{"id":1033,"date":"2013-06-08T18:01:02","date_gmt":"2013-06-08T16:01:02","guid":{"rendered":"https:\/\/fckp3.dontexist.net\/blogs\/wordpress\/rassismus-toetet\/wordpress\/?p=1033"},"modified":"2013-10-09T16:15:57","modified_gmt":"2013-10-09T14:15:57","slug":"wir-unterstutzen-den-protest-gegen-die-abschiebung-von-shengjul-und-chala-demova-nach-mazedonien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rassismus-toetet-leipzig.org\/index.php\/wir-unterstutzen-den-protest-gegen-die-abschiebung-von-shengjul-und-chala-demova-nach-mazedonien\/","title":{"rendered":"Wir unterst\u00fctzen den Protest gegen die Abschiebung von Shengjul und Chala Demova nach Mazedonien"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Kritik an rechtswidriger Abschiebung einer schwangeren Frau und ihrer elfj\u00e4hrigen Tochter nach Mazedonien und Forderung nach deren sofortiger R\u00fcckf\u00fchrung nach Deutschland. Auch ihr k\u00f6nnt unterst\u00fctzen! Aufhebung der Einreisesperre fordern &amp; Spenden<strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Hintergrund<\/em>:<br \/>\nIn der Nacht zum 28. Mai 2013 wurden Shengjul Demova und ihre elfj\u00e4hrige Tochter Chala zwei Uhr fr\u00fch in ihrer Wohnung in Borna (bei Leipzig) von Polizeibeamt_innen geweckt und ohne terminliche Vorank\u00fcndigung unter inhumanen und anma\u00dfenden Umst\u00e4nden wenige Stunden sp\u00e4ter mit dem Flugzeug nach Mazedonien deportiert. Einige Tage zuvor und am Tag der Abschiebung wurde jeweils ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht Leipzig gestellt, welcher zum einen mit der hohen Suizidgefahr von Shengjul im Fall einer Abschiebung und zum anderen mit ihrer risikobehafteten Schwangerschaft und den seit l\u00e4nger andauernden Eheschlie\u00dfungsversuch mit einem deutschen Staatsangeh\u00f6rigen begr\u00fcndet wurde. Beide Antr\u00e4ge wurden am Tag der Abschiebung vom Richter abgelehnt. Die Abschiebung war aufgrund der extrem schlechten gesundheitlichen Verfassung und der Schwangerschaft von Shengjul rechtswidrig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Die Geschichte<\/em><\/strong>:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Shengjul und Chala Demova sind vor drei Jahren aus Mazedonien vor dem Ehemann und der Familie geflohen. Die Flucht begr\u00fcndete sich vor allem durch die physischen sowie psychischen Gewaltaus\u00fcbungen des Ehemannes und den zunehmenden Mordandrohungen der m\u00e4nnlichen Mitglieder ihrer Familie seit der Trennung von ihrem tyrannischen Ehemann. Nach ihrer Flucht erfuhr die Familie durch missliche Umst\u00e4nde von Shengjuls unehelichen Sexualkontakt mit einem Mann in Deutschland und seitdem haben die Androhungen und gleichzeitig die Gefahr eines Ehrenmordes zugenommen. Im Fall, dass Shengjul oder Chala der Familie begegnen oder diese \u00fcber ihren Aufenthaltsort erfahren, befinden sie sich in au\u00dferordentlicher Lebensgefahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund der gewalterf\u00fcllten, traumatisierenden Erfahrungen in Mazedonien leidet Shengjul seit l\u00e4ngeren an schweren psychischen St\u00f6rungen wie Depressionen, Angstzust\u00e4nden, Suizidalit\u00e4t und einer Posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung. Sie unterzog sich deswegen in den letzten Jahren mehreren station\u00e4ren sowie teilstation\u00e4ren Behandlungen und ihren Alltag konnte sie nur aufgrund der Einnahme von Psychopharmaka bew\u00e4ltigen. Trotz der oben genannten \u00e4rztlichen Diagnosen und einem j\u00fcngst begangenen Suizidversuch, unterschrieb der zust\u00e4ndige Arzt des Gesundheitsamtes im Landkreis Leipzig ihre Reise- und Flugtauglichkeit. Neben dem ist ferner nicht nachvollziehbar, warum die Zentrale Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde die Abschiebung von Chala und Shengjul plante, obwohl diese \u00fcber die Bem\u00fchungen einer Eheschlie\u00dfung von Shengjul und ihrem Lebenspartner informiert worden sind. Ebenso wurde die Schwangerschaft bei der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung der Abschiebungen von den verantwortlichen Beh\u00f6rden scheinbar nicht ernst genommen.<br \/>\nDie Eheschlie\u00dfung wurde von den involvierten Beh\u00f6rden teilweise willk\u00fcrlich und unbegr\u00fcndet \u00fcber Monate hinweg gezogen und durch den Vollzug der Abschiebung letztendlich verhindert. Vor allem ist die Zentrale Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde in Chemnitz zu kritisieren, welche die Ausstellung einer f\u00fcr die Eheschlie\u00dfung notwendigen Kopie ihres Reisepasses trotz standesamtlichen und anwaltlichen Aufforderungen offensichtlich verweigerte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wiedereinreise nach Deutschland<\/em>:<br \/>\nNach einer vollzogenen Abschiebung sind betroffene Menschen h\u00e4ufig ohne Unterkunft, Perspektive und ausreichende finanzielle Mittel. Seit ihrer Landung in Skopje sind auch Shengjul und Chala obdachlos und aus Furcht vor der Familie k\u00f6nnen sie nicht bei ehemaligen Bekannten oder Verwandten unterkommen. Zudem tragen ung\u00fcnstige Bedingungen (u.a. ein wohlhabender Vater) dazu bei, dass ihnen keine Sozialhilfe zusteht.