kultur bezieht, beides jedoch nicht der hiesigen Norm entspr\u00e4che. So sind Menschen von rassistisch-motivierter Gewalt betroffen, die nicht-wei\u00df sind, aber in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und die hiesige Staatsangeh\u00f6rigkeit besitzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehreren Jahren kommt es in ganz Deutschland zum Erstarken rechter und zu rassistischer Organisationen und Strukturen. 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