Rassismus tötet! Leipzig

Vorlesungsreihe: Flucht und Asyl

Wir wollen an dieser Stelle auf die interessante Vorlesungsreihe der Hochschulgruppe Amnesty International hinweisen:

Flucht und Asyl werfen nicht erst seit dem Ertrinken Hunderter Flüchtlinge vor Lampedusa drängende Fragen auf. Die Hochschulgruppe von Amnesty International bietet zu dem Thema eine Vorlesungsreihe an:

(Alle Veranstaltungen finden im Hörsaal 5 der Uni Leipzig statt)

04.11.13 19 Uhr (HS 5): Situation Asylsuchender in Leipzig und Sachsen Residenzpflicht, Heimunterbringung, Gutscheinversorgung und menschenunwürdige Sozialleistungen sind Instrumente der Ausgrenzung mit denen Asylsuchende in Sachsen und Leipzig konfrontiert werden. Die willkürliche Verteilung auf die Landkreise und somit die Entscheidung, mit welchen Lebensbedingungen sich geflüchtete Personen zwangsweise arrangieren müssen, prägt die Situation dieser Menschen oft jahrelang. Dabei kommen verschiedene Fragen auf: Wie sieht die behördliche Praxis in den einzelnen Landkreisen aus? Wie werden die Lebensbedingungen der Flüchtlinge vor Ort durch Behörden und deren MitarbeiterInnen beeinflusst? Was erwartet AsylbewerberInnen, die in Leipzig untergebracht werden? Wie gestaltet sich der Zugang zu medizinischer Versorgung, zu Bildung oder zum Arbeitsmarkt? VertreterInnen des Sächsischen Flüchtlingsrates und Leipziger AktivistInnen werden in ihren Vorträgen diese und weitere Themen betrachten und somit einen Einblick geben, inwieweit Sachsen und Leipzig ihren humanitären und menschenrechtlichen Verpflichtungen nachkommen.

11.11.13 19 Uhr (HS 5): Traumatisierung und Identitätsentwicklung in der Fremde. Interkulturelle Psychotherapie mit Flüchtlingen und MigrantInnen Referentin: Priv.-Doz. Dr. med. Iris Tatjana Graef-Calliess Flüchtlinge und Asylsuchende sind aufgrund ihrer Erfahrungen im Heimatland oft emotional schwer belastet. Gewalt, Verfolgung und Krieg zwingen sie häufig zur Flucht aus ihrer Heimat und können zu gravierenden seelischen Traumatisierungen führen. Oftmals ist das Aufnahmeland jedoch kein Ort der Sicherheit und Erholung, sondern belastet die Geflüchteten zusätzlich. Ein unsicherer Aufenthaltsstatus, Arbeitsverbot, sprachliche Barrieren, prekäre Bedingungen in Lagern bzw. Gemeinschaftsunterkünften, Residenzpflicht und soziale Isolation führen zu einer weiteren Destabilisierung und unter Umständen sogar Retraumatisierung. So bedeutet die anhaltende Unsicherheit im Erleben der MigrantInnen gerade bei traumatischen Erfahrungen oft einen Verbleib in der bedrohlichen, traumatisierenden Situation, der nicht entkommen werden kann. Das wiederum schränkt die subjektiven Handlungsmöglichkeiten massiv ein und verstärkt die sowieso schon objektiv vorhandenen Einschränkungen deutlich. Gegenüber diesen Problemen fühlen sich die Flüchtlinge meist ohnmächtig und hilflos. Die Vorlesung gibt einen Einblick in die interkulturelle Psychotherapie von Asylsuchenden und Menschen mit Migrationshintergrund und ihre spezifischen Besonderheiten.

18.11.13 19 Uhr (HS 5): Festung Europa?! Europäische Grenzschutzpoitik Referent: Bernd Kasparek Immer wieder berichten die Medien von Flüchtlingsströmen nach Europa. Warum kommen so viele von ihnen erst spät, oder nie an ihrem erhofften Fluchtziel an? Wie sieht eigentlich das europäische Asylsystem aus? Wie ist das europäische Grenzregime darin einzuordnen und welche Rolle spielen Frontex, die Dublin II-Verordnung und das Schengen-Abkommen? Diese und viele weitere Fragen wird Bernd Kasparek, Spezialist auf dem Gebiet „Europäische Grenz- und Migrationsregime“ zu beantworten versuchen.

25.11.13 19 Uhr (HS 5): Europäische Asylpolitik Referent: Wolfgang Grenz Angesprochen werden insbesondere Fragen nach der Zukunft des Rechts auf Asyl in Europa: Wie steht es zum Beispiel um die Verwirklichung eines „einheitlichen europäischen Asylsystems“, jüngste Reformen und die Wechselwirkung zwischen europäischer Politik und Gesetzgebung und dem deutschen Asylverfahren?

09.12.13 19 Uhr (HS 5): Klimaflüchtlinge als Paradox internationaler Politik Referent: Chris Methmann Die Forschung ist sich einig: Eigentlich ist es unmöglich, Migration und Flucht auf klimatische Veränderungen zurückzuführen. Dennoch haben die „Klimaflüchtlinge“ eine steile Karriere hingelegt. So wurden sie zum Beispiel mehrfach im UN-Sicherheitsrat thematisiert. Der Vortrag widmet sich drei Fragen: Was wissen wir über Klimaflucht und -migration? Wie erklärt sich die Themenkonjunktur? Und was sind ihre politischen Auswirkungen?

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Lokaler Ableger der bundesweiten Kampagne Rassismus tötet