{"id":1786,"date":"2015-10-26T12:05:51","date_gmt":"2015-10-26T10:05:51","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=1786"},"modified":"2016-10-18T14:02:42","modified_gmt":"2016-10-18T12:02:42","slug":"pressemitteilung-25-10-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/pressemitteilung-25-10-2015\/","title":{"rendered":"Pressemitteilung 25.10.2015"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"author-a-vz90zxz73z8tz85zdz87zz66zpz73zvz90z68\">+++ <\/span><span class=\"author-a-z81zlpz74zgz71z18mmz66ztz75zujz70z\">9<\/span><span class=\"author-a-vz90zxz73z8tz85zdz87zz66zpz73zvz90z68\">00 Menschen Gedenken an Kamal K. +++ Lehmann-Grube und Gugutschkow sollten \u00c4u\u00dferungen zu rassistischen Mord 1996 \u00fcberdenken +++ Gruppe \u201cRassismus t\u00f6tet!\u201d-Leipzig fordert Entfernung des &#8222;Vertriebenen&#8220;-Banners am Neuen Rathaus +++<\/span><\/p>\n<div id=\"magicdomid5\" class=\"\" style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"author-a-vz90zxz73z8tz85zdz87zz66zpz73zvz90z68\">Dem Demonstrationsaufruf der Gruppe &#8222;Rassismus t\u00f6tet!&#8220;-Leipzig zum f\u00fcnften Jahrestag des Mordes an Kamal K. folgten mehr als <\/span><span class=\"author-a-z81zlpz74zgz71z18mmz66ztz75zujz70z\">9<\/span><span class=\"author-a-vz90zxz73z8tz85zdz87zz66zpz73zvz90z68\">00 Menschen. Die Demonstration stand unter dem Motto \u201e5 Years of anger and sorrow \u2013 Fight Racism\u201c und sollte neben Kamal an alle zehn Todesopfer \u2013 Gerhard S., Klaus R., Gerhard Helmut B., Horst K., Achmed B., Bernd G., Nuno L., Thomas K., Karl-Heinz T. \u2013 rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig erinnern. &#8222;Die Ermittlungen zum Mord an Kamal K. standen im Fokus unserer Demonstration&#8220;, so Miriam Schleicher von &#8222;Rassismus t\u00f6tet!&#8220;-Leipzig. Schleicher: &#8222;So ist bis heute die Rolle des Leipziger Polizeibeamten Jens K., Vater des T\u00e4ters Daniel K., nicht aufgekl\u00e4rt. Jens K. gab wenige Tage nach dem Mord eine Reisetasche bei der Polizei ab, jedoch nach der oberfl\u00e4chlich-durchgef\u00fchrten Hausdurchsuchung in Daniel K.s Wohnung. Die Tasche war mit rechter Literatur und Kleidungsst\u00fccken mit rechten Aufdrucken gef\u00fcllt und w\u00fcrde Marcus E. geh\u00f6ren. Der Weg, den die Tasche genommen hatte, h\u00e4tte eigentlich Fragen aufwerfen m\u00fcssen. Die Tasche wurde bei der Hausdurchsuchung nicht gefunden<\/span><span class=\"author-a-z81zlpz74zgz71z18mmz66ztz75zujz70z\"> und rassistisches Material, wie von der Staatsanwaltschaft beauftragt, auch nicht beschlagnahmt.<\/span><span class=\"author-a-vz90zxz73z8tz85zdz87zz66zpz73zvz90z68\">&#8222;<\/span><span class=\"author-a-z81zlpz74zgz71z18mmz66ztz75zujz70z\"> Auch wurden die neueren Enth\u00fcllungen von engen freundschaftlichen Kontakten von Leipziger Polizisten zum Neonazis Alexander K. von &#8222;Die Rechte&#8220; thematisiert, die ebenfalls bis heute nicht aufgearbeitet wurden oder Konsequenzen f\u00fcr die Beamten hatten.<\/span><\/p>\n<div id=\"magicdomid7\" class=\"\" style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"author-a-vz90zxz73z8tz85zdz87zz66zpz73zvz90z68\">Doch nicht nur die polizeiliche Ignoranz bei dem Mord an Kamal K. wurde thematisiert, sondern auch die Leugnung des rassistischen Tatmotivs beim Mord an Achmed B. am 23. Oktober 1996 durch zwei Neonazis. &#8222;So meinte der damalige Oberb\u00fcrgermeister Hinrich Lehmann-Grube: \u2018Ein rechtsextremes Potenzial ist mir hier nie begegnet.