{"id":1606,"date":"2015-01-08T17:22:29","date_gmt":"2015-01-08T15:22:29","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=1606"},"modified":"2015-01-08T17:22:29","modified_gmt":"2015-01-08T15:22:29","slug":"thomas-k-als-opfer-rechter-gewalt-anerkannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/thomas-k-als-opfer-rechter-gewalt-anerkannt\/","title":{"rendered":"Thomas K. als Opfer rechter Gewalt anerkannt"},"content":{"rendered":"<p>Pressemitteilung des <a href=\"http:\/\/initiativkreis.blogsport.de\/\">Initiativkreis Antirassismus<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Thomas K. als Opfer rechter Gewalt anerkannt &#8211; <ins><\/ins>16-J\u00e4hriger 2003 von Neonazi in Wahren erstochen &#8211;<ins><\/ins> Polizei kannte Urteil nicht &#8211;<ins><\/ins> Anerkennungen und Recherchen weiterhin notwendig\u00a0<\/strong><ins><\/ins><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas K. wurde nur 16 Jahre alt. Am Abend des 4. Oktober 2003 erstach der Neonazi Ren\u00e9 M. den Sch\u00fcler in Wahren. Tatmotiv: Sozialdarwinismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cErst jetzt, mehr als zehn Jahre nach seiner Ermordung, wurde Thomas K. offiziell als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt.\u201d, so Steven Hummel vom Initiativkreis Antirassismus. Hummel: \u201cEr ist damit nach Achmed Bachir, der 1996 durch zwei Neonazis im Leipziger S\u00fcden erstochen wurde, dem 2010 am Leipziger Hauptbahnhof erstochenen Kamal Kilade sowie Nuno Louren\u00e7o, der 1998 an den Sp\u00e4tfolgen eines Angriffs durch Neonazis starb, das vierte Todesopfer rechter Gewalt, das in Leipzig anerkannt wird.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits im Oktober 2013 ver\u00f6ffentlichte die Gruppe \u201cRassismus t\u00f6tet!\u201d-Leipzig, im Rahmen der Gedenkdemonstration an den Mord an Kamal Kilade, eine Zusammenfassung zu rechtsmotivierten Morden in Leipzig. Der \u00dcberblick thematisierte auch den Mord an Thomas K. Die Rechercheergebnisse f\u00fchrten Anfang 2014 zu einer Kleinen Anfrage (Landtags-Drucksache 5\/13588) der Landtagsabgeordneten Kerstin K\u00f6ditz (Die <span class=\"caps\">LINKE<\/span>), die das s\u00e4chsische Innenministerium nun beantwortete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cDie Antwort des Innenministeriums ist durchaus \u00fcberraschend!\u201d, so Hummel. \u201cDoch\u201d, so Hummel weiter, \u201c\u00fcberrascht weniger die Anerkennung von Thomas K. als deren Begr\u00fcndung, weshalb dies bisher nicht geschehen ist: \u2018Die rechte Motivlage ergab sich erst aus dem Urteil und war der Polizei bislang nicht bekannt\u2019! Damit zeigen die Beh\u00f6rden erneut, welche Bedeutung rechtsmotivierte Gewalttaten in ihren Ermittlungen haben: Keine!\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hummel: \u201cNicht nachvollziehbar ist weiterhin, weshalb die Morde an Klaus R. (1994), Horst Richard K. (1995), Bernd Grigol (1996), sowie Karl-Heinz Teichmann (2008) keine Beachtung gefunden haben. Vor allem bei letzterem ist ein sozialdarwinistisches, gegen Wohnungslose gerichtetes Motiv klar erkennbar.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cDie Anerkennung von Thomas K. kann daher nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass eine Auseinandersetzung mit rechter Gewalt innerhalb der Leipziger Stadtgesellschaft, also in Verwaltung, Parteien, Medien sowie aber auch unter den Bewohner_innen selbst, weiterhin notwendig bleibt.\u201d, so Hummel weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hummel abschlie\u00dfend: \u201cWir fordern eine Nach\u00fcberpr\u00fcfung der anderen Morde in denen z.B. w\u00e4hrend des Gerichtsprozesses eine rechte Tatmotivation festzustellen war. Es bleibt unverst\u00e4ndlich, dass die Polizei die vor Gericht als ermittelnde Beh\u00f6rde aussagen muss, im Nachhinein kein Interesse an den Urteilen zu haben scheint. Nur so ist zu erkl\u00e4ren, dass es mehr als zehn Jahre dauert, bis ein eindeutiger rechter Mord Eingang in die offizielle Statistik findet.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Polizei k\u00f6nnte sich hier relativ leicht an ihrer Definition von \u201cPolitisch Motivierter Kriminalit\u00e4t\u201d (<span class=\"caps\">PMK<\/span>) halten und die Morde entsprechend einordnen. Einer der zentralen S\u00e4tze der Definition lautet, der <span class=\"caps\">PMK<\/span> w\u00fcrden Straftaten zugeordnet, \u201ewenn in W\u00fcrdigung der Umst\u00e4nde der Tat und\/oder der Einstellung des T\u00e4ters Anhaltspunkte daf\u00fcr vorliegen, dass sie gegen eine Person gerichtet sind wegen ihrer politischen Einstellung, Nationalit\u00e4t, Volkszugeh\u00f6rigkeit, Rasse, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung, Herkunft oder aufgrund ihres \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbildes, ihrer Behinderung, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres gesellschaftlichen Status\u201c (<span class=\"caps\">BKA<\/span> 2001).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung des Initiativkreis Antirassismus Thomas K. als Opfer rechter Gewalt anerkannt &#8211; 16-J\u00e4hriger 2003 von Neonazi in Wahren erstochen &#8211; Polizei kannte Urteil nicht &#8211; Anerkennungen und Recherchen weiterhin notwendig\u00a0 Thomas K. wurde nur 16 Jahre alt. Am Abend des 4. 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