{"id":1318,"date":"2014-01-15T03:37:24","date_gmt":"2014-01-15T01:37:24","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=1318"},"modified":"2014-06-15T22:01:38","modified_gmt":"2014-06-15T20:01:38","slug":"veranstaltungsreihe-zum-nsu-und-rechtsterrorismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/veranstaltungsreihe-zum-nsu-und-rechtsterrorismus\/","title":{"rendered":"Veranstaltungsreihe zum NSU und Rechtsterrorismus"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: justify;\">Rassismus t\u00f6tet! Leipzig pr\u00e4sentiert: Veranstaltungsreihe zum NSU und Rechtsterrorismus<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>NSU und Rechtsterrorismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vortrag und Gespr\u00e4ch mit Andrea R\u00f6pke<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wann: 15.01., 20 Uhr Vok\u00fc, 21 Uhr Veranstaltungsbeginn<br \/>\nWo: Stockartstra\u00dfe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andrea R\u00f6pke arbeitet als freie Journalistin und betreibt bundesweite Recherche zu Naziaktivit\u00e4ten und rechter Gewalt. Desweiteren begleitet sie den NSU-Prozess als Beobachterin. Bei der Veranstaltung wird sie Einblicke in ihr neustes Buch mit dem Titel \u2018Blut und Ehre, Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland\u2019 geben. Weiterhin stehen Hintergr\u00fcnde des NSU und eine historische Einordnung von Rechtsterrorismus innerhalb der deutschen Geschichte im Fokus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lesung aus Semiya Simseks &#8222;Schmerzliche Heimat. Deutschland und der Mord an meinem Vater&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wann: 01.02., 16 Uhr<br \/>\nWo: Meuterei (Zollschuppenstra\u00dfe 1)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 9. September 2000 brach f\u00fcr Semiya Simsek eine Welt zusammen: ihr Vater, Enver Simsek, wurde erschossen. Zu diesem Zeitpunkt war sie vierzehn Jahre alt. \u00dcber eine lange Zeit wurden sie und ihre Familie von den Ermittlungsbeh\u00f6rden verd\u00e4chtigt, bedr\u00e4ngt und ausspioniert. \u00abElf Jahre durften wir nicht einmal reinen Gewissens Opfer sein\u00bb, sagt Semiya Simsek. Sie erz\u00e4hlt ihre bewegende Geschichte: die einer jungen Frau und ihrer Familie, deren Leben durch einen Terrorakt zerst\u00f6rt, durch Vorurteile weiter zerr\u00fcttet wurde und die dennoch stark blieb. In dem Buch schildert sie die Hintergr\u00fcnde des Verbrechens, der Ermittlungspannen und -irrwege. Eine Darstellung \u00fcber einen der gr\u00f6\u00dften politischen Skandale der letzten Jahrzehnte und das aufw\u00fchlende Schicksal einer Familie.<br \/>\nDa Semiya Simsek in der T\u00fcrkei lebt, werden wir in einer gem\u00fctlichen Wohnzimmerathmosph\u00e4re selbst aus dem Buch vorlesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Filmabend \u201cDer NSU-Prozess\u201d \u2013 eine szenische Lesung des Prozesses<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wann: 19.02., 20 Uhr Vok\u00fc, 21 Uhr Veranstaltungsbeginn<br \/>\nWo: Stockartstra\u00dfe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 6. Mai 2013 begann in M\u00fcnchen der gr\u00f6\u00dfte Strafprozess in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Eine Frau und vier M\u00e4nner werden beschuldigt, die Terrororganisation NSU gegr\u00fcndet oder unterst\u00fctzt zu haben \u2013 eine neonazistische Gruppe, die zehn Menschen ermordet, zwei Sprengstoffanschl\u00e4ge ver\u00fcbt und 15 Raub\u00fcberf\u00e4lle begangen haben soll. Das Verfahren wird mindestens zwei Jahre dauern, mehr als 600 Zeug_innen und Sachverst\u00e4ndige sind vorgesehen.<br \/>\nDas Magazin der S\u00fcddeutschen Zeitung hat einen der wenigen Pl\u00e4tze im Gerichtssaal erhalten und die Verhandlung vom ersten Tag an verfolgt. Aus t\u00e4glichen Mitschriften ist ein umfassendes Protokoll entstanden. Es handelt sich um Originalt\u00f6ne aus der Verhandlung, die gek\u00fcrzt, aber sonst unver\u00e4ndert wiedergegeben werden. Durch die Stimmen des Richters, der Zeug_innen, der Sachverst\u00e4ndigen, der Anw\u00e4lte und der Angeklagten entsteht ein Gesamtbild von zehn Jahren Terror, dem nicht endenden Schmerz der Opfer, dem eiskalten Vorgehen der T\u00e4ter_innen, dem Dilettantismus der Ermittler und der schwierigen Suche nach der Wahrheit, die doch so offensichtlich zu sein scheint. Die ersten 71 Tage des NSU-Prozesses \u2013 ein St\u00fcck deutscher Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auf dem Pr\u00fcfstand: Aufarbeitung der Morde des Nationalsozialistischen Untergrund<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Podiumsdiskussion