\u2019 Der Ausl\u00e4nderbeauftragte Stojan Gugutschkow erkl\u00e4rte: \u2018Es h\u00e4tte auch irgendeinen Deutschen treffen k\u00f6nnen.\u2019 Bis heute haben weder Lehmann-Grube noch Gugutschkow jene \u00c4u\u00dferungen zur\u00fcckgenommen, obwohl Achmed B. seit Februar 2012 offiziell als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt ist. Eine zur Kenntnisnahme der Anerkennung sowie die Zur\u00fccknahme der Aussagen halten wir daher f\u00fcr dringend erforderlich.\u201c, so Schleicher weiter.<\/span><\/p>\n<div id=\"magicdomid9\" class=\"\" style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"author-a-vz90zxz73z8tz85zdz87zz66zpz73zvz90z68\">Bei einer Zwischenkundgebung in der N\u00e4he des Neuen Rathauses wurde in einem Redebeitrag auch das &#8222;Vertriebenen&#8220;-Banner kritisiert. &#8222;Die Annahme durch den Vergleich zwischen Danzig 1945 und Koban\u00ea 2015 das Herz deutscher Rassist_innen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete erweichen zu k\u00f6nnen, ist ein falscher. Falsch nicht nur, weil die Realit\u00e4t \u2013 T\u00e4glich greifen Deutsche Gefl\u00fcchtete und ihre Unterk\u00fcnfte an, ver\u00fcben Brandanschl\u00e4ge und Gewalttaten, mobilisieren zu Aufm\u00e4rschen und versuchen alles, um Asylsuchende nicht willkommen zu hei\u00dfen \u2013 gegenteiliges zeigt, sondern ebenso historisch betrachtet.&#8220;, so Schleicher. &#8222;Diese emotionalisierende Gleichsetzung bringt Menschen, die wegen einer Notlage aus ihrem Herkunftsland fliehen m\u00fcssen, mit einem Personenkreis in Verbindung, der zumindest vor 1945 mehrheitlich die NS-Politik begeistert unterst\u00fctzte. Durch den ausschlie\u00dflichen Fokus auf Flucht, werden beide Ereignisse zu etwas Gleichem gemacht, ohne jedoch Ursachen und Gr\u00fcnde f\u00fcr die jeweilige Fluchtbewegung zu nennen. Deutsche Zuschauer_innen, Profiteur_innen durch Arisierung und T\u00e4ter\/innen werden somit ihrer Verantwortung und bewussten Entscheidung, sich nicht gegen den Nationalsozialismus zu stellen, sondern ihn mitzutragen und zu bef\u00f6rdern, enthoben.&#8220;, so Schleicher.<\/span><\/p>\n<div id=\"magicdomid12\" class=\"\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"author-a-vz90zxz73z8tz85zdz87zz66zpz73zvz90z68\">&#8222;Solchen visuellen Mitteln zur Durchsetzung der Opfer-T\u00e4ter-Umkehr darf kein Raum geboten werden. Daher sollte, sofern die Unterst\u00fctzung Gefl\u00fcchteter seitens der Stadt ernst gemeint ist, zuk\u00fcnftig das Geld an Asylsuchende und nicht in Banner gehen. Und jenes sollte schnellstm\u00f6glich entfernt und sinnvoller genutzt werden: So beispielsweise als Jute-Beutel. M\u00f6gliche Einnahmen k\u00f6nnen Projekten gegen Rassismus zu Gute kommen.&#8220;, so Schleicher abschlie\u00dfend.<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>+++ 900 Menschen Gedenken an Kamal K. +++ Lehmann-Grube und Gugutschkow sollten \u00c4u\u00dferungen zu rassistischen Mord 1996 \u00fcberdenken +++ Gruppe \u201cRassismus t\u00f6tet!\u201d-Leipzig fordert Entfernung des &#8222;Vertriebenen&#8220;-Banners am Neuen Rathaus +++ Dem Demonstrationsaufruf der Gruppe &#8222;Rassismus t\u00f6tet!&#8220;-Leipzig zum f\u00fcnften Jahrestag des Mordes an Kamal K. folgten mehr als 900 Menschen. 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