Rassismus tötet! Leipzig

LE: Mobiveranstaltung wegen Razzia ausgefallen

Am 12.10.12 sollte die Mobilisierungsveranstaltung zur bundesweiten Demo am 27.10.2012 im Schuppen in der Stockartstraße in Leipzig stattfinden. Diese musste jedoch aufgrund einer Drogenrazzia der Polizei ausfallen.

 

Ab 16:00 Uhr war das Bild in Connewitz blau-weiß gezeichnet. Ab der Bornaischen Straße bis zur Biedermannstraße war alles abgesperrt. Die ganze Stockartstraße war dicht. Keiner konnte raus oder rein. Mehrere Hundertschaften und ein Hubschrauber waren im Einsatz.Ein alternatives Wohnprojekt in der “Stö” war umzingelt von Hunderten von Cops.

Rückblick: In Leipzig fanden ‘89/’90 vor allem in Stadtteil Connewitz viele Hausbesetzungen statt. Die zum Teil sehr maroden Häuser waren zur Zeit der DDR im Abrissgebiet (fast ganz Connewitz) gelegen. Im Frühjahr 1990 wurden in Connewitz 14 Häuser besetzt, viele in der Stockartstraße. Nach einigen Jahren und vielen Auseinandersetzungen erhielten die meisten Häuser Nutzungsverträge. Ein gute Übersicht der Connewitzer-Geschichte findet sich hier: www.anarchismus.at/die-autonomen/6118-2

Die Stockartstraße ist mit ihren vielen selbstverwalteten Häusern und Projekten auch heute noch ein wichtiger Teil der linken Szene in Leipzig und im besonderen in Connewitz. Wie groß die Angst von Seiten der Behörden sein muss, zeigte auch das riesige Aufgebot mit welchem die Leipziger Polizei am Freitag anrückte.

Die Durchsuchung fand im Rahmen der Drogenpolitik des Leipziger Polizeichefs und CDU-Bürgermeisterkandidat Horst Wawrzynski und der Übergabephase des Amtes an seinen Nachfolger Bernd Merbitz, ebenfalls CDU, statt. Denn genauso wie Hausdurchsuchungen finden in Leipzig jeden Monat regelmäßig die sogenannten “Komplexkontrollen” statt, bei denen mehrere Hundertschaften das Stadtgebiet mit stundenlangen, verdachtsunabhängigen Kontrollen überziehen.

Gegen 19 Uhr, der geplanten Anfangszeit unserer Infoveranstaltung, war die Hausdurchsuchung am Freitag Abend immer noch im vollen Gange. Jedoch bewegte sich etwas. Einige Polizeiautos und Beamt*innen entfernten sich aus der Straße. So war nur noch die Hälfte der Straße dicht. Sie machte ein wenig Platz, damit die Veranstaltungen die an dem Abend in der Straße satt finden sollten, besucht werden können. Der Eingang zum Schuppen wurde frei gemacht. Begründung für das freundliche Verhalten: “Die Maßnahmen der Polizei standen nicht im Zusammenhang mit einer politisch-motivierten Straftat.” Ein schlechter Witz, wenn mensch bedenkt, wie sehr die Leipziger Polizei versucht politischen Einfluss auf die “Drogenpolitik” der Stadt zu nehmen einerseits, andererseits war die Art der Razzia politisch auf den Stadtteil Connewitz zugeschnitten.

Niemand hatte natürlich Lust bei einem belagerten Stadtteil und Hunderten Polizisten*Innen vor der Tür, die sich wie die Axt im Walde benehmen, so zu tun als wäre nichts und vor den Augen des Repressionsapparats ein und aus zu gehen. Daher fielen alle Veranstaltungen in der “Stö” aus, auch unsere.

Wir werden unser Veranstaltung aber nachholen.
Neuer Termin und 2. Versuch unseren Mobivortrag in Leipzig zu halten, in der „Stö“:
22.10.2012 um 18.30 Uhr im Schuppen!

Never forgive, Never forget – Remembering means fighting!
– Solidarität mit den Betroffenen des rechten und rassistischen Normalzustands!

27.10.2012 16 Uhr Südplatz Leipzig
weitere Mobilisierungsveranstaltungen:

Do. 18.10. | Magdeburg | 18.30 Uhr | Liebertäres Zentrum – LIZ, Alt Salbke 144 | Anfahrt hier
Mo. 22.10.2012 | Berlin| 19.00 Uhr, BAIZ, Christinenstr. 1, U-Bhf. Rosa-Luxemburg-Platz (P-Berg/Mitte)
Di. 23.10.2012 | Göttingen | 21.00 Uhr | im Rahmen der Theke “Le chat noir” | Die Theke ist wie immer im Juzi.
Di. 23.10.2012 | Postdam | 20.30 uhr | Black Fleck, Zeppelinstr. 26

 

Zugtreffpunkt

Berlin: Hauptbahnhof (tief), Gleis 3, Treff: 12.45 Uhr / Abfahrt: 13:16  Uhr ( RE 4359)

 

 Bericht auf Indymedia zur Razzia

 

Von: https://linksunten.indymedia.org/de/node/69172

 

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Lokaler Ableger der bundesweiten Kampagne Rassismus tötet