mit Petra Pau (Mitglied des Deutschen Bundestages, Ob-Frau im NSU-Untersuchungsausschu\u00df), Sebastian Scharmer (Nebenklagevertreter im NSU-Prozess) und Kutlu Yurtseven (engagierter K\u00fcnstler, u.a. Microphone Mafia, angefragt)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wann: 24.02., 17.30 Uhr<br \/>\nWo: UT Connewitz (Wolfgang-Heinze-Stra\u00dfe 12a)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im August 2013 wurde der Abschlussbericht des NSU-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages vorgelegt. In 47 gemeinsamen Empfehlungen werden in diesem Bericht Konsequenzen aus der rassistischen Mordserie gezogen. Diese reichen von der Aufforderung, dass die Polizei bei Gewalttaten gegen Migranten immer auch einen m\u00f6glichen rechtsextremen Hintergrund \u201eeingehend\u201c pr\u00fcfen soll, bis zum Vorschlag, dass der NSU-Ausschussbericht zum Unterrichtsstoff in der Polizistenausbildung werden soll.<br \/>\nTrotz gro\u00dfer Einm\u00fctigkeit konnten sich die Fraktionen nicht zu gemeinsamen Empfehlungen in Bezug auf den Verfassungsschutz einigen. Der Geheimdienst hat eine entscheidende Rolle am NSU-Desaster, verharmloste er doch systematisch die Neonazi-Gefahr und schoss mit dem V-Leute-Konzept sogar noch Ressourcen in die Szene.<br \/>\nNebenklagevertreterInnen von Hinterbliebenen der NSU-Opfer kritisieren zudem, dass im Bericht das zentrale Problem nicht benannt wird, n\u00e4mlich der institutionelle Rassismus, der die Beh\u00f6rdenstrukturen durchzieht und (in den fatalen) durch fatale Fehleinsch\u00e4tzungen in den Ermittlungen zu den NSU-Morden f\u00fchrte.<br \/>\n\u00dcber zwei Jahre nach Aufdecken des NSU ist die \u00f6ffentliche Debatte \u00fcber die Dimension neonazistischer Gewalt de facto verebbt. Der laufende Prozess gegen Beate Zsch\u00e4pe und weitere Unterst\u00fctzerInnen sorgt nur noch aus Sensationsgr\u00fcnden f\u00fcr Aufsehen.<br \/>\nWeder ist der T\u00e4ter_innenfokus durchbrochen (worden), noch ist die tiefe Verankerung von Rassismus in Beh\u00f6rden und Gesamtgesellschaft ausreichend als Grundproblem thematisiert, geschweige denn angegangen worden.<br \/>\nIn der Podiumsdiskussion soll \u00fcber die Konsequenzen aus dem NSU-Abschlussbericht, den Verlauf des NSU-Prozesses und gesellschaftliche Implikationen diskutiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Veranstaltet von: linXXnet e.V.<\/p>\n<p><strong>Eine Einsch\u00e4tzung zum Umgang der Mehrheitsgesellschaft und der politischen Linken zum NSU<\/strong><\/p>\n<p>Wann: 05.03.<br \/>\nWo: Linxxnet (Bornaische Stra\u00dfe 3d)<\/p>\n<p>Durch das Auffliegen vom NSU zeigte sich wieder wie Medien das Bild der Mehrheitsgesellschaft beeinflussen. So wurde von \u201eD\u00f6nermorden\u201c und \u201ekriminellen Ausl\u00e4ndern\u201c berichtet ohne wirklich die Quellen zu hinterfragen oder objektive Recherche zu betreiben.<br \/>\nMit dieser Veranstaltung wollen wir mit euch Kritik und Konsequenzen aus der Blindheit oder dem fehlenden Willen, nicht nur der Mehrheitsgesellschaft, sondern auch der politischen Linken analysieren und somit auch auf unsere eigenen Fehler aufmerksam machen. Die Veranstaltung wird vom Apabiz vorgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Workshop Rechtsterrorismus, Mediale Berichterstattung und politische Konsequenzen aus dem NSU<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wann: 15.03., 15 Uhr<br \/>\nWo: Linxxnet (Bornaische Stra\u00dfe 3d)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der NSU stellte laut Aussagen vieler Politiker_innen eine neue Qualit\u00e4t rechter Gewalt in Deutschland dar. Eine Vielzahl neonazistische Anschl\u00e4ge und rechtsterroristische Gruppen der deutschen Geschichte belegen die Falschheit dieser Aussage. Der Workshop will zeigen, dass Rechtsterrorismus in Deutschland eine lange Tradition hat. Weiterhin sollen die (rassistische) mediale Berichterstattung w\u00e4hrend und nach der Morde und Taten beleuchtet werden. Letzter Schwerpunkt sind bisher diskutierte und umgesetzte politische Konsequenzen, welche aus einer antirassistischen und antifaschistischen Perspektive analysiert und bewertet werden sollen.<br \/>\nDer Workshop wird gegen 20 Uhr enden. F\u00fcr Essen wird gesorgt sein. Bitte meldet euch verbindlich unter initiativkreis@riseup.net an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Veranstaltungsreihe wird organisiert von Rassismus t\u00f6tet! Leipzig. Weitere Info\u2019s unter www.rassismus-toetet-leipzig.org<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rassismus t\u00f6tet! 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