<br \/>\nUm das Leben beider zu sch\u00fctzen und das Recht auf Ehe und Familie zu erm\u00f6glichen, ist eine R\u00fcckkehr von Shengjul und Chala nach Deutschland zwingend erforderlich!<br \/>\nShengjul und ihr Verlobter haben derzeit keine andere M\u00f6glichkeit mehr, als ihre Ehe in Mazedonien zu schlie\u00dfen. Doch die danach geplante R\u00fcckkehr bringt einige H\u00fcrden mit sich, da u.a. nach einer Abschiebung eine unbefristete Einreisesperre nach Deutschland besteht und hohe Kosten bei einer Familienzusammenf\u00fchrung entstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Zeigt euch solidarisch und fordert mit dem beiliegenden Schreiben die Zentrale Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde in Chemnitz dazu auf, die Einreisesperre aufheben zu lassen und eine schnelle Familienzusammenf\u00fchrung nach Deutschland zu erm\u00f6glichen.<\/strong><strong> Unterst\u00fctzt die beiden mit einer Spende.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Bankverbindung:<\/em><\/strong><br \/>\nBon Courage e.V.<br \/>\nKontonummer: 2653940<br \/>\nBLZ: 86065448 (VR Bank Leipziger Land)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ausstellen einer Spendenquittung ist auf Anfrage m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Kontakt:<\/strong><\/em><br \/>\nTelefon: 01577 5176855<br \/>\nE-Mail: info@boncourage.de<br \/>\n<a href=\"http:\/\/boncourage.de\">http:\/\/boncourage.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">______________________________________________________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Name:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Adresse:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An die<br \/>\nLandesdirektion Chemnitz<br \/>\nZentrale Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde<br \/>\nAdalbert-Stifter-Weg 25<br \/>\n09131 Chemnitz<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tel.: 0371\/45990<br \/>\n<strong>Vollstreckte Abschiebung von Shengjul Demova und ihrer Tochter Chala Demova nach Skopje, Mazedonien<\/strong><br \/>\nSehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ich habe von der Abschiebung von Frau Shengjul Demova und ihrer elfj\u00e4hrigen Tochter Chala Demova nach Skopje, Mazedonien am Dienstag, den 28. Mai 2013 erfahren und bin \u00fcber die Umst\u00e4nde dieser zwangsweisen, rechtswidrigen R\u00fcckf\u00fchrung entsetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frau Demova stand kurz vor der Eheschlie\u00dfung mit ihrem Verlobten Jens K. aus Borna und erwartet zudem ein Kind von ihm. F\u00fcr die standesamtliche Trauung fehlte seit Wochen nur noch eine Kopie ihres Reisepasses, welche durch das Standesamt Borna bei Ihnen beantragt wurde. Folglich m\u00fcssen Sie von den Heiratsabsichten des Paares gewusst haben und aus diesem Grund ist es f\u00fcr mich unverst\u00e4ndlich, dass sie trotz dessen eine Abschiebung vollzogen haben und dem Paar das Grundrecht auf Ehe und Familie verwehrt haben. Obwohl das Gericht, die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde Borna sowie die an der Abschiebung beteiligten Polizeibeamt_innen und \u00c4rzt_innen \u00fcber die Schwangerschaft von Frau Demova schriftlich oder m\u00fcndlich in Kenntnis gesetzt wurden, wurde die Abschiebung vollzogen und Frau Demova damit u.a. einem erh\u00f6hten Risiko einer Fehlgeburt ausgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frau Demova und ihre elfj\u00e4hrige Tochter halten sich seit der Abschiebung in Skopje auf; obdachlos und durch den fehlenden Anspruch auf staatliche Sozialhilfe mittellos. Ferner hat sich der gesundheitliche Zustand von Frau Demova seit der Abschiebung extrem verschlechtert und die Gefahr einer Fehlgeburt ist aufgrund der starken psychischen Belastungen immer noch sehr hoch. Der Zugang zu gesundheitlichen Einrichtungen ist durch fehlende finanzielle Mittel nicht gegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verz\u00f6gerung der Eheschlie\u00dfung und Familiengr\u00fcndung, das rechtswidrige Vorgehen bei der Abschiebung sowie die derzeitig bedrohliche und prek\u00e4re Lebenssituation von Frau Demova und ihrer Tochter in Mazedonien sind f\u00fcr mich absolut inakzeptabel und aus diesem Grund fordere ich Sie dazu auf<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1) die unbefristete Einreisesperre von Frau Demova und ihrer Tochter sofort aufheben zu<br \/>\nlassen,<br \/>\n1) Frau Demova und ihre Tochter von einer Begleichung alle Abschiebekosten zu<br \/>\nbefreien,<br \/>\n2) die Wiedereinreise von Frau Demova und ihrer Tochter nach der Eheschlie\u00dfung in<br \/>\nMazedonien ohne weitere, repressive Rechtsbestimmungen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kritik an rechtswidriger Abschiebung einer schwangeren Frau und ihrer elfj\u00e4hrigen Tochter nach Mazedonien und Forderung nach deren sofortiger R\u00fcckf\u00fchrung nach Deutschland. 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