Rassismus tötet! Leipzig

Veranstaltungen zur Buchmesse

Im Rahmen und Umfeld der Leipziger Buchmesse finden diverse Lesungen und Veranstaltungen, welche sich mit dem Thema Rassismus beschäftigen, statt. Hier ein Überblick (Ergänzungsvorschläge per mail an initiativkreis@riseup.net).

Lesung aus „Obdachlosenhass und Sozialdarwinismus“

Wann: 12.03.2014, ?? Uhr

Wo: Plaque, Industriestraße 97

Buchvostellung mit dem Autor Lucuis Teidelbaum

Obdachlose sind die vergessenen Opfer der Gesellschaft. Sie werden von Staat und Gesellschaft ausgegrenzt und auf der Straße angegriffen. Rechte TäterInnen praktizieren gegen obdachlose Menschen einen Sozialdarwinismus der Tat, der durch einen Sozialdarwinismus des Wortes vorbereitet wird.

Die MörderInnen eines Obdachlosen 2000 in Ahlbeck waren der Meinung, »Asoziale und Landstreicher hätten im schönen Ahbeck nichts zu suchen«. Die MörderInnen eines Obdachlosen in Greifswald gaben an, ihre Opfer angegriffen zu haben, weil »so einer […] dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche liegt«. Offenbar besteht ein Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Obdachlose bzw. sozial Marginalisierte und dem gesellschaftlichen Klima der (kapitalistischen) Verwertbarkeit der Menschen. Das brutale Ergebnis sind nach unterschiedlichen Statistiken weit über 100 ermordete Obdachlose seit 1990.
Lucius Teidelbaum stellt in seinem neuen transparent-Band diese Gewalt in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen dar, analysiert und benennt die Ursachen.

Lesung aus „Sarrazin Correctness“

Wann: 13.03.2014, 21 Uhr

Wo: Plaque (Industriestraße 97)

Buchvorstellung mit dem Autor Andreas Kemper

Thilo Sarrazins Buch Vom neuen Tugendterror. Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland erschien Ende Februar 2014. Darin wird er seine bereits in Vorträgen dargelegten Thesen zur Meinungsfreiheit in einem Rundumschlag gegen Political Correctness gewinnbringend vermarkten.
Politisch absolut ›unkorrekt‹ steht Sarrazin dabei in der ideologischen Tradition der Menschen- und Bevölkerungskorrekturen. Wer von Gutmenschen und Tugendterror spricht, will die Primärtugenden der Menschlichkeit durch angebliche Tugenden der Korrektheit ersetzen. Sarrazin stellt sich gleichermaßen als Rebell gegen Political Correctness wie als Opfer von Zensur dar. Er lenkt damit ab von der Tradition der Korrektions-Anstalten und der eugenischen Bevölkerungskorrekturen, deren Ideologie er vertritt.
Thilo Sarrazin zeigt, dass sich noch immer die Ideologie des Forderns und Förderns mit Fragen der qualitativen Bevölkerungspolitik verbindet. Die modernisierte Variante dieser Ideologie besetzt in den Auseinandersetzungen um emanzipatorische Kämpfe das Schlagwort Political Correctness. Mit diesem Trick wendet er den antiquierten Mief der Korrektheit gegen emanzipatorische Meinungen und Gruppen. Er dreht den Spieß des Bürgertums um und lässt ihn gegen sich gerichtet erscheinen.

Die Lesung findet ebenfalls direkt auf der Buchmesse statt: 13.03.2014, 15–15.30 Uhr, Halle 5, Stand C404

Buchvorstellung „Sprache-Macht-Rassismus“

Wann: 13.03.2014, 20 Uhr

Wo: Conne Island, Koburger Str. 3

Die in dem Band versammelten Beiträge fragen danach, welche Perspektiven und Ansätze die aktuelle Rassismus- und Kritische Weißseinsforschung für rassismuskritische Lehr- und Lebensräume bieten kann. Zugleich werden grundlegende Begrifflichkeiten sowie aktuelle Tendenzen der Rassismusforschung vorgestellt. Der Band ist eine Zusammenfassung von Beiträgen der Tagung „Sprache-Macht-Rassismus“, die im Mai 2013 in Fulda stattfand. Die Refentin Magdalena Marsovszky (Kulturwissenschaftlerin, Ungarn/ Deutschland) wird Grundzüge der Publikation vorstellen und den Fokus auf die Antiziganismusforschung legen.

veranstaltet von amnesty international Stadtgruppe Leipzig, Initiative Leipzig Korrektiv und Buchhandlung el libro

Lesung aus „Realität Einwanderung – Kommunale Möglichkeiten der Teilhabe, gegen Diskriminierung“

Wann: 14.03.2014, 20 Uhr

Wo: LinXXnet (Bornaische Str. 3d)

Buchvorstellung mit den Autor*innen Koray Yılmaz-Günay und Freya-Maria Klinger

Mit dem Zuwanderungsgesetz von 2005 hat die Bundesrepublik auch offiziell die Einwanderungsrealität anerkannt. Fragen von Asyl, die Zugänglichkeit von Verwaltung, die Planung von partizipativen Instrumenten, die Stadt- und Raumplanung oder aber das soziokulturelle Angebot sind von jeher auch kommunale Themen, die aktiv gestaltet werden können. Gerade den Städten und Kommunen kommt die Aufgabe zu, gleiche Teilhabe zu ermöglichen und emanzipatorische öffentliche Räume zu schaffen. Die Autor*innen sensibilisieren für ausschließende Strukturen und gibt Beispiele für und Hinweise auf gelingende Ansätze für ein gleichberechtigtes Zusammenleben: für Teilhabe aller, gegen Rassismus und Diskriminierung.

veranstaltet von: el libro und linXXnet e.V.

Die Lesung findet ebenfalls direkt auf der Buchmesse statt: 14.03.2014, 17.30–18 Uhr, Halle 5, Stand C404

Podiumsdiskussion Deutsche Dörfer: Comeback der 90er?

Antirassismus im Zeichen der Nazi- und Bürgerproteste gegen Flüchtlingsheime

Wann: 15.03.2014, 19.30 Uhr Einlass, 20 Uhr Beginn

Wo: Conne Island (Koburger Str. 3)

Eintritt: 4€ (Im Eintrittspreis ist die nachfolgende Disco inklusive)

Die Zahl rechtsextremer Angriffe auf Flüchtlingsheime hat sich 2013 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Bürger protestieren gemeinsam mit Nazis gegen die Unterbringung von Asylsuchenden. Das erinnert an die neunziger Jahre. Gleichzeitig haben Flüchtlinge den Widerstand gegen das Migrationsregime mehr und mehr selbst in die Hand genommen und die Flüchtlingsabwehr hat sich an die europäischen Außengrenzen verlagert.

Wie geht die Linke mit dieser Situation um? Muss sich antirassistische Arbeit zuerst gegen den gesellschaftlichen Rassismus wenden oder gegen die staatliche Flüchtligspolitik? Ist wieder klassische Antifa-Arbeit gefragt? Oder geht es jetzt darum, vor allem Flüchtlinge bei ihrem Kampf zu unterstützen?

Die Wochenzeitung „Jungle World“ diskutiert dies mit Jan-Georg Gerber, Felix Fiedler, Jennifer Stange und Daniel Steinmaier (Pro Asyl). Moderation: Ivo Bozic

Ein umfassenden Überblick über einerseits interessante linke Verlage und Veranstaltungen sowie andererseits neonazistische und rechtspopulistische Stände und Veranstaltungen auf der Buchmesse, haben die Genoss_innen vom Projekt „Antifa in Leipzig“ erstellt. Es lohnt sich regelmäßig auf dieser Seite vorbeizuschauen, da hier regelmäßig über diverse Themen linker Politik berichtet wird.

 

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Lokaler Ableger der bundesweiten Kampagne Rassismus tötet