{"id":1246,"date":"2013-10-16T22:59:52","date_gmt":"2013-10-16T20:59:52","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=1246"},"modified":"2020-07-26T14:54:05","modified_gmt":"2020-07-26T12:54:05","slug":"rechts-motivierte-morde-in-leipzig-ein-uberblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/rechts-motivierte-morde-in-leipzig-ein-uberblick\/","title":{"rendered":"Rechts motivierte Morde in Leipzig \u2013 Ein \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"<div id=\"magicdomid3\" style=\"text-align: justify;\">Bundesweit z\u00e4hlen Journalist_innen mehr als 150 rechts motivierte Morde seit 1990, offiziell werden von der Bundesregierung lediglich 63 anerkannt. F\u00fcr Leipzig ergeben aktuelle Recherchen sechs rechts motivierte Morde und weitere drei Verdachtsf\u00e4lle. Damit steht Leipzig bundesweit nach Berlin an zweiter Stelle.<\/div>\n<div id=\"magicdomid5\" style=\"text-align: justify;\"><strong>Die offiziell anerkannten Morde<\/strong><\/div>\n<div id=\"magicdomid6\" style=\"text-align: justify;\">Der aus Syrien kommende Asylsuchende <strong><em>Achmed B.<\/em><\/strong>, 30 Jahre alt, wird am 23. Oktober 1996 von zwei jungen Nazis, Daniel Z. (20) und Norman E. (18), erstochen. Nachdem die T\u00e4ter stundenlang faschistische und rassistische Parolen gr\u00f6lend durch die Stadt gezogen sind, betreten sie am Abend ein Gem\u00fcsegesch\u00e4ft in der Leipziger S\u00fcdvorstadt. Zun\u00e4chst beschimpfen sie die Verk\u00e4uferinnen als \u201eT\u00fcrkenfotzen\u201c und \u201eT\u00fcrkenschlampen\u201c und dr\u00e4ngen sie an eine Wand. Als Achmed B. seinen Kolleginnen zur Hilfe kommen will, wird er angegriffen. Nachdem es ihm gelingt, die beiden Angreifer aus dem Gesch\u00e4ft herauszubewegen, sticht einer der beiden auf Achmed B. ein.<\/div>\n<div id=\"magicdomid7\" style=\"text-align: justify;\">Der Mord mit rassistischem Hintergrund wird von Vertreter_innen der Stadt zum Teil verharmlost. So behauptet der damalige Oberb\u00fcrgermeister Hinrich Lehmann-Grube: \u201eein rechtsextremes Potenzial ist mir hier nie begegnet\u201c und Leipzigs \u201eAusl\u00e4nderbeauftragter\u201c Stojan Gugutschkow pflichtet ihm bei: \u201eEs h\u00e4tte auch irgendeinen Deutschen treffen k\u00f6nnen\u201c. Z. und E. werden wegen \u201eMordes aus niedrigen Beweggr\u00fcnden\u201c angeklagt. Etwa ein Jahr sp\u00e4ter f\u00e4llen die Richter des Landgerichts Leipzig das Urteil: Daniel Z.wird zu neuneinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt, sein Mitt\u00e4ter Norman E. erh\u00e4lt wegen Beihilfe viereinhalb Jahre Gef\u00e4ngnis. Laut Staatsanwaltschaft gebe es \u201ekeine Anhaltspunkte f\u00fcr einen fremdenfeindlichen Hintergrund\u201c, stattdessen handle es sich um eine \u201espontane Tat\u201c.<\/div>\n<div id=\"magicdomid8\" style=\"text-align: justify;\">Erst 15 Jahre nach der Ermordung von Achmed B., wurde die Tat als rassistisch motiviert anerkannt.<\/div>\n<div id=\"magicdomid10\" style=\"text-align: justify;\">Der aus Portugal kommende Zimmermann <strong><em>Nuno L.<\/em><\/strong>, 49 Jahre alt, wird am 4. Juli 1998 von acht Neonazis verpr\u00fcgelt. Nachdem das deutsche Fu\u00dfballteam bei der Weltmeisterschaft der M\u00e4nner gegen die Auswahl aus Kroatien verloren hat, ziehen acht Nazis los, um ihren Frust an \u201eAusl\u00e4ndern\u201c abzulassen. Als sie auf Nuno L. treffen, tritt einer der Gruppe mehrmals mit Stahlkappenschuhen gegen dessen Kopf. Am 29. Dezember stirbt Nuno L. in Portugal an den Sp\u00e4tfolgen seiner Verletzungen.<\/div>\n<div id=\"magicdomid11\" style=\"text-align: justify;\">Das Landgericht Leipzig wertet die Tat im September 1999 als K\u00f6rperverletzung mit Todesfolge. Der Hauptt\u00e4ter wird zu vier Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt, die Mitangeklagten \u2013 alle im Alter von 18 bis 20 Jahren \u2013 bekommen Bew\u00e4hrungsstrafen. Der Vorsitzende Richter im Prozess, Norbert G\u00f6bel, lie\u00df die Witwe von Nuno L. damals auf den Kosten der Nebenklage sitzen, den T\u00e4tern wurden nicht mal die Prozesskosten auferlegt und einen Haftantrittstermin kam erst auf \u00fcberregionalen medialen Druck zustande.<\/div>\n<div id=\"magicdomid12\" style=\"text-align: justify;\">Erst zehn Jahre nach dem Urteil benennt die Bundesregierung Nuno L. offiziell als Opfer rechter Gewalt.<\/div>\n<div id=\"magicdomid14\" style=\"text-align: justify;\">Der 19-j\u00e4hrige <strong><em>Kamal K.<\/em><\/strong> wurde in der Nacht des 24. Oktobers in der N\u00e4he des Hauptbahnhofes von den zwei Neonazis Daniel K. (28) und Marcus E. (32) ermordet. K. und E. zogen bereits den gesamten Abend \u00fcber durch verschiedene Leipziger Kneipen, tranken, provozierten und suchten immerzu Stress. In der C.-W.-M\u00fcller-Anlage gegen\u00fcber des Hauptbahnhofes trafen die beiden Nazis sp\u00e4ter auf Kamal K. Dieser sprach Daniel K. und Marcus E. an, da beide auf einen Freund von Kamal K. einredeten. Daniel K., bekleidet mit einen Kapuzenpullover mit der Aufschrift \u201eKick off Antifascism\u201c, griff Kamal K. als erstes an und bespr\u00fchte ihm mit Pfefferspray, machte ihn somit unf\u00e4hig sich zu wehren, und erm\u00f6glichte es damit E., auf Kamal K. einzustechen und ihn damit zu t\u00f6ten.\u00a0 Ein rassistisches Motiv sieht die Staatsanwaltschaft trotzdem nicht. Es l\u00e4gen bislang \u201ekeine hinreichenden Anhaltspunkte f\u00fcr eine ausl\u00e4nderfeindliche Motivation der beiden Angeschuldigten vor\u201c, erkl\u00e4rten die Strafverfolger. Das Landgericht Leipzig verurteilte Marcus E. wegen Mord aus niedrigen Beweggr\u00fcnden zu 13 Jahren Haft und Daniel K. wegen gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung zu 3 Jahren Haft. Gegen Marcus E. wurde vom Gericht zudem eine Sicherungsverwahrung verh\u00e4ngt.<\/div>\n<div id=\"magicdomid15\" style=\"text-align: justify;\">Damit folgte das Gericht im Hinblick auf Marcus E. der Nebenklage, die vor Gericht die Interessen der Familie des Ermordeten vertrat. Mit dem Urteil w\u00fcrdigt das Schwurgericht des Landgerichtes das offensichtlich rassistische Motiv der beiden T\u00e4ter.<\/div>\n<div id=\"magicdomid17\" style=\"text-align: justify;\"><strong>Die nicht-anerkannten Morde<\/strong><\/div>\n<div id=\"magicdomid18\" style=\"text-align: justify;\">Am 28. Mai 1994 wird der 43-j\u00e4hrige <strong><em>Klaus R.<\/em><\/strong> in einem Mietshaus in Leipzig-Lindenau von sechs Neonazis zu Tode gepr\u00fcgelt. Das sp\u00e4tere Opfer und die T\u00e4ter wohnen zu diesem Zeitpunkt im selben Haus, in dem die Neonazis eine Wohnung besetzt halten. Nach einem Streit mit Klaus R. treten die T\u00e4ter mit Stiefeln auf ihren Nachbarn ein und schlagen ihn mit Boxhandschuhen.<\/div>\n<div id=\"magicdomid19\" style=\"text-align: justify;\">1995 verurteilt das Leipziger Landgericht den 18-j\u00e4hrigen Hauptangeklagten wegen versuchten Totschlags und schwerer K\u00f6rperverletzung zu f\u00fcnf Jahren Haft. Die f\u00fcnf Mitt\u00e4ter kommen mit niedrigeren Haft- und Bew\u00e4hrungsstrafen davon.<\/div>\n<div id=\"magicdomid21\" style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Bernd G.<\/em><\/strong>, 43 Jahre alt, wird in der Nacht zum 8. Mai 1996 in Leipzig-Wahren auf offener Stra\u00dfe von drei Neonazis zusammengeschlagen und niedergestochen. Nachdem die T\u00e4ter auf ihn eingetreten, einen Ziegelstein auf seinen Kopf geschmissen und 36 Mal auf ihn eingestochen haben, stirbt der 43-J\u00e4hrige schlie\u00dflich an einem Genickbruch. Die Leiche bringen die T\u00e4ter per Auto zu einem Steinbruch in Ammelshain und versenken sie im Wasser. Blut und Kleidungsst\u00fccke von Bernd G. bleiben am Tatort zur\u00fcck, doch die Anwohner_innen kommen nicht auf die Idee, die Polizei zu benachrichtigen. W\u00e4hrend die homosexuelle Orientierung des Opfers medial und polizeilich bekannt ist, spielen beim Prozess die politischen und homophoben Hintergr\u00fcnde der T\u00e4ter keine Rolle. Zwar seien die Angeklagten der rechten Szene zuzuordnen, der Urteilsbegr\u00fcndung des Leipziger Landgerichts zufolge ist Bernd G. jedoch \u201eaus Lust und Laune an k\u00f6rperlicher Mi\u00dfhandlung\u201d gestorben. Nach einem Revisionsverfahren vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe wird der Hauptt\u00e4ter wegen Mordes zu vierzehneinhalb Jahren und seine Komplizen zu zehn und acht Jahren Haft verurteilt.<\/div>\n<div id=\"magicdomid23\" style=\"text-align: justify;\">Der Obdachlose <strong><em>Karl-Heinz T.<\/em><\/strong>, 59 Jahre alt, wird am 23. August 2008 im Zentrum Leipzigs von dem Neonazi Michael H. mehrfach verpr\u00fcgelt. Etwa zwei Wochen sp\u00e4ter, am 6. September, stirbt er im Krankenhaus an seinen Verletzungen.<\/div>\n<div id=\"magicdomid24\" style=\"text-align: justify;\">In der Nacht nach einer Nazi-Demo unter dem Motto \u201eTodesstrafe f\u00fcr Kindersch\u00e4nder\u201c, organisiert von den neonazistischen \u201eFreien Kr\u00e4ften\u201c, ziehen zwei junge M\u00e4nner durch den Park hinter der Leipziger Oper. Dort finden sie den auf einer Bank schlafenden Karl-Heinz T.. Michael H. sagt ihm, dass er \u201enicht hier schlafen\u201c solle, versetzt ihm einen Fausthieb und springt ihm ins Gesicht. Der T\u00e4ter \u2013 ununterbrochen von einem Kumpel begleitet \u2013 verl\u00e4sst den Tatort f\u00fcr eine halbe Stunde, um sich mit Freunden zu treffen. Dann kehrt er zur\u00fcck, um den 59-J\u00e4hrigen erneut zu verpr\u00fcgeln. Die \u00c4rzte stellen bei dem Opfer sp\u00e4ter massive Kopfverletzungen, Prellungen am ganzen K\u00f6rper, Br\u00fcche im Gesicht, eine Halswirbelfraktur und Hirnblutungen fest.<\/div>\n<div id=\"magicdomid25\" style=\"text-align: justify;\">Am 27. M\u00e4rz 2009 verurteilt das Leipziger Landgericht den 18-j\u00e4hrigen Neonazi wegen \u201eheimt\u00fcckischen Mordes\u201c zu einer Gef\u00e4ngnisstrafe von acht Jahren und drei Monaten. Wegen Reifedefiziten erh\u00e4lt er eine Jugendstrafe. Sein Kumpel wird nicht angeklagt. Der Staatsanwalt erkl\u00e4rte in seinem Pl\u00e4doyer, das Opfer habe nichts getan, \u201eau\u00dfer im Park nachts zu schlafen\u201c. Sein M\u00f6rder habe den Mann \u201ezum blo\u00dfen Objekt degradiert\u201c. Von polizeilicher Seite wird der Vorfall als \u201enormale Straftat unter Alkoholeinfluss\u201c eingestuft. Auch in diesem Prozess war G\u00f6bel Vorsitzender Richter und beachtete selbst den von der Verteidigung des T\u00e4ters erbrachten Hinweis nicht, ein rechtes bzw. sozialdarwinistisches Motiv in der Tat zu untersuchen. Doch nicht nur G\u00f6bel, sondern auch die von einer Studentin alarmierten Polizist_innen des nah gelegen Innenstadtreviers, zeigten, was sie von wohungslosen Menschen halten. Anstatt die Studentin mit ihrem Anliegen ernstzunehmen und Karl Heinz T. zur Hilfe zu kommen, ben\u00f6tigten sie mehr als eine Stunde f\u00fcr die etwas mehr als 200m zum Tatort.<\/div>\n<div id=\"magicdomid27\" style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Verdachtsf\u00e4lle<\/strong><\/div>\n<div id=\"magicdomid28\" style=\"text-align: justify;\">Eine <strong><em>bisher namentlich nicht bekannte Person,<\/em><\/strong> wohl aber 35-j\u00e4hriger, wird am 1. Juni 1991 gegen 19:00 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof aus der Stra\u00dfenbahnlinie 17 gesto\u00dfen. Zuvor soll es beim Warten auf die Stra\u00dfenbahn zu Handgreiflichkeiten mit dem sp\u00e4teren T\u00e4ter gekommen sein. Nach dem Einsteigen attackiert der T\u00e4ter den Mann so schwer mit Stiefeltritten, dass er aus der Bahn st\u00fcrzt und sich lebensgef\u00e4hrlich verletzt und wenige Tage sp\u00e4ter, wohl am 11. Juni, an seinen Verletzungen stirbt. Der T\u00e4ter wird als Skinhead beschrieben, der Springerstiefel sowie ein Shirt mit Reichsadler-Aufdruck trug. Zudem soll er stark t\u00e4towiert gewesen sein, so auch im Gesicht. Laut Angaben der LVZ soll der T\u00e4ter auch identifiziert und zur Fahndung ausgeschrieben worden sein. Weitere Angaben sind bisher nicht bekannt.<\/div>\n<div id=\"magicdomid30\" style=\"text-align: justify;\">Der 43-j\u00e4hrige Wohnungslose <strong><em>Horst K.<\/em><\/strong> wurde am 30. Dezember 1995 von zwei Jugendlichen, Steffen S. (20) und Marlon S. (20), in einer Stra\u00dfenbahn angez\u00fcndet. Beide steigen gegen 21:00 Uhr in einen Anh\u00e4nger der Linie 15 an der Haltestelle Plovdiver Str.\/Jupiterstr. (Gr\u00fcnau) zu. Als sie den schlafenden Horst K. erblicken, soll Marlon S. seinen Freund Steffen S. mit dem Satz \u201eZ\u00fcnde ihn einfach mal an!\u201c animiert haben, diesen anzuz\u00fcnden. Daraufhin z\u00fcndete Steffen S. Horst K. mit einem Feuerzeug an, der sofort Feuer fing. An n\u00e4chsten Haltestelle wechselten beide in den Triebwagen, um zu sehen, wie K. brannte. Steffen S. fand dies \u201ecool\u201c. Als die Notbremse ausgel\u00f6st wurde fl\u00fcchteten beide. Horst K. verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus an seinen Verletzungen. 40% der K\u00f6rperoberfl\u00e4chen erlitten Brandverletzungen zweiten und dritten Grades.<\/div>\n<div id=\"magicdomid31\" style=\"text-align: justify;\">Im Prozess wurde ein politisches Motiv ausgeschlossen, da beiden \u201espontan handelten.\u201c Steffen S. Wurde zu einer Jugendstrafe von achteinhalb Jahre Haft wegen Mordes, Marlon S. Zu einer Jugendstrafe von einem Jahr Haft auf Bew\u00e4hrung wegen unterlassener Hilfeleistung verurteilt.<\/div>\n<div id=\"magicdomid33\" style=\"text-align: justify;\">Am Abend des 4. Oktober 2003 wird der 16-j\u00e4hrige Sch\u00fcler <strong><em>Thomas K.<\/em><\/strong> durch den jungen Neonazi Ren\u00e9 M. (18) in Wahren erstochen. M. lockte Thomas K. auf dessen Heimweg in ein Geb\u00fcsch und stach mit einem K\u00fcchenmesser mehrmals auf diesen ein. K. schaffte es noch, die Polizei und einen Krankenwagen telefonisch zur Hilfe zu rufen. Jedoch verstarb Thomas K. wenig sp\u00e4ter im Krankenhaus. Ren\u00e9 M., der zur Hauptverhandlung am Landgericht Leipzig im Mai 2004 in Bomberjacke erschien, erz\u00e4hlte stolz, er sei von seinen Kumpels aus der rechten Szene \u201egut umerzogen\u201c worden und habe einfach einen \u201eaufklatschen wollen\u201c, da ihm die Gespr\u00e4che der Clique von K. \u00fcber Drogen nicht gefallen h\u00e4tten. M. wurde wegen Mordes zu einer Haftstrafe von zehn Jahren Haft nach Jugendstrafrecht verurteilt.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesweit z\u00e4hlen Journalist_innen mehr als 150 rechts motivierte Morde seit 1990, offiziell werden von der Bundesregierung lediglich 63 anerkannt. 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