{"id":1123,"date":"2013-09-08T15:02:25","date_gmt":"2013-09-08T13:02:25","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=1123"},"modified":"2013-10-09T16:00:35","modified_gmt":"2013-10-09T14:00:35","slug":"pogrome-verhindern-bevor-sie-passieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/pogrome-verhindern-bevor-sie-passieren\/","title":{"rendered":"Pogrome verhindern, bevor sie passieren!"},"content":{"rendered":"<p>Wir unterst\u00fctzen die am 14.09. um 11.30 Uhr in Rackwitz (Nordsachsen) stattfindende Demonstration. Alle weiteren Infos findet ihr <a href=\"http:\/\/rackwitz.blogsport.eu\/\">hier<\/a> (inkl. Einblicke aus Rackwitz).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Plakat Rackwitz\" src=\"http:\/\/rackwitz.blogsport.eu\/files\/2013\/09\/antifa.jpg\" alt=\"\" width=\"446\" height=\"633\" \/><\/p>\n<p>Hier der Aufruf:<\/p>\n<blockquote>\n<h3><strong>Pogrome verhindern, bevor sie passieren! Keine Chance f\u00fcr rassistische Brandstifter_innen!<\/strong><\/h3>\n<p>\u201c<em>Meine Nichte meinte, es gibt zwei M\u00f6glichkeiten: sie fackeln es jetzt ab oder wenn sie <\/em>[die Asylsuchenden]<em> drinne wohnen.<\/em>\u201d Eine Frau auf den Weg zur Sitzung am 29.8.2013 in Rackwitz<\/p>\n<p>In Rackwitz, bei Leipzig, soll eine Unterkunft f\u00fcr Asylsuchende entstehen. Wie \u00fcberall in den vergangenen Monaten in Deutschland rotten sich auch hier B\u00fcrger_innen zusammen, die das verhindern wollen. Am 29.8. fand dazu die erste B\u00fcrger_innenversammlung statt. Mehr als 300 Menschen machten deutlich, dass sie eine Unterkunft in ihrer Stadt nicht zulassen werden. 1200 Unterschriften sollen sie schon gesammelt haben, in einer Gemeinde mit 5000 Einwohner_innen.<\/p>\n<p>Die Versammlung in Rackwitz l\u00e4uft genauso ab wie \u00fcberall sonst. Die Stimmung ist geladen, jede Aussage, die dem Mob nicht passt, wird niedergebr\u00fcllt. Dabei teilt sich die Menge in jene, die ihre rassistischen Argumente offen artikulieren und jene, die keine Rassist_innen oder Nazis sein wollen und vermeintlich \u201csachliche Argumente\u201d ins Feld f\u00fchren: \u201cSo viele Menschen auf einen Raum, das geht nicht.\u201d- \u201cDie Bausubstanz des Geb\u00e4ude entspricht nicht den Anforderungen.\u201d oder \u201cDie Grundst\u00fccke in der Umgebung w\u00fcrden an Wert verlieren.\u201d Sie versuchen sich als besorgte und engagierte B\u00fcrger_innen, manche sogar als Humanist_innen, die sich scheinbar f\u00fcr die Asylsuchenden einsetzen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist das Bl\u00f6dsinn, die absolute Mehrheit hat sich noch nie f\u00fcr das Geschehen in der Gemeinde interessiert. Und wie Asylsuchende in Deutschland leben m\u00fcssen ist ihnen erst recht egal, sie sollen irgendwo hin, nur nicht in die eigene Nachbarschaft. Warum Menschen nach Deutschland kommen, ist f\u00fcr sie unwichtig. Sie m\u00f6chten nicht rassistisch genannt werden. Aber so genannte \u201cAusl\u00e4nder\u201d \u2013 die m\u00f6chte man noch weniger. Der eigene latente Rassismus wird hinter vermeintlich sachlichen Argumenten versucht zu verstecken.<\/p>\n<p>Der andere Teil, der aus seinen rassistischen Einstellungen keinen Hehl macht, wei\u00df dass alle Ausl\u00e4nder \u201ckriminell\u201d sind und \u201chier\u201d nicht her geh\u00f6ren, schon wegen der \u201cKultur\u201d. Und gefragt hat sie sowieso keiner von \u201cdenen da Oben\u201d. Daher drohen sie mal mehr oder weniger offen mit Gewalt. Wenn nicht sie es verhindern, dann die Nazis, auf die sie gerne verweisen.<br \/>\nUnd diese Nazis sind bei solchen Veranstaltungen immer anzutreffen, begeistert von so viel Hass und Ablehnung und in Gedanken in der Zeit der rassistischen Pogrome der 1990er Jahre.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund dieser bedrohlichen Mischung verwundert es nicht, dass sich die NPD f\u00fcr den 14.9. in Rackwitz mit einer \u201cInfostand-Kundgebung\u201d angek\u00fcndigt hat. Die NPD kommt, weil sie eine rassistische Partei ist und in Deutschland immer damit rechnen kann, auf Gleichgesinnte zu treffen.<\/p>\n<p>Die B\u00fcrger_innen aus Rackwitz k\u00f6nnen sich am 14.9. auf Maik Scheffler freuen. Der heutige NPD-Multifunktion\u00e4r hat Erfahrung mit diesem \u201cProblem\u201d und ist der tonangebende Nazi in der Region und dar\u00fcber hinaus. Ende der 1990er kam es in Delitzsch, wo Scheffler bis heute wohnt und wirkt, zu <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=De-rNfhm8CA\">Angriffen auf Unterk\u00fcnfte <\/a>von so genannten \u201cSp\u00e4taussiedlern\u201d.\u00a0Scheffler gilt als Bindeglied zwischen NPD und der \u201efreien\u201c, militanten Naziszene. Noch heute ist er in der NPD ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Nachwuchsarbeit, f\u00fcr die Organisation von Parteileben und Aktionen verantwortlich.<\/p>\n<p><strong>Eingreifen, jetzt!<\/strong><\/p>\n<p>Rassismus beginnt nicht erst dort, wo Menschen um ihr Leben f\u00fcrchten m\u00fcssen. Rassismus hei\u00dft, dass so genannte Fremde in Deutschland auf eine geschlossene Gesellschaft treffen. Hei\u00dft, dass sie aufgrund ihrer Herkunft kaum Rechte haben. Dass ein Grundrecht auf Asyl hier faktisch nicht existiert. Dass Asylsuchende in Deutschland endlos schikaniert werden, durch Beh\u00f6rden und vor allem die Polizei.<\/p>\n<p>In Deutschland redet man nicht mit Migrant_innen, sondern man redet \u00fcber sie. Wenn man um \u00fcber sie redet, dann, um \u00fcber sie zu richten. In Deutschland stehen Migrant_innen au\u00dferhalb der Gesellschaft und werden nur eingelassen, wenn sie die totale Assimilation ans \u201eDeutsche Wesen\u201c mitmachen oder sich als verwertbare Arbeitskr\u00e4fte bewiesen haben.<br \/>\nDas ist der ganz allt\u00e4gliche Rassismus, der diese Gesellschaft fundamental durchdringt. Dieser Rassismus wird nicht von selbst vergehen, daher bleibt es unsere Aufgabe, diese Gesellschaft so zu gestalten, dass alle Menschen hier ohne Angst und Ausgrenzung leben k\u00f6nnen. Das bedeutet sich Rassist_innen entschlossen in den Weg zu stellen \u2013 immer und \u00fcberall.<\/p>\n<p>Als Antirassist_innen und Antifaschist_innen ist es wichtig einzuschreiten, wenn der deutsche Mob sich zusammenrottet, sich gegen Asylsuchende in Stellung bringt und vor Gewalt nicht zur\u00fcckschreckt. Wir werden es nicht bis zum \u00c4u\u00dfersten kommen lassen.<\/p>\n<p>Dazu wird es geh\u00f6ren, die geistigen wie auch realen Brandstifter_innen und ihre Kumpan_innen auch in Rackwitz zu stoppen. Besser fr\u00fch als sp\u00e4t \u2013 und zwar gemeinsam!<\/p>\n<p>Wir werden am 14.9. in die s\u00e4chsische Provinz fahren und ein klares unmissverst\u00e4ndliches Zeichen setzen. Mit Rassist_innen diskutieren wir nicht, egal wie sehr sie sich auch verstellen!<\/p>\n<p><strong> Zusammen gegen Rassismus k\u00e4mpfen!<\/strong><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir unterst\u00fctzen die am 14.09. um 11.30 Uhr in Rackwitz (Nordsachsen) stattfindende Demonstration. Alle weiteren Infos findet ihr hier (inkl. Einblicke aus Rackwitz). Hier der Aufruf: Pogrome verhindern, bevor sie passieren